Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

Wir sind Mitglied im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R. Darüber hinaus gehören wir, neben vielen weiteren Gemeinden, einem Landesverband an.



Neues Corporate Design des Bundes

Ein neues Baptistenlogo bildet zusammen mit dem bereits bestehenden Logo des ChristusForums Deutschland das neue Erscheinungsbild des Gemeindebundes. Beide Konfessionsgruppen werden so auf den ersten Blick sichtbar..

07.07.2020

Überzeugendes Konzept und regionaler Bezug sind wichtig

Das erste digitale Forum Fördermittel informierte über die Frage, was bei der Beantragung von Fördermitteln zu beachten ist..

01.07.2020

Liebe Mitglieder und Freunde der Gemeinde Buckow – Müncheberg,

beim Betrachten der Grafik „Werden“ von Herbert Seidel wurde ich an meine Schulzeit erinnert und an ein Gedicht, das ich als Schülerin auswendig lernen musste. Ich zitiere:

Alles fügt sich und erfüllt sich, musst es nur erwarten können

und dem Werden deines Glückes Jahr und Felder reichlich gönnen.

Bis du eines Tages jenen reifen Duft der Körner spürst

und dich aufmachst und die Ernte in die tiefen Speicher führst.

Christian Morgenstern
(1871 – 1914)

 

Die Grafik erinnert mich ebenso an ein beliebtes Frühlingslied: „Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land.“ Dort heißt es am Ende einer Strophe: Doch Wachstum und gedeihen liegt in des Schöpfers Hand. Es ist Frühling, überall blüht es, selbst in der hintersten Ecke sprießt frisches Grün. In den Gärten gibt es neben den ersten Blumen frische Kräuter und mancherorts schon Salat und Spinat.

Wie dankbar waren wir für den Regen der letzten Tage und wir dürfen hoffen, dass uns unser Schöpfer noch einige Regenwolken nach Ostbrandenburg schickt.

Allzu deutlich zeigt sich dieses Jahr, schon im April, wir können das Feld bestellen, wir können säen, wir können hegen und pflegen, doch regnen lassen können wir es nicht. Auf Wachstum und Gedeihen haben wir keinen Einfluss. Die frühe Trockenheit im Jahr stimmt nachdenklich. Und die Frage, die sich stellt: Gibt es ein Gedeihen in diesem Jahr? Erwartet uns eine nächste Dürre wie 2018? Was wird werden? Bei allem ökologischen, biologischen und technischen Wissen, müssen wir uns eingestehen, auf diese Frage fällt eine Antwort schwer.

Für jeden an Jesus Christus glaubenden Menschen heißt es jetzt, die Hände falten und aus Sorge um die diesjährige Ernte ein Gebet formulieren. Da gilt es, dem zu Vertrauen, in dessen Hand das Gedeihen liegt, unserm himmlischen Vater.

Jesus erzählt im Markusevangelium eine Beispielgeschichte, in der er das Thema Gedeihen aufgreift. Ich lese: Kapitel, 4,26-29:

26 »Mit dem Reich Gottes«, so erklärte Jesus weiter, »ist es wie mit einem Bauern, der die Saat auf seinem Acker ausgestreut hat. 

27 Er legt sich schlafen, er steht wieder auf, ein Tag folgt dem anderen; und die Saat geht auf und wächst – wie, das weiß er selbst nicht. 

28 Ganz von selbst bringt die Erde Frucht hervor: zuerst die Halme, dann die Ähren und schließlich das ausgereifte Korn in den Ähren. 

29 Sobald die Frucht reif ist, lässt er das Getreide schneiden; die Zeit der Ernte ist da.«

Die hellen Linien in der Grafik, sie könnten verschiedene Formen von Gedeihen darstellen. Beides, Wachstum und Gedeihen, ist ein Geschehen, das durch die unterschiedlichsten Prozesse angeregt wird. Sie alle ergänzen einander und unterstützen sich gegenseitig. Ich, Mensch, als Betrachter dieses Geschehens muss meine Rolle als Zuschauer akzeptieren. Bleibt uns das Hegen und Pflegen. Damit können wir das Werden unterstützen. Viele von uns verstehen sich gut im Umgang mit Nutz-und Zierpflanzen und freuen sich über jeden einzelnen Wachstumsschritt bis zur Ernte.

Dieses uns Menschen vertraute Geschehen in der Natur wendet Jesus auf das Reich Gottes an. Teil dieses Reiches sind wir, die wir an Jesus Christus glauben. Der Text wendet sich ganz persönlich an dich und mich und zeigt uns ein Bild vom eigenen Wachsen und Reifen bis wir in der himmlischen Heimat ankommen.

Wächst und gedeihst Du im Glauben?

Hegst und pflegst du dein Leben in der Jesusnachfolge?

Wie kann ich denn meinen Glauben pflegen?

Durch das Hören auf Gottes Wort. Dieses mit allen Sinnen verinnerlichen, damit was Jesus lehrt, ein prägendes Element in der eigenen Lebensgestaltung ist und immer wieder neu wird.

Wie das frische Wasser für eine Pflanze elementar zum Wachsen und Gedeihen ist, so ist die Beschäftigung mit dem Wort Gottes eine elementare Form von Hegen und Pflegen des eigenen Glaubens.

Mit in die Rubrik: Wachstum fördern gehört das Gebet. Geistliche Lieder und die Gemeinschaft mit an Jesus glaubenden Menschen. So reifen und wachsen wir in jeder Herausforderung, die das Leben an uns stellt und kommen täglich der Ernte unseres eigenen Lebens einen Schritt näher. Gedeiht dein Glaube prächtig?! Prüfe dich anhand der Heiligen Schrift und komme zu einem ehrlichen Ergebnis.

Jesus ist da, vertraue ihm! Er ist bei uns durch sein Wort. Das lesen wir in Hebräer 12,1-3: Wir sind also von einer großen Schar von Zeugen umgeben, deren Leben uns zeigt, dass es durch den Glauben möglich ist, den uns aufgetragenen Kampf zu bestehen. Deshalb wollen auch wir – wie Läufer bei einem Wettkampf – mit aller Ausdauer dem Ziel entgegenlaufen. Wir wollen alles ablegen, was uns beim Laufen hindert, uns von der Sünde trennen, die uns so leicht gefangen nimmt, 2 und unseren Blick auf Jesus richten, den Wegbereiter des Glaubens, der uns ans Ziel vorausgegangen ist. Weil Jesus wusste, welche Freude auf ihn wartete, nahm er den Tod am Kreuz auf sich, und auch die Schande, die damit verbunden war, konnte ihn nicht abschrecken. Deshalb sitzt er jetzt auf dem Thron im Himmel an Gottes rechter Seite. 3 Wenn ihr also in der Gefahr steht, müde zu werden, dann denkt an Jesus!

Amen

Ich wünsche ein gesegnetes Wochenende und bleibt gesund!

Inge Clausonet

Müncheberg.1.5.20


 

Liebe Mitglieder und Freunde der EFG Buckow- Müncheberg!

In diesem uns allen so bekannten Gleichnis Lukas 10,25-37 stellt Jesus dem fragenden Gesetzeslehrer die Frage: Wer handelt als Mitmensch? Dieser überlegt und gibt zur Antwort: „der Erbarmen mit ihm hatte und ihm geholfen hat.“

Was ist ein Mitmensch? Aus dem gelesenen Text zeigt sich, was Jesus damit meint. Ein Mitmensch ist jemand, der auf das Ergehen eines anderen Menschen reagiert.

Er sieht diesen, er hört dessen Stimme, er „stolpert“ eventuell über ihn. Er erkennt seine Notsituation.

Beim Betrachten der Grafik vom Barmherzigen Samariter von Herbert  Seidel (sein Kurator Herr Stachat erlaubt uns die Nutzung der Grafik) frage ich mich, welche Gedanken haben den Künstler bewegt, dass er eine Figur mit einem Buchstabenzettel in der Hand darstellt. Soll er die „To-do-Liste“ des Priesters oder die des Leviten darstellen? Wie viele Punkte könnten darauf gestanden haben und in welcher Relevanz?

Das führt mich zur nächsten Frage: Gibt es etwas Wichtigeres für einen Menschen, als die Not eines Mitmenschen zu lindern? Was geht mir durch den Kopf, wenn mir im Alltag etwas Vergleichbares begegnet? Lass ich es zu, dass meine Tagesplanung durchkreuzt werden könnte? Was ist mir dabei eine Entscheidungshilfe? Welchem Maßstab vertraue ich? Wovon lasse ich mich dabei beeinflussen? Was muss ich tun, um im Sinne Jesu ein Mitmensch zu sein?

Diese Frage lässt sich leichter auflösen, wenn wir den Beginn des Bibeltextes nochmals anschauen. Außer Acht lasse ich die unredliche Art des Fragenden.

Jesus nimmt ihn dennoch ernst und an der Entwicklung des Gesprächs wird deutlich, dass für Jesus das gelebte erste Gebot nicht darin seine Erfüllung findet, dass der Glaubende  seinen Wortlaut rezitieren kann oder mit Worten und kultischen Ritualen seine Liebe zu Gott ausdrückt. Die aufrichtige Liebe zu Gott, von der im ersten Gebot die Rede ist, spiegelt sich in der Liebe zum Nächsten. Der Evangelist Johannes formuliert es im 1.Johannesbrief 4,20+21so:

 „Wenn jemand behauptet: »Ich liebe Gott!«, aber seinen Bruder oder seine Schwester hasst, ist er ein Lügner. Denn wenn jemand die nicht liebt, die er sieht – seine Geschwister – , wie kann er da Gott lieben, den er nicht sieht? 21 ´Denkt an` das Gebot, das Gott uns gegeben hat: Wer Gott liebt, ist verpflichtet, auch die Geschwister zu lieben.“

Jesus ist in seiner Aussage gegenüber dem Gesetzeslehrer sehr eindeutig. Wer die Ewigkeit bei Gott verbringen will, legt das Fundament im Hier und Jetzt, in dieser Welt!

Was ist ein Gesetzeslehrer? Einer, der das Alte Testament lehrt und dieses in die Gesellschaft hinein vertritt. Das damalige Israel war geprägt von den Lehrüberzeugungen religiöser Gelehrter jener Tage. Das waren die Priester, Leviten und Gesetzeslehrer. Sie lehrten und gestalteten den religiösen Canon für die an den Gott der Bibel glaubenden Juden. Ihre Lehraussagen legten das Fundament für richtig und falsch im Handeln. Sie prägten das religiöse Gewissen. Gesetzeslehrer waren Menschen mit großer Verantwortung und sie genossen ein hohes Ansehen im Volk. Immer wieder lesen wir in den Evangelien, dass sie in der Gefahr standen, trotz ihres Wissens über die Gebote Gottes, unbarmherzig zu werden im Umgang mit ihren Mitmenschen. Jesus greift diese Thematik oft auf.  In diesem Gespräch mit dem Gesetzeslehrer legt Jesus diesem sein Verständnis vom ersten Gebot aus. Jesus rügt sein Bibelwissen nicht, Jesus zweifelt nicht an seiner Ernsthaftigkeit, er macht ihm keine Vorschläge für die rituelle Ordnung der religiösen Feste. Jesus zeigt ihm auf, wo die Gefahr besteht, trotz allem Wissen einen falschen Weg einzuschlagen. Und das ist in diesem Gespräch die Menschlichkeit.

Von der ersten bis zur letzten Seite spricht die Bibel von dem endlosen Erbarmen Gottes mit uns Menschen. Das seinen Höhepunkt findet im Erlösungstod Jesu auf Golgatha. Sie lehrt uns, die Erlösten spiegeln die selbst erfahrene Barmherzigkeit Gottes im barmherzigen Umgang mit ihren Mitmenschen wider.

In der erzählten Beispielgeschichte fehlt es den Priestern und Leviten an Menschlichkeit. Um den schwerverletzten Reisenden machten sie einen Bogen. Sie schauten mit sehenden Augen weg. Sie wollten sein Rufen nicht hören. Sie waren nicht bereit innezuhalten!

Für Jesus ein „no go“! Seine Zuhörer sollen das begreifen! Wir müssen das begreifen! Wer aus der Gnade Gottes lebt, für den ist ein barmherziger Umgang mit seinen Mitmenschen ein Muss.

 Das meint nicht die Augen verschließen vor Unrecht oder Sünde. Es meint, sich klar vor Augen halten, dass das eigene Leben von der Barmherzigkeit Gottes abhängig ist, die Jesus uns kundgetan hat. Dieses barmherzige Handeln Gottes in unserem Leben soll die Basis sein, auf der wir Entscheidungen treffen. Sonst wird es nichts mit der Ewigkeit bei Gott.

Das wollte der fragende Gesetzeslehrer von Jesus ja wissen, was er tun soll, um das ewige Leben zu erhalten. Die Antwort Jesu ist eindeutig. Sei ein Mitmensch!

In der Erzählung des Evangeliums ist es ein Samariter, der das begriffen hat und der Zeit und Geld einsetzte, um dem fremden Verletzten zu helfen.

Die Samariter waren ein Mischvolk und hatten wenig Ansehen im alten Israel. Doch dieser belächelte Mensch hat das Geheimnis der Barmherzigkeit Gottes begriffen. Sein Handeln ist ein Spiegel seiner Überzeugung. Unsere Zeit heute braucht solche Menschen, deren Handeln die Barmherzigkeit Gottes spiegelt. Bist Du einer von ihnen? Sei einer von ihnen!  Amen.

Liebe Grüße, Gott segne Euch und bleibt gesund.

Inge Clausonet

Müncheberg, den 24.4.20


 

Liebe Geschwister und Freunde der EFG Buckow- Müncheberg,

wieder ist eine Woche vorbei ohne eines unserer gewohnten Treffen in der Gemeinde. Eine Woche ohne Besuche von außer Haus wohnenden Kindern, Verwandten und Freunden. Wie lange noch?! Wir wissen es nicht.

Mir geht es in dieser Situation so, dass ich meine, die Situation der Jünger nach Ostern besser begreifen zu können. Die Zeit mit Jesus vor Karfreitag ist vorbei. Die Zeit nach Ostern und das Zusammensein mit Jesus in jenen Tagen, schwer zu verstehen. Die Aufgaben, auf die Jesus seine Jünger drei Jahre vorbereitete, irgendwie noch nicht greifbar. Kein Wunder, dass Thomas Zweifel plagten und er handfeste Beweise will. Johannes 20,19-29 Dem Bericht der zehn Jünger kann er nicht vertrauen. Illusorisch ist für ihn ihre Erzählung von der Auferstehung. Ist dieses Begehren von Thomas nicht Ausdruck von einer totalen Verunsicherung? Hat nicht mancher von uns ähnlich empfunden in den letzten Wochen mit den Corona-Verordnungen? Vertrautes ist weg. Die Realität unwirklich. Die Zukunft liegt im Ungewissen.

Solche Verunsicherung macht auch vor uns Christen nicht halt. Die Frage, die sich stellt: Was gibt mir Halt? Trägt der Glaube an Jesus Christus in dieser schwierigen Zeit? Hat die Kraft des Wortes Gottes Zugang zu meinen Sinnen? Aus Gesprächen mit meist hochbetagten Glaubensgeschwistern kann ich berichten, dass auswendig gelernte Bibelverse und Kirchenlieder diese in schweren Zeiten in ihrem Denken und Handeln prägte und sie so Kraft und Trost fanden, in schweren Zeiten und in den Herausforderungen ihres Alltag.

Was mag Thomas so verunsichert haben? Das Sterben Jesu? Die Auferstehung Jesu? Die Angst vor der Zukunft? Alles zusammen? Die Bibel erzählt uns, wie Jesus auf die Verunsicherung des Thomas reagierte: „Reiche deine Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite.“ Thomas bekommt eine extra Lehreinheit von Jesus, damit er glauben kann. Eine ganz persönliche und individuelle, die er versteht. Die ihm hilft, seinen Wirrwarr im Kopf, der möglicherweise durch Wissen, Erleben und Fragen entstand, aufzulösen. Wie sehr muss Jesus Thomas schätzen und lieben, um ihm so zu begegnen?

Die Antwort: So sehr, dass Jesus ein ganz besonderes Erlebnis für Thomas bereit hält, das ihm hilft, seine Zweifel zu überwinden.

Das darf dir und mir in unseren Zweifeln heute Mut machen. Jesus wird sich auch uns so zuwenden, dass wir glauben können. Es gibt also keine menschliche Erschütterung, die so groß ist, dass Jesus uns nicht helfen kann.

Das ist die gute Botschaft: Jesus ist da in deiner Not. Jesus hilft dir in deiner Not. Jesus kennt einen Weg in deiner Not, um sie zu lösen.

Für Thomas hat die Extralektion mit Jesus Klarheit gebracht, er konnte wieder glauben und bekennt: „Mein Herr und mein Gott!“

Du kannst also etwas lernen vom Umgang Jesu mit Thomas: Mit deinen Zweifeln, Sorgen und Nöten darfst du zu Jesus kommen. Praktisch angewandt meint das, alles im Gebet vor Jesus aussprechen. Alles, was dein Herz bedrückt. Du kannst auf seine Hilfe vertrauen. Das lässt auch dich im Glauben froh werden, damit du so wie Thomas bekennen kannst: Jesus ist mein Herr und Gott. Amen!

Ich wünsche ein gesegnetes Wochenende

Inge Clausonet

Müncheberg, 18.4.20


 

aufgeschlagene Bibel mit Stift

Liebe Freunde und Mitglieder der EFG Buckow-Müncheberg!

Seit Jahrhunderten singen Christen an Ostern das Lied: „Christ ist erstanden von der Marter alle, des sollen wir alle fröhlich sein, Christ soll unser Trost sein, Kyrieleis. Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen; seit dass er erstanden ist, so loben wir den Vater Jesu Christ, Kyrieleis.“

Ein Freudengesang aus Passau um 1090 nach Chr. Es sind also schon sehr viele Jahre, dass Christen an Ostern jubeln über die Auferstehung Jesu. In diesem Jahr überwiegend zu Hause und nicht in unseren Gottesdiensträumen. Eine Krise zwingt uns zum Innehalten und Umdenken. Ähnliches mögen die Frauen empfunden haben in Jerusalem, als sie am Ostermorgen vor dem leeren Grab standen. Die Ereignisse zwangen auch sie zum Umdenken. Wo ist der Leichnam? Was kann ein Mensch denn denken, wenn er an ein Grab kommt, wo der Verstorbene, der in dieses Grab gelegt wurde, fehlt, weg ist? Ihre Gedanken kreisen und versuchen eine Erklärung zu finden. Könnten Leichenschänder am Werk gewesen sein? Menschlich gedacht. Die Worte eines Engels am Grab sollen die Gedanken der Grabbesucher in eine neue Richtung lenken. Sie werden durch ihn an die Aussagen Jesu erinnert: „er ist nicht hier, er ist auferstanden, wie er gesagt hat.“ Mindestens einen Menschen kannten die Grabbesucher, der tot war und durch Jesus ins Leben zurück kam, Lazarus. Jesus selbst hat ihnen dieses Beispiel gegeben. Allerdings scheint der Anblick des leeren Grabes ihre Gedanken und ihre Gefühle so durcheinander gebracht zu haben, dass sie nicht mehr in der Lage waren logisch zu denken und sich zu erinnern.

Würde es uns anders ergehen? Ich denke nicht. Die Situation war so unvorstellbar, dass der Menschenverstand nicht mehr klar denken konnte. Was für ein gnädiges Handeln Gottes, den so verunsicherten Menschen am Grab einen Engel zu schicken. Was für ein Glück, dass der auferstandene Jesus sich ihnen selbst zeigte und sie den Herrn erkannten. Welch Ausdruck der Liebe waren all die Naturereignisse am Ostermorgen. Die durch die Erlebnisse jener Tage verängstigten und verunsicherten Menschen fassten neuen Mut. Sie erkannten: Ja, der Herr ist auferstanden! Das ist auch für uns heute ein Mutmachbeispiel. Nicht nur die Menschen damals wurden von Jesus getröstet, auch wir werden von dem Auferstandenen getröstet in den Krisen unseres Lebens. Er begegnet uns so, dass unsere Sinne und unsere Seele den Auferstandenen erkennen. Der Glaube an die Auferstehung ist das „Einstellungsmerkmal“ für jeden Christen! Auferstehung ist ein Glaubensgeheimnis und dem zugänglich, der glaubt. Verstehensfragen in dieser Sache entspringen unserem menschlichen Denken. Im Umgang mit Gott muss das allerdings kapitulieren. Wir können Handeln Gottes nicht im Ganzen verstehen oder erklären. Die Bibel lehrt uns den Weg des Glaubens. So wird uns das Geheimnis der Auferstehung zugänglich und wir entdecken: Der Auferstandene liebt uns, hat uns die Chance auf ein Leben unter neuem Vorzeichen erkauft durch sein Leiden und Sterben auf Golgatha. So lade ich ein, dem Geheimnis der Auferstehung zu glauben und die Güte unseres Gottes im eigenen Leben zu erfahren.

Ich wünsche allen gesegnete Osterfeiertage und bleibt gesund.

Liebe Grüße

Inge Clausonet

Müncheberg, den 11.4.20

hier sind die Bibeltexte: Matthäus 27,62-66 und Matthäus 28,1-10


 

 

 

Liebe Mitglieder und Freunde der EFG Buckow- Müncheberg!

Am Karfreitag 2020 sitzen wir nicht wie in den letzten Jahren im Gottesdienstraum und feiern miteinander das Abendmahl und erinnern an das Leiden und Sterben Jesu. Dieses Jahr ist alles anders – zumindest äußerlich. Unser Glaube an Jesus Christus wird durch die Pandemieerlasse nicht beeinträchtigt. Er trägt und hält uns in diesen ungewöhnlichen Tagen. Gibt Kraft und Mut für all die Herausforderungen unserer Zeit.

In diesem Jahr möchte ich mit Euch eine Predigt zu Karfreitag teilen, die sich seit den 80er Jahren in meinen Unterlagen befindet und mir immer wieder zum Segen wird. Sie stammt aus einem Lesegottesdienst von 1987 und ist von einem Pfarrer Zademach. Den Bibeltext findet ihr hier: Lukas 23, 33-49.

Sorgfältig und bis ins Detail schildert der Evangelist Lukas die Kreuzigung Jesu. In seiner Fülle mag dieser Bericht manch einem etwas erdrückend erscheinen. Deshalb ist es wohl angebracht, diese dramatische Geschichte ein wenig aufzuschlüsseln und damit überschaubarer zu machen. Am besten eignen sich dazu vielleicht die drei Sätze, die Jesus selber spricht:

„Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!“

Vergebung in dieser Situation, Vergebung diesen Unmenschen für ihre Untaten! Rein menschlich gesehen übersteigt das bei weitem unsere Vorstellungskraft. Dieses Wort von der Vergebung ist ja an alle die gerichtet, die zur Verurteilung beigetragen haben. Es gilt den Hohenpriestern und den Oberen der Juden, die das Volk aufgeheizt hatten. Es gilt dem König Herodes, vor dem Jesus geschwiegen hatte; als Zeichen seiner Verachtung und Verspottung hatte Herodes Jesus ein weißes Kleid – den nationaljüdischen Königsornat – anlegen lassen und ihn zu Pilatus zurück geschickt. Das Wort von der Vergebung gilt dem Statthalter Pontius Pilatus, der schließlich doch das Todesurteil sprach, weil er dem Druck des jüdischen Hohen Rates und dem Geschrei der Volksmassen nicht länger widerstehen konnte. Diese Vergebung gilt auch den Kriegsknechten, die Jesus mit zwei Schwerverbrechern zum Hügel Golgatha gebracht hatten. Mit wenigen Worten schildert Lukas die Kreuzigung Jesu und der beiden Übeltäter. Hier fällt das Wort: „ Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!“

Dieses große, für uns eigentlich unfassbare Wort von der Vergebung steht nun über alledem, was jetzt um den Gekreuzigten herum geschieht. Die Kriegsknechte verteilen Jesu Kleider untereinander; sie verlosen sie und würfeln darum. Grausamer Spott liegt in all diesen Einzelheiten; er gipfelt in dem Satz: ER, der Christus möge sich doch bitte selbst helfen. Auch die Inschrift auf der Tafel am Kreuz ist im Grunde ja eisiger Hohn: „Jesus, der Nazarener, König der Juden.“ Denn Jesus hatte ja nicht wie ein König geherrscht mit Macht und Härte, mit Glanz und Prunk; seine „Insignien“ waren ja Liebe, Barmherzigkeit und Leiden.

Mitten in der verwirrenden Vielfalt dieses Geschehens steht ein kleiner Satz: „Und das Volk stand und sah zu.“ Auch der umstehenden Menge gilt das Wort von der Vergebung. Zum Schluss vollendet Jesus, was er Zeit seines Lebens getan hatte. Wie oft hat Jesus dieses Wort gesprochen! Dem Gichtbrüchigen sagte er: „Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.“ Der großen Sünderin ruft er tröstend zu: „ Dir sind deine Sünden vergeben, gehe hin in Frieden!“ Dieses Wort von der Vergebung gilt auch uns. Auch wir gehören ja wohl zu dem Volk der umstehenden Zuschauer. Aber wehe uns, wenn wir nur umher stehen und zuschauen! Dieses Wort von der Vergebung gilt uns wirklich: es will uns treffen und auf uns einwirken. Einwirken, so wie Jesus es uns im Vater unser gelehrt hat: „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. “Mögen wir unter dem Kreuz innehalten und ein jeder für sich nachdenken, ob er schuldig geworden ist, damit er Vergebung erfährt und anderen vergeben kann.

„Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradiese sein.“

Dieses zweite Wort des Gekreuzigten führt die Linie der Vergebung geradewegs weiter bis zu ihrem Zielpunkt.

Christus hängt ja mitten zwischen zwei Verbrechern, zwei Schächern, also wohl Mördern. Der eine stimmt ein in die Lästerungen, die Jesus über sich ergehen lassen muss. Er fragt ihn: „Bist du nicht der Christus? Hilf dir selbst und uns!“ Diese Frage des ersten Verbrechers ist sicher nicht erfunden; sie spiegelt vielmehr den geradezu anmaßenden menschlichen Starrsinn wider, der selbst in der Stunde des Todes nichts von Gott wissen will.

Der zweite Verbrecher weist ihn zurecht mit der Frage: „Fürchtest du dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammnis bist? Und wir sind mit Recht darin, denn wir empfangen, was unsere Taten wert sind; dieser aber hat nichts unrechtes getan.“ Und er spricht weiter: „Jesus, gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommst!“ Und da bekommt er die Antwort:“ Wahrlich ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradiese sein.“ Das Geheimnisvolle an diesem Satz liegt in dem Wort „Heute“. Dieses „Heute“ bezeichnet ja wohl mehr als das, was wir gemeinhin mit „sogleich“, „sofort“ oder „jetzt“ auszudrücken versuchen. Was hier gemeint ist, das lässt sich vielleicht bezeichnen als die „Gegenwart der Ewigkeit“. Es ist ein Zeitbegriff aus dem Blickwinkel Gottes. Er erklärt die Vergangenheit für überwunden und verweist auf eine schon anbrechende Zukunft, in der etwas ganz Neues geschehen wird: Das Zusammensein mit Jesus.

Jesus verheißt dem Schächer das, was er uns -wiederum im Vaterunser- zu glauben, hoffen und bitten gelehrt hat: „Dein Reich komme!“ Auf uns kommt die Erneuerung der Welt zu, in der wir mit Jesus in Gemeinschaft leben. Der Apostel Paulus drückt das so aus: Das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden.“

Und ganz einfach: „Wir werden bei dem Herrn sein allezeit.“ Ganz intuitiv hat das der große holländische Maler Rembrandt wohl richtig empfunden und dargestellt. In einer Kreuzigungsszene verbleibt der höhnende Missetäter in einem  kaum aufgegliederten Dunkel. Auf den anderen Schächer lässt er dagegen einen hellen Strahl überirdischen Lichtes fallen. Rembrandt hat erkannt und gespürt, wie nahe hier Tod und Auferstehung beieinander liegen.

„Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände!“

Das letzte Wort, das Jesus vom Kreuz herab spricht, ist das des sterbenden Christus. Es wird begleitet von merkwürdigen Zeichen; sie sollen wohl die Betroffenheit nicht nur der Menschen, sondern auch der ganzen Natur, ja des Kosmos, von diesem Ereignis zu Ausdruck bringen.

Dieses Wort ist ein Gebet und stammt ursprünglich aus dem 31. Psalm. Jesus betet also in seiner Sterbestunde ein Psalmwort Es ist all denen bekannt und vertraut, die in der Tradition des jüdischen Volkes leben, dem ja auch Jesus angehört. Dieses Gebet zeugt von einem uneingeschränkten Vertrauen zu dem, an den diese Worte gerichtet sind. Deshalb ist dieses Gebet auch kein Hilfeschrei, lein letzter Versuch längst Beschlossenes  wenn möglich doch noch zu vermeiden, sondern dieses Gebet schließt ein volles Ja auch zu diesem letzten Weg ein, der  ihm vorgegeben und bestimmt ist.

Die Kunst des Sterbens beherrscht wohl nur derjenige, der wie Jesus um dieses letzte Ziel des Lebens weiß, das sich in dem einen Wort „Vater“ artikuliert. „Vater“ ist das Schlüsselwort des Lebens und Sterbens Jesu. Diese ganz persönliche Bindung ist unauflösbar. Der Sohn hat den Willen des Vaters gehorsam erfüllt; jetzt muss sich das Vertrauen, das er ihm stets und in allem entgegengebracht hat, auch in der Sterbestunde bewähren.

An dieser Stelle schließt sich der Kreis, der mit jenem seltsamen Wort begann, das der zwölfjährige Jesus im Tempel spricht: „Muss ich nicht sein in dem, das meines Vaters ist?“ Und hält nicht derselbe Jesus nach seiner Auferstehung den Jüngern von Emmaus vor: „Musste nicht Christus solches leiden und zu seiner Herrlichkeit eingehen?“ Das ganze Leben und Leiden Jesu ist durchdrungen von diesem göttlichen „Muss“, dessen Geheimnis wir mit unserem Verstand nicht erfassen können.

Mit diesem Gebet legt Jesus seine ganze Existenz in die Hände dessen zurück, dem er alles verdankte. Ebenso wie das Wort der Vergebung an den Schächer lässt auch die Gebetshaltung und diese Gebetsrichtung bereits etwas davon ahnen, wie durch alle Schrecken des Kreuzes neue Hoffnung aufleuchtet. Über dem Ort schmählichster Erniedrigung liegt der Glanz neuer und dann unumstößlicher Erhöhung. Gottes Sohn kehrt heim zum Vater.

Die Grenze zwischen Karfreitag und Ostern scheint hier nahezu überschritten. Die unheile Welt ist nicht Gottes Wille, sondern sie wird abgelöst in einem neuen Schöpfungsakt durch eine heile Welt, die der Auferstandene am dritten Tag den Ängstlichen, Zagenden, Trauernden, aber auch Zweiflern und Spöttern  bezeugen wird. Diese Spannung zwischen Karfreitag und Ostern gilt es auszuhalten: im persönlichen Leben wie auch in der Verantwortung für die Welt, in der wir leben. Diese Spannung lässt sich aushalten im Gebet und Aufblick zu dem, der auch in der dunkelsten Stunde die Kraft hatte, sich ganz der Geborgenheit des Vaters anzuvertrauen. Amen!

Ich wünsche allen einen gesegneten Karfreitag und bleibt gesund.

Liebe Grüße

Inge Clausonet

Müncheberg, den 9.4.20


 

 

Liebe Mitglieder und Freunde der Evangelisch – Freikirchlichen Gemeinde Buckow – Müncheberg!

Morgen ist Palmsonntag, der Sonntag vor Ostern!

Bis heute habe ich eine lebendige Erinnerung an ein Brauchtum aus Kindertagen zu Palmsonntag. Bestimmt eine Woche bastelten wir fünf Geschwister mit Unterstützung unserer Großeltern und Eltern an einem „Palmen“ zu diesem Tag. Dieser „Palmen“ war kein abgeschnittenes Blatt einer Palme sondern eine geschmückte Tannenbaumspitze, die an eine etwa acht Meter lange Holzstange montiert wurde. Die Zweige wurden kunstvoll gebogen und mit bunten Bändern geschmückt. Zum Schmuck gehörte ein aus Holz gearbeitetes Lamm, das Symbol für Jesus, dem Lamm Gottes. Sowie das Christusmonogramm IHS.

Sonntag früh ist das fertige Schmuckstück an zwei Fahrräder gebunden worden und fünf Kilometer bis zur Kirche, mit viel Kraft, immer bergauf, geschoben worden. Am Ziel fand es, zwischen vielen anderen „Palmen“, im Kirchhof seinen Platz.

Während des Gottesdienstes wurde einer der Evangelien-Texte, vom Einzug Jesu in Jerusalem gelesen. An der Stelle, wo von der jubelnden Menschenmenge berichtet wird, wünschte ich mir als Kind, dabei gewesen zu sein, damals in Jerusalem. Rückblickend ist mir dieses Brauchtum ein Krückstock auf meinem Weg zu Jesus gewesen.

Jetzt der Evangelien-Text aus Markus 11,1-11, Jesu Einzug in Jerusalem

111 Als sie nicht mehr weit von Jerusalem entfernt waren, kurz vor Betfage und Betanien am Ölberg, schickte Jesus zwei seiner Jünger voraus. 

2 Er gab ihnen folgende Anweisung: »Geht in das Dorf, das ihr vor euch seht. Gleich beim Ortseingang werdet ihr einen Esel finden, der angebunden ist, ein junges Tier, auf dem noch nie ein Mensch geritten ist. Bindet es los und bringt es her. 

3 Und sollte euch jemand fragen, warum ihr das tut, dann antwortet: ›Der Herr braucht das Tier; er wird es nachher sofort wieder zurückbringen lassen.‹«

4 Die beiden machten sich auf den Weg und fanden tatsächlich draußen auf der Gasse einen jungen Esel an einem Tor angebunden. Als sie ihn losmachten, 

5 fragten einige, die dort standen: »Was tut ihr da? Warum bindet ihr das Tier los?« 

6 Sie antworteten so, wie Jesus es ihnen gesagt hatte, und man ließ sie gewähren.

7 Sie brachten den Esel zu Jesus, legten ihre Mäntel über das Tier, und er setzte sich darauf. 

8 Viele breiteten ihre Mäntel auf dem Weg aus; andere hieben auf den Feldern Zweige von den Bäumen ab und legten sie auf den Weg. 

9 Vor und hinter Jesus drängten sich die Menschen und riefen: »Gepriesen sei Gott! ›Gesegnet sei er, der im Namen des Herrn kommt!‹ 

10 Gesegnet sei das Reich unseres Vaters David, das ´nun` kommt! Gepriesen sei Gott in der Höhe!« 

11 So zog Jesus in Jerusalem ein. Er ging in den Tempel und sah sich dort alles an. Dann kehrte er, da es inzwischen spät geworden war, mit den Zwölf nach Betanien zurück.

Nach der Salbung Jesu in Betanien ist der Einzug in Jerusalem ein zweites Ereignis, bei dem die Person Jesus im Mittelpunkt steht. Wie einem König wird ihm gehuldigt und er lässt es geschehen. Fast befremdlich, da in den allermeisten Berichten der Evangelien Jesus Menschen, die Hilfe nötig haben, ins Zentrum des Geschehens rückt. An dieser Stelle gewährt der Geist Gottes der Jüngerschaft einen Blick auf die Gottheit Jesu.

„Gepriesen sei Gott!

Gesegnet sei er, der im Namen des Herrn kommt!

Gesegnet sei das Reich unseres Vaters David, das nun kommt!

Gepriesen sei Gott in der Höhe!“

Mit diesen Worten huldigten sie ihm. Alle, auch die Schriftgelehrten und Pharisäer, die Jesus nach dem Leben trachteten, mussten es noch einmal hören, Jesus ist nicht nur Rabbi und Prophet. Er ist die Verheißung des himmlischen Vaters, der Mensch gewordene Sohn Gottes. Der Messias, der gekommen ist, um sein Volk zu erlösen. Der Heiland für alle Menschen, die Erlösung von ihren Sünden suchen.

Ob die Gefolgschaft Jesu die Bedeutung ihrer Huldigungsrufe verstand, ist nicht zu erkennen. Die Bibelkundigen Pharisäer und Schriftgelehrten hingegen wussten um die Verheißungen und Prophetien der Heiligen Schriften. Sie kannten die zitierten Psalm-Worte. Allerdings verfolgten sie ein anderes Ziel. Mit einer „List“(Markus 14,1+2) wollten sie Jesus gefangen nehmen. Für sie wiegelte er das Volk auf und störte ihre religiöse Ordnung. Sie fühlten sich von ihm in Frage gestellt. Das wollten sie sich nicht gefallen lassen und wehrten sich mit allen Mitteln dagegen, auch mit unfairen. Diese frommen Menschen machen das Wesen der Sünde zum Maßstab ihres Denkens und Handelns. Gedanken, dass ihre Meinung falsch sein könnte, lassen sie nicht zu. Die Bibel spricht in dem Fall von einem Herzen aus Stein. Sie haben einen von der Sünde verstellten Blick. Hier sind es Menschen, die die Bibel kennen, die Böses suchen. Ein erschreckender Gedanke, mit so einem verhärteten Herz zu leben. Das Reden des Geistes Gottes findet kein Gehör mehr.

Was sie alle nicht denken konnten, Gottes Heilshandeln für uns Menschen, konnten ihre bösen Gedanken und Taten nicht beeinflussen. Karfreitag und Ostern sind nur einen Steinwurf weit weg!

Ich möchte diesen Brief mit einem Gebet von Dietrich Bonhoeffer schließen:

Barmherziger Gott
vergib mir alles, was ich an dir
und an Menschen gesündigt habe.
Ich traue deiner Gnade
und gebe mein Leben ganz in deine Hand.
mache du mit mir,
wie es dir gefällt und wie es gut für mich ist.

Ob ich lebe oder sterbe,
ich bin bei dir und du bist bei mir, mein Gott.
Herr, ich warte auf Dein Reich und Dein Heil.
Amen!

Noch ein Tipp für einen besonderen Ostergottesdienst:

Bundesgottesdienst zu Ostersonntag

Live-Stream aus der EFG Berlin-Schöneberg

Dieses Jahr können wegen der Coronakrise keine Ostergottesdienste stattfinden, zu denen Gemeinden in ihren Gemeindehäusern zusammenkommen. Es ist eine besondere Zeit. An Ostern, am höchsten Feiertag der Christenheit, lädt der BEFG zu einem Bundes-Videogottesdienst ein, der aus der EFG Berlin-Schöneberg gestreamt werden soll. Pastorin Dagmar Wegener, BEFG-Präsident Michael Noss und Generalsekretär Christoph Stiba werden diesen Gottesdienst gemeinsam gestalten. Alle sind herzlich eingeladen, Bundesgemeinschaft zu erleben: am 12. April ab 11:00 Uhr. Zu Ostern soll gemeinsam gefeiert werden, dass die größte Krise, der Tod, bereits überwunden wurde. Neben der Osterpredigt werden unterschiedliche Personen in einem Interview über ihre Hoffnung berichten. Und auch im Vorfeld wurden bereits Personen aus dem Bund gefragt, wie sie Gemeinschaft in dieser besonderen Zeit gestalten und welche Ideen sie ausprobiert haben.

Wir haben als Bundesgemeinschaft die Möglichkeit ALLE an einem Gottesdienst teilzunehmen!

Liebe Grüße und ein gesegnetes Wochenende.

Inge Clausonet

Müncheberg, den 4.4.20


 

Liebe Mitglieder und Freunde der Evangelisch – Freikirchlichen Gemeinde Buckow - Müncheberg,

diese Grafik von Herbert Seidel stellt eine bewegende Begegnung zwischen Jesus und seinen Freunden dar. Miteinander feiern sie das Leben. Das Wunder der Auferweckung des Lazarus wurde ganz orientalisch mit einem Festessen unter Freunden im Haus von Martha, Maria und Lazarus gefeiert. Jesus wurde dabei eine besondere Ehre zu Teil, eine Salbung mit kostbarem Öl. Freude und Dank über das Wunder, das Jesus im Leben von Lazarus wirkte, waren bestimmt der Grund für diese Ehrung. Ein halber Liter Nardenöl hatte den Geldwert eines Jahresgehaltes. Diese Großzügigkeit Marias löste unter den Gästen eine Diskussion aus. Eine Wertediskussion, wie wir es heute kennen. Ist es richtig, dass einem Menschen so viel Vermögen zukommt? Hätte die Hälfte nicht auch ausgereicht? Hätte man nicht ganz darauf verzichten können? Mit dem Verkauf der Kostbarkeit ein soziales Projekt starten, das vielen Menschen das Leben erleichtert? Es erweckt den Eindruck, dass aus dem Tischgespräch in festlicher Runde eine Talkrunde wurde, wie wir sie heute aus dem Fernsehen kennen. Wer ist was wert und was darf er/ es kosten? In dieser Woche entschieden die Politiker unseres Landes über astronomische Geldmengen, die eingesetzt werden sollen um die Arbeitsleistung von Bürgern zu würdigen. Auch eine Wertefrage. Egal unter welchem Aspekt Wertethemen diskutiert werden, der Ehrengast Jesus rückt seinen Maßstab in den Mittelpunkt: Menschlichkeit und Nächstenliebe.

In der Grafik von Seidel wenden sich Menschen mit dem Gesicht der sitzenden Person zu. Sie sehen das Handeln der Frau. Im Johannesevangelium lesen wir, dass diese ein Vermögen investierte um den zu ehren, der das Wunder an ihrem Bruder wirkte. Was die Frau wohl nicht ahnen konnte, dass die Salbung für Jesus eine Wohltat war, die ihm Kraft gab für seine nächste Wegstrecke, den Weg nach Golgatha.

So ist das mit Werken der Nächstenliebe, sie sind eine Wohltat für den, dem sie gelten und ein Segen für den, der sie wagt.

Habet acht aufeinander, ist ein Aufruf Jesu an seine Nachfolger. In diesen schwierigen Zeiten wollen wir mit Werken der Liebe aufeinander achthaben.

Soweit mir aus Telefonaten mit Gemeindemitgliedern und Freunden der Gemeinde bekannt ist, sind alle gesund. Jeder versucht auf seine Weise, mit der Krisensituation klar zu kommen.

Über den Bund und die Evangelische Allianz werden wir Christen aufgerufen zum Gebet.

Hinweise auf Online-Gottesdienste finden sich auf der Internetseite unserer Gemeinde.

Ich wünsche allen ein gesegnetes Wochenende und bleibt behütet.

Inge Clausonet

Müncheberg, 28.3.20

Die Salbung Jesu in Bethanien

1 Sechs Tage vor dem Passafest kam Jesus nach Betanien, wo Lazarus war, den Jesus auferweckt hatte von den Toten. 2 Dort machten sie ihm ein Mahl, und Marta diente bei Tisch; Lazarus aber war einer von denen, die mit ihm zu Tisch saßen. 3 Da nahm Maria ein Pfund Salböl von unverfälschter, kostbarer Narde und salbte die Füße Jesu und trocknete mit ihrem Haar seine Füße; das Haus aber wurde erfüllt vom Duft des Öls. 4 Da sprach einer seiner Jünger, Judas Iskariot, der ihn hernach verriet: 5 Warum wurde dieses Öl nicht für dreihundert Silbergroschen verkauft und das Geld den Armen gegeben? 6 Das sagte er aber nicht, weil ihm an den Armen lag, sondern er war ein Dieb; er hatte den Geldbeutel und nahm an sich, was gegeben wurde. 7 Da sprach Jesus: Lass sie. Es soll gelten für den Tag meines Begräbnisses. 8 Denn Arme habt ihr allezeit bei euch; mich aber habt ihr nicht allezeit. 9 Da erfuhr eine große Menge der Juden, dass er dort war, und sie kamen nicht allein um Jesu willen, sondern um auch Lazarus zu sehen, den er von den Toten erweckt hatte. 10 Aber die Hohenpriester beschlossen, auch Lazarus zu töten; 11 denn um seinetwillen gingen viele Juden hin und glaubten an Jesus. Johannes 12,1-9


 

Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem Herrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe.
Psalm 91,1+2

Liebe Mitglieder und Freunde der Baptistengemeinde Buckow – Müncheberg!
Das haben wir vergangenen Sonntag wohl nicht denken können, als wir in Buckow Gottesdienst miteinander feierten, dass eine Woche später alle Gottesdienste in Deutschland ausfallen. Ein kleines Virus ist die Ursache. In einem Land, in dem Religionsfreiheit garantiert ist und für die persönliche Lebensgestaltung Individualismus in großen Lettern geschrieben wird, zwingt uns ein mikroskopisch kleines Lebewesen zum Stillstand. Eine befremdliche und beängstigende Situation. Gleichzeitig eine unglaubliche Demonstration der Kraft, die im Leben steckt. Wir erleben im Moment eine Situation, die uns zwingt etwas zu akzeptieren, das uns nicht gefällt und das wir nicht einfach aus dem Weg räumen können. Auf die Seite schieben lässt es sich auch nicht. Wir müssen uns dieser Situation stellen. Unsere eigene Meinung dazu ändert nichts an der Ausgangslage.
Durch die Akzeptanz und das Respektieren der behördlichen Anweisungen gelingt ein gewisser Schutz unseres eigenen Lebens und das unserer Mitmenschen. So lautet der fachkundige Rat.
Kinder Gottes haben in dieser Krisensituation ein Vorrecht: Die Zusage ihres Heilandes! „Siehe ich bin bei Euch“, das ruft Jesus all denen zu, die ihm nachfolgen. Diese Zusage gilt Dir und mir, trotz unserer menschlichen Angst, unserer Sorgen und Not. Sind wir mutig und vertrauen dem Herrn, der Herr aller Herren ist und der allem Lebendigen den Atem einhaucht.
Wir wissen nicht, ob jemand aus unserer Familie, dem Freundeskreis oder unserer Gemeinde an dem Virus erkrankt. Ob diese Person wieder genesen wird oder daran verstirbt. Eventuell trifft es uns auch selbst.
Eines wissen wir ganz sicher, wer dem Wort Gottes glaubt, ist in des Heilands Hand. Das Bild vom schützenden Schirm, im anfangs zitierten Psalm, ist ein Bild für den Schutz Gottes, das Bild dürfen wir auf uns anwenden. Das Wörtchen „wer“, kann durch den eigenen Namen ersetzt werden. So wird das Gebet des Psalmisten zu Deinem ganz persönlichen Gebet.
Beten füreinander ist in der Situation bestimmt eine gute Sache. Ebenso beten für die Verantwortlichen in Stadt und Land, für die medizinischen Fachkräfte und, und ….
Während der Gottesdienstzeit morgen bieten Radio und Fernsehen viele Möglichkeiten einen Gottesdienst zu hören.
Das Geläut der Glocken in unseren Städten darf eine Einladung zum kirchenübergreifenden Gebet sein.
Für alle Freunde des Internets, der Bund hat eine Seite, in der alle Gemeinden aufgeführt sind, die schon online Gottesdienst anbieten.
Über Telefon und Internet können alle miteinander in Kontakt bleiben. Niemand soll alleine sein in dieser Situation.
So wünsche ich Euch allen einen gesegneten Sonntag und seid Euch gewiss: „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Kraft des Heiligen Geistes, der euch Gemeinschaft untereinander schenkt, sei mit euch allen!“ (2.Kor.13,13)
Inge Clausonet
Müncheberg, den 21.3.20