Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

Wir sind Mitglied im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R. Darüber hinaus gehören wir, neben vielen weiteren Gemeinden, einem Landesverband an.



Hilfe nach Explosion in Beirut

Nach der verheerenden Explosion in Beirut sagt der BEFG weitere Hilfen zu und bitten um Gebetsunterstützung..

05.08.2020

Zuhause mitten in Wetter

Die ruhrkirche in Wetter wagt einen Neubau. Die Gemeinde hat das Gelände eines ehemaligen Autohaues gekauft..

03.08.2020

Bild: Iris Hamelmann -Pixabay

Liebe Mitglieder und Freunde der EFG Buckow-Müncheberg,

beim Räumen fand ich Ton, der vergangenes Jahr während der Bibelausstellung im Kinderprogramm verarbeitet wurde. Der Anblick des Klumpen Tones erinnerte mich an ein Bild, das die Bibel benutzt „Töpfer – Ton“

So betete der Prophet Jesaja in dem nach ihm benannten Buch in Kapitel 64,8: „Aber nun, Herr, du bist unser Vater; wir sind der Ton, du bist der Töpfer; und wir alle sind deiner Hände Werk“.

Wieder benutzt die Bibel ein bekanntes und vertrautes Bild aus dem Alltag um uns elementares Wissen über Gott und die Stellung des Menschen ihm gegenüber zu vermitteln.

 Lesen wir dazu Jeremia 18,1 - 17

Der Ton und der Töpfer1 Der Herr gab Jeremia eine weitere Botschaft. Er sprach: 2 »Geh zu der Werkstatt des Töpfers hinunter. Ich will dir dort etwas sagen.« 3 Ich ging zur Töpferwerkstatt und traf den Töpfer an seiner Töpferscheibe an. 4 Wenn ein Gefäß, an dem er arbeitete, seinen Erwartungen nicht entsprach, nahm er den Ton und formte ein neues Gefäß daraus, bis es genau so aussah, wie er es haben wollte. 5 Da sagte mir der Herr Folgendes: 6 »Israel, warum sollte ich es mit dir nicht genauso machen können wie dieser Töpfer? Wie der Ton in der Hand des Töpfers, so bist du in meiner Hand. 7 Manchmal drohe ich an, dass ich ein Volk oder ein Königreich ausrotten, vernichten und vom Erdboden vertilgen will. 8 Wenn die Menschen dann aber einsehen, dass ihre Taten schlecht waren, und daraufhin alles Böse lassen, werde ich meinen Entschluss ändern. Dann soll das Unheil, welches ich vorgesehen hatte, nicht über sie hereinbrechen. 9 Andererseits gilt aber auch: Wenn ich ankündige, dass ich ein Volk oder Königreich einpflanzen und gedeihen lassen will, 10 dieses Volk dann aber nur Böses tut und mir nicht gehorcht, dann soll all das Gute, das ich für dieses Volk geplant hatte, nicht eintreffen. 11 Deshalb, Jeremia, sollst du alle Männer von Juda warnen, ganz besonders aber die Bewohner Jerusalems. Sag ihnen: `So spricht der Herr: Ich plane Schreckliches und will Unheil über euch bringen. Aber kehrt doch um, und zwar jeder Einzelne von euch! Tut, was recht ist, und wendet euch von euren falschen Wegen ab!´ 12 Doch sie werden dir antworten: `Spar dir deine Worte! Wir wollen weiter so leben wie bisher - eigensinnig und böse, gerade, wie es uns unser Herz sagt.´« 13 Deshalb spricht der Herr: »Hört euch doch bei den anderen Völkern um, ob man so etwas schon erlebt hat! Israel hat Abscheuliches getan! 14 Schmilzt der Schnee jemals hoch oben im felsigen Gebirge des Libanon? Oder trocknen die eisigen Ströme je aus, die doch von fernen Quellen gespeist werden? 15 Aber mein Volk hat mich vergessen: Sie opfern nutzlosen Götzen. Diese verführten sie und brachten sie von den alten, guten Wegen ab, sodass mein Volk jetzt auf Trampelpfaden vor sich hin stolpert. 16 Deshalb ist ihr Land zu einem abschreckenden Beispiel geworden, zur Zielscheibe des Spottes. Wer daran vorbeikommt, graut sich und schüttelt entsetzt den Kopf. 17 Ich lasse Feinde über mein Volk kommen, die sie in alle Richtungen vertreiben werden, so, wie der Ostwind den Staub verweht. Wenn sie dann, an jenem Tag, in tiefster Not zu mir schreien werden, will ich ihnen meinen Rücken zuwenden und ihnen keine Hilfe zukommen lassen.«

So wie es einen Unterschied gibt zwischen dem Ton und dem Töpfer, so gibt es einen großen Unterschied zwischen dem Schöpfer und seinem Geschöpf.

Wenden wir uns zuerst dem Ton zu. Ton ist ein natürliches Material, aus dem seit Menschengedenken Alltagsgegenstände und Baumaterialien hergestellt werden. Je nach Qualität des Materiales taugt es zu Gegenständen, die leicht zerbrechlich sind oder die durch die entsprechende Bearbeitung über viele Jahrhunderte enorme Belastungen aushalten. Der Ton, mit dem Kinder kreative Dinge formen, trocknet schnell, sieht hübsch aus, wird schnell spröde und zerbricht leicht. Hingegen die Ziegelsteine, die einst hier in der Region produziert wurden, sorgen auch nach vielen Jahren für stabile Mauern an vielen Häusern in Müncheberg und Buckow.

Der Töpfer, er ist der Künstler, der eine Vorstellung hat, was er aus dem Material machen will. Er wird den Ton solange bearbeiten, bis das Ergebnis seinen Vorstellungen entspricht.

Der Ton kann nicht Töpfer sein. Der Töpfer wird nie Ton sein und dennoch gibt es eine Symbiose, ein Miteinander, eine Verbindung. Aus diesem Miteinander entsteht ein wunderbarer Gegenstand, der immer das Können des Töpfers abbildet.

Bleiben wir im Bild der Bibel, sie benutzt dieses, um das Verhältnis Gottes zu uns Menschen zu verdeutlichen. Es verdeutlicht, wie unsere Position zu Gott ist:

Wie Ton in der Hand des Töpfers. Das gilt für alle Menschen zu aller Zeit, auch für uns Christen. Paulus greift dieses Bild in Römer 9,20+21 auf: 20 Du Mensch, wer bist du eigentlich, dass du dir anmaßt, mit Gott zu streiten! »Sagt etwa ein Gefäß zu dem, der es geformt hat: ›Warum hast du mich so gemacht?‹« 21 Hat nicht der Töpfer alle Macht über den Ton? Er kann doch aus ein und demselben Tonklumpe verschiedene Gefäße herstellen: eine Schale für die Festtafel genauso wie einen Nachttopf.“ Es geht in diesem Bild um die Unterscheidung Gott, der Schöpfer und der Mensch, sein Geschöpf. Gott ist der Töpfer, das Geschöpf der Ton.

Es geht um Positionen, um Haltung, um Achtung, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Es geht um Stellung, Macht, um Gegeneinander und Miteinander. Liest man die Zusammenhänge in den biblischen Büchern, die Grund sind für diesen Vergleich, so wird deutlich, dass es der Mensch im Alten und Neuen Testament ist, der öfter vergisst, welche Position er im Umgang mit Gott hat. Durch das Geschenk des Glaubens, das Erleben der Versöhnung, die Zusage Gottes, Gotteskind zu sein, das Erfahren der Segnungen Gottes, kann es zu Situationen kommen, in denen wir uns überschätzen im Umgang mit Gott. Gott ist uns nah durch Jesus Christus, doch er ist immer Gott, er ist immer bei uns, doch immer Gott. Wir erleben ihn in unserem Alltag, immer ist es Gottes Handeln. Bei aller Vertrautheit, bei aller Verbundenheit, keiner von uns steht auf einer Stufe mit Gott. Die Bibel berichtet von Auflehnungen gegen Gott. Von gottesfürchtigen Menschen, die Gottes Handeln als ungerecht empfinden. Ich bin davon überzeugt, dass diese Fehleinschätzungen durch Täuschungen unserer menschlichen Sinne und Empfindungen zustande kommen. Unsre Gedanken gaukeln uns vor, wir könnten Herren sein. Plötzlich keimen im Herzen Gedanken wie: „Sollte Gott gesagt haben?“ Es entstehen Situationen, in denen uns gesagt werden muss wie einst Kain: Achtung, die Sünde lauert vor deiner Tür! Paulus ermahnt jeden Gläubigen im Galaterbrief: Wer da meint, er stehe, der sehe zu, dass er nicht falle! Wir können Situationen durchleben, die wie Weggabelungen sind und an denen wir falsch abbiegen können. Ist das geschehen, wächst daraus Ungehorsam gegenüber Gottes Wort. Es mag eine persönliche Erfahrung sein, die mich zutiefst verletzt hat, dennoch fordert Gottes Wort mich auf zu vergeben – und dieses fällt meist nicht leicht. Manches Menschenherz trifft die Entscheidung, ich will einen eigenen Weg wählen und diesen gehen. Gottes Geist in diesen Situationen erinnert an Gottes Wort, an Jesu Handeln und ich Mensch wende und drehe mich in jede Richtung, nur nicht in die, in die mich Gottes Geist führen will. Dieses eigenwillige Handeln des Volkes Israels damals zur Zeit Jeremias führte dazu, dass Gott mit diesem Bild „Töpfer – Ton“ dem Volk deutlich machte, ihr sitzt nicht im Regiment. Gott urteilt über sein geliebtes Volk, euer Handeln ist böse. Ihr gehorcht meinem Wort nicht!
Dabei gehen sie immer noch in den Tempel und opfern, feiern die Feste und geben ein frommes Erscheinungsbild ab. Doch ihr Herz ist weit weg vom Herzen Gottes. Uns sagt Jesus im Johannesevangelium, wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben (Johannes 5,24). Die, die hören, was Jesus sagt, die, die seinem Wort glauben, die, die nach bestem Wissen und Gewissen handeln, die sind wie Ton in der Hand des Töpfers, aus dem dieser ein Gefäß töpfert, das ihm gefällt.

Wie betet Jesaja? „Du bist unser Vater; wir sind der Ton, du bist der Töpfer; und wir alle sind deiner Hände Werk“

Eine solche Einstellung reift dort, wo durch Buße und Umkehr das neue Leben in Jesus gelebt wird. Wo menschliche Werte und Vorstellungen im Licht des Wortes Gottes geprüft werden.
Bist du wie weicher Ton in der Hand des Töpfers?

Ich wünsche es für uns alle, dass wir durch die Gnade Gottes immer wieder zu dieser Position finden und alle, die uns sehen, erkennen, ja sie sind ein Werk aus Jesu Hand.

Amen

Allen Lesern der Predigt vom 26.7.20 wünsche ich eine gesegnete Woche.

Inge Clausonet

Müncheberg, 26.7.20