Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

Wir sind Mitglied im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R. Darüber hinaus gehören wir, neben vielen weiteren Gemeinden, einem Landesverband an.



Hilfe nach Explosion in Beirut

Nach der verheerenden Explosion in Beirut sagt der BEFG weitere Hilfen zu und bitten um Gebetsunterstützung..

05.08.2020

Zuhause mitten in Wetter

Die ruhrkirche in Wetter wagt einen Neubau. Die Gemeinde hat das Gelände eines ehemaligen Autohaues gekauft..

03.08.2020

Liebe Mitglieder und Freunde der EFG Buckow – Müncheberg!

Seit einem Jahr steht im Gemeindegarten in Buckow ein Feigenbaum. Der etwa 1,50 Meter hohe Baum ist schon einige Jahre alt und war eine großzügige Spende für den „Pflanzen der Bibel“-Garten während der Bibelausstellung. Mit dem Ankommen dieses Baumes taten sich Fragen auf. Wie pflegen? Wo soll der Baum überwintern? Wird er je Früchte tragen?

Diese und andere Fragen tauschten verschiedene Betrachter des Feigenbaumes aus. Da traf es sich gut, dass aus Syrien stammende Bekannte aus dem Umfeld der Gemeinde sich mit diesem im Orient beheimateten Feigenbaum bestens auskennen. An einer geschützten Stelle wurde er im Garten eingepflanzt und tatsächlich, er hat den Winter überlebt und seit ca. 12 Wochen wachsen kleine Feigen an dem Baum. Ob unser Klima in Ostbrandenburg ausreicht, damit süße Früchte an dem Baum reifen, wird sich noch herausstellen.
Als Anschauungsobjekt steht heute hier ein junger Ableger des Baumes, der noch seinen eigenen Garten sucht mit einem/er liebevollen Gärtner/in.

Feigenbäume sind öfter Thema in der Bibel, im Alten wie im Neuen Testament. Einer wird von Jesus zur Verdeutlichung einer wichtigen Wahrheit benutzt. Wir alle sollten uns diese Wahrheit ebenso verinnerlichen, oder wie man es umgangssprachlich ausdrückt, „Hinter die Ohren schreiben“.

Lukasevangelium Kapitel 13, 1-9: 1 Zu dieser Zeit erfuhr Jesus, dass Pilatus einige Leute aus Galiläa hatte ermorden lassen, während sie in Jerusalem im Tempel Opfer darbrachten. 2 »Meint ihr, diese Galiläer seien größere Sünder gewesen als andere Menschen in Galiläa?«, fragte er. »Glaubt ihr, dass sie deshalb leiden mussten? 3 Ganz und gar nicht! Ihr werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht von euren bösen Wegen abkehrt und euch Gott zuwendet. 4 Und was ist mit den achtzehn Männern, die starben, als der Turm von Siloah auf sie herabstürzte? Waren sie etwa die größten Sünder in Jerusalem? 5 Nein. Ich sage euch noch einmal: Wenn ihr nicht Reue zeigt und auf eurem Weg umkehrt, werdet ihr genauso umkommen.«

6 Dann erzählte Jesus folgendes Gleichnis: »Ein Mann pflanzte in seinem Garten einen Feigenbaum und kam von Zeit zu Zeit nachsehen, ob er schon Früchte trug, aber er wurde jedes Mal enttäuscht. 7 Schließlich sagte er zu seinem Gärtner: `Ich habe jetzt drei Jahre gewartet und noch keine einzige Feige gesehen! Fälle den Baum. Er beansprucht nur noch unnötig den Boden.´ 8 Der Gärtner erwiderte: `Gib ihm noch ein Jahr Zeit. Ich werde ihn besonders pflegen und kräftig düngen. 9 Wenn wir dann im nächsten Jahr Feigen ernten, gut. Wenn nicht, kannst du ihn fällen.´«

Die schrecklichen Ereignisse im Tempel und auf der Baustelle am Turm von Siloah waren Gesprächsstoff unter den Jüngern und den anderen Begleitern Jesu. Ganz nach Menschenart versuchten sie, den Grund und die Schuldfrage für die Katastrophen zu klären. Und so wie es bis in unsere Tage hinein in manchen christlichen Kreisen üblich ist, fanden Überlegungen statt, ob diese schrecklichen Ereignisse nicht die Folge einer besonders schlimmen Sünde der verunglückten Menschen sind. Somit als Strafe Gottes zu werten sind. Frei nach dem Motto: Selbst schuld, sie hätten ja ein gesetzestreues, Gott wohlgefälliges Leben führen können, dann …… Ja was dann!
Öfter wird nach schrecklichen Ereignissen das Sprichwort bemüht: „Wer die Gefahr sucht kommt darin um.“ Waren die Opfer solche Menschen? In Israel waren die Galiläer zu jener Zeit ein eher zweifelhafter Menschenschlag. „Was kann aus Galiläa schon Gutes kommen“, urteilten die frommen Juden auch über Jesus, der ebenfalls aus Nazareth in Galiläa stammt.
Stimmt, wer mit der Sünde spielt, unterschätzt oft ihre Kraft. Im Hebräerbrief gebraucht der Schreiber folgendes Beispiel, um die Wirkung der Sünde zu verdeutlichen: Sünde umstrickt den, der sich auf sie einlässt, so, wie die Spinne die Fliege im Netz. Eh sich diese versieht, ist sie eingewickelt von der Spinne, so dass sie sich nicht mehr befreien kann. Die Sünde hat eine zerstörerische Wirkung im Leben dessen, der mit ihr spielt oder sich auf sie einlässt. So sehr, dass es nur einen Weg gibt, sie loszuwerden und das ist die Erlösung, die Jesus für uns am Kreuz erkauft hat. Ihre lebenszerstörende Wirkung findet hier ihr Ende.

Jesus mischt sich in das Gespräch seiner Begleiter ein und durchkreuzt ihre Gedanken. 2 »Meint ihr, diese Galiläer seien größere Sünder gewesen als andere Menschen in Galiläa?«, fragte er. »Glaubt ihr, dass sie deshalb leiden mussten? 3 Ganz und gar nicht! Meint ihr (V2), glaubt ihr (V2b). Ganz und gar nicht!  Mit scharfen Worten durchkreuzt er ihr Denken! Ihr werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht von euren bösen Wegen abkehrt und euch Gott zuwendet. Wie, Jesus setzt die Verfehlungen seiner Nachfolger mit denen „großer“ Sünder gleich? Ihre Verfehlungen, wie zum Beispiel ein unausgesprochener Gedanke - am Maßstab der Bibel gemessen- bestimmt nicht immer frei von sündigen Vorstellungen, soll eine genauso schlimme Sünde sein, wie die Tat eines ausgeführten Gewaltverbrechens? Das kann doch nicht sein!? Jesus urteilt über beide, ihr seid Sünder, und das in einem Satz?
Der Maßstab, den Jesus anwendet, ist ein anderer als der, den wir Menschen gerne benutzen.

Wir beurteilen nach dem Ausmaß dessen, was wir sehen. Bewerten nach dem, was in unserer Werteskala als böse gilt und was nicht. Dabei fließen in unsere Wertvorstellungen biblische Maßstäbe genauso ein wie soziologische und kulturelle. Ganz anders urteilt Gott. Bei Gottes ist jede Form von Ungehorsam Sünde. Der Ungehorsam gegenüber seinem Wort ist Sünde. Ob der Ungehorsam in Gedanken stattfand oder zur Tat wurde, macht für die Schuldfrage gegenüber Gott keinen Unterschied. Römer 3,23 lehrt, alle Menschen sind Sünder vor Gott und brauchen die Erlösung durch Jesus Christus.
Zurück zum Evangeliums-Text. Jesus erklärt seinen Zuhörern: Es gibt keine kleinen und großen Sünder. Es gibt nicht den frommen und gottlosen Sünder. Sünde ist Sünde. Der lieblose Gedanke gegenüber einem Mitmenschen ist Sünde. Dabei unterscheidet Jesus nicht zwischen seinen Begleitern, den Galiläern oder den Tempelbesuchern. Was bedeutet das für mich? Jeder dem Wort Gottes zuwider handelnde Gedanke oder jede dem Wort Gottes zuwider handelnde Tat ist Sünde. Ob das Mäntelchen dessen, der sündigt, fromm ist oder gottlos ist, macht bei Gott keinen Unterschied. In beiden Fällen ist das Urteil Gottes gleich – Sünder! Die Folge: Keine Gemeinschaft mit Gott. Eine gestörte Gemeinschaft mit den Mitmenschen.

Wie viele sorgfältig vorbereitete Gottesdienste oder andere Gemeindeveranstaltungen werden zum „Geplärr“ nach Gottes Maßstab, weil ihnen die unvergebene Sünde der Teilnehmer den Segen Gottes raubt? Wie viele Kontakte zu Mitmenschen verlieren durch sündige Vorstellungen und Gedanken die Segenspur Gottes? Jesus macht seinen Zuhörern klar, hört auf, das zu bewerten, was anderen widerfahren ist, beurteilt euer eigens Leben im Licht des Wortes Gottes und bringt es in Ordnung, sucht Vergebung, kehrt um von falschen Wegen. Wer nicht umkehrt und keine Reue über seine eigene Sünde zeigt, kommt um. Wenn Jesus von „kommt um“ spricht, meint er nicht den Tod des irdischen Leibes, er spricht vom Tod, der durch die Sünde kommt. Dieser trennt uns von Gott. Römer 3,23 sagt, der Lohn der Sünde ist der Tod, die ewige Trennung von Gott.

An dieser Stelle endet die Erzählung Jesu nicht, sondern er erweitert sie um eine Beispielgeschichte. In dieser gibt es einen Besitzer, der einen Baum besitzt und dieser wird von einem Gärtner gepflegt.

Hören wir sie: »6 Ein Mann pflanzte in seinem Garten einen Feigenbaum und kam von Zeit zu Zeit nachsehen, ob er schon Früchte trug, aber er wurde jedes Mal enttäuscht. 7 Schließlich sagte er zu seinem Gärtner: `Ich habe jetzt drei Jahre gewartet und noch keine einzige Feige gesehen! Fälle den Baum. Er beansprucht nur noch unnötig den Boden. 8 Der Gärtner erwiderte: `Gib ihm noch ein Jahr Zeit. Ich werde ihn besonders pflegen und kräftig düngen. 9 Wenn wir dann im nächsten Jahr Feigen ernten, gut. Wenn nicht, kannst du ihn fällen. ´«

Ein Baum in einem Garten, der von einem Gärtner gepflegt wird, trägt keine Früchte. Das will der Eigentümer nicht tolerieren. Seine Feststellung: Der Baum ist nutzlos. Noch mehr, er schadet dem Boden! Was für ein hartes Urteil über einen mindestens drei Jahre alten Baum, der noch keine Früchte trägt.
Der Baum ein Bild für die Menschen, von denen Jesus umgeben ist. Manche ziehen seit zwei oder drei Jahren mit ihm durchs Land und noch immer denken sie so, als wäre Jesus nicht mitten unter ihnen. Sie zeigen keine Bereitschaft alte Vorurteile aufzugeben. Sie sind nicht bereit die Menschenfreundlichkeit Jesu zu übernehmen. Sind es Menschen, die das Vorbild Jesu sehen und nicht bereit sind, von ihm zu lernen? Scheinbar ist Jesus in dieser Situation von Menschen umgeben, die ein hartes Urteil über die Fehler ihrer Mitmenschen fällen, für ihre eigenen Vergehen allerdings einen großzügigen Maßstab beanspruchen. Der Besitzer ist ein Bild für Gott in seiner Gerechtigkeit und seinem vernichtenden Urteil über die Sünde!

Zum Glück gibt es in der Geschichte den Gärtner. Dieser wagt es, den Besitzer um Geduld für den Baum zu bitten – noch ein Jahr und nicht nur das, er will ihn noch besser pflegen und mehr düngen. Ein mutiger Vorschlag an den Frucht suchenden Eigentümer. Ein kostspieliger Vorschlag. Der Gärtner will Arbeitszeit und Dünger einbringen. Noch etwas ist erstaunlich an diesem Gärtner, er will den Baum nicht fällen, falls er ein Jahr später noch immer keine Frucht trägt, nein, er überlässt diese Entscheidung dem Besitzer! Hier haben wir einen Gärtner mit Herz! Der Gärtner ist ein Bild für Jesus, wie er für den Sünder vor Gott um Gnade fleht. Jesus, das Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt. Jesus, der Heiland, der nicht den Tod des Sünders will. Jesus, der gute Hirte, der sein Leben gibt für seine Schafe.

Im zweite Teil von Römer 3,23 heißt es: Die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in Jesus Christus. Das ist Gottes Wille im Umgang mit dem sündigen Menschen. Durch Jesus bietet er ihm Gnade an. Vom begnadigten Sünder erwartet Jesus einen gnädigen Umgang mit seinem Mitmenschen. Das ist die Frucht, die der Besitzer am Baum sucht. Für diese Frucht gibt der Gärtner alles! Diese Frucht hat ihre Grundlage in der Vergebung der Sünde und im Gehorsam gegenüber dem Wort Gottes. Das Neue Testament nennt diese Frucht die Frucht des Geistes Gottes (siehe Galater 5). Wieviel Früchte reifen in unserem Leben? Gott sucht diese Frucht bei jedem begnadigten Sünder. Die Erzählung Jesu hat ein offenes Ende. Sie lässt uns nicht wissen, wie es ein Jahr später um den Baum bestellt ist. Gut so! Es gibt heute noch Zugang zur Gnade Gottes! Das gibt dir und mir die Möglichkeit, heute um Vergebung zu bitten und unser Leben heute unter die Gnade Gottes zu stellen, damit die Frucht des Geistes Gottes in unserem Leben wächst und reift.

Amen.

Ich wünsche allen Lesern eine gesegnete Woche!

Inge Clausonet

Müncheberg, den 12.7.20