Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

Wir sind Mitglied im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R. Darüber hinaus gehören wir, neben vielen weiteren Gemeinden, einem Landesverband an.



Hilfe nach Explosion in Beirut

Nach der verheerenden Explosion in Beirut sagt der BEFG weitere Hilfen zu und bitten um Gebetsunterstützung..

05.08.2020

Zuhause mitten in Wetter

Die ruhrkirche in Wetter wagt einen Neubau. Die Gemeinde hat das Gelände eines ehemaligen Autohaues gekauft..

03.08.2020

Wollt ihr auch weggehen?

Wer heute in der Öffentlichkeit eine große Nummer ist, kann morgen schon auf Null abstürzen: „Heute Top – morgen Flop.“ „Erst gefeiert, dann gefeuert.“ „Ein
Schulterklopfen ist nur ein paar Rückenwirbel entfernt von einem Tritt in den Hintern ...“ (Victor Wilcox). Die ZDF-Moderatorin Eva Hermann galt nach einer Emnid-
Umfrage einmal als „beliebteste Moderatorin Deutschlands“. Doch als sie sich für die traditionelle Familie aus Mann, Frau und Kind aussprach und den radikalen
Feminismus kritisierte, war sie schnell weg vom Bildschirm. Oder denken wir an einen Parteivorsitzenden, der – gar nicht so lange her – euphorisch umjubelt und mit fast 100% gewählt wurde und nach einem rasanten Sympathie-Verlust in weniger als einem Jahr wieder zurücktrat. Seiner Nachfolgerin erging es ähnlich. Es gibt Stimmungsschwankungen, die atemberaubend sind.
Jesus hat das auch erlebt. Im Johannesevangelium (6,2) lesen wir, dass er ungeheuren Zulauf hatte. Warum? Johannes erklärt es uns: „... weil sie die
Wunder gesehen hatten, mit denen er Kranke heilte.“ Danach (V9) berichtet Johannes, wie Jesus mit nur fünf Brotfladen und zwei Fischen 5000 Menschen satt
machte. Da kannte die Begeisterung keine Grenzen mehr. Denn das war ja Sozialminister, Gesundheitsminister und Wirtschaftsminister in einer Person! Dazu
konnte er offensichtlich gratis ihre Grundversorgung absichern. Da wollten sie ihn sogar zu ihrem König machen. Aber Jesus ließ und lässt sich vor keinen Karren
spannen. Er ließ sie stehen und ging weg. Doch sie suchten ihn. (V25) „Als sie Jesus ... gefunden hatten, antwortete er ihnen: ‚Ich weiß,
weshalb ihr mich sucht: doch nur, weil ihr von mir Brot bekommen habt und satt geworden seid; nicht weil ihr verstanden hättet, was diese Wunder
bedeuten!‘“
Jesus sagt ihnen klipp und klar: Es geht euch doch nur um eure momentanen Bedürfnisse – die Hauptsache aber habt ihr nicht kapiert.
Die Wunder der Krankenheilungen und der Brotvermehrung durch Jesus waren nämlich keine reinen Wohltätigkeitsveranstaltungen. Im Kern waren sie vielmehr eine
Botschaft in der Zeichensprache Gottes. Und? Was wollte Gott damit sagen? Er wollte sie in eine verbindliche Glaubens-Beziehung zu Jesus bringen. Jesus spricht
es ja aus: „Nur eins erwartet Gott von euch: Ihr sollt an den glauben, den er gesandt hat.“
Gott will, dass wir uns auf ein Leben mit Jesus einlassen, in dem er das Sagen hat – und nicht mehr wir. Er sucht Nachfolger – nicht in dem Sinn, dass da einer die Arbeit
von einem Verstorbenen fortführt. Vielmehr in dem Sinn, dass ein Christ Jesus folgt wie ein Anhänger dem Auto. Doch die Leute ließen sich nicht auf Jesus ein. Er
bescheinigte ihnen: (36) „Doch ... ihr glaubt nicht an mich ...“ Mit Jesus sympathisieren und Vorteile daraus ziehen, ist also nicht schon Glauben.
Ja, Jesus kann zwar durch ein Wunder Brot für die Bäuche liefern. Vor allem aber ist er selber das „Brot des Lebens“ (V35), das vom Himmel gekommen ist. Als er das
gesagt hatte, gab es in der allgemeinen Stimmung einen Knacks. Alle standen vor der Frage: Jesus – mehr als nur ein Mensch? Sogar das Brot des Lebens?
Das war entweder eine unglaubliche Anmaßung oder eine wunderbare Wahrheit. Damit stellte Jesus die Leute vor eine Entscheidung. Nun mussten sie sich
entscheiden. So wie wir uns bis heute klar entscheiden müssen, für wen wir Jesus halten. Die einen spotten, andere zucken mit den Schultern, doch einige fangen
Feuer und folgen Jesus nach. Als den Leuten damals diese Konsequenz klar wurde, schlug die Stimmung um. Als sie verstanden, wie ernst Jesus es meint und dass Gott will, dass sie ihr gesamtes Leben nach Jesus ausrichten, gingen sie zu Jesus auf Distanz. Als Sahnehäubchen auf ihrem Leben hätten sie sich Jesus ja gefallen lassen, aber nicht als Umgestalter
und Bestimmer ihres Lebens. Sie riefen empört (V42): „Was? Das ist doch Jesus, Josefs Sohn. Wir kennen schließlich seinen Vater und seine Mutter. Wie kann er da behaupten: ‚Ich bin vom Himmel gekommen‘?“ (V43) „Jesus antwortete auf ihre Vorwürfe: ‚... (V47) Ich sage euch die Wahrheit: Wer an mich glaubt, der hat das ewige
Leben!“ Was Glauben bedeutet, beschreibt Jesus dann sehr handfest. Das Brot des Lebens ist zum Essen da. Was sonst? Darüber entbrannte unter seinen Hörern ein heftiger
Streit. Sie ereiferten sich darüber, wie wir denn Jesus essen könnten! Aber Jesus setzte noch einen drauf und ergänzte: (56) „Wer meinen Leib isst und
mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm.“ Jesus wusste doch, dass er seine Hörer auf die Palme bringt, wenn er davon spricht,
sein „Fleisch zu essen“ und sein „Blut zu trinken“. Warum tat er es dennoch? Weil er mit diesem krassen Vergleich verhindern wollte, dass es zum einen Ohr reinund
zum andern wieder rausgeht. Er trieb seinen Vergleich bewusst auf die Spitze, weil es hier um die Hauptsache geht. Es sollte sich unauslöschlich in ihr Gedächtnis
einprägen.
Mit Glauben meint Jesus immer „Glauben ganz und gar, mit Haut und Haar“, meint „Wenn schon, denn schon“, meint „Sei ganz mein oder lass es ganz sein“. Er will
eine solch enge Verbindung mit uns, dass er davon spricht, dass er „in uns“ ist und wir „in ihm“, wenn wir ihn wirklich aufnehmen. Inniger kann man sein Verhältnis zu
uns nicht ausdrücken. Er will unser ganzes Wesen verwandeln. Mit weniger begnügt sich Jesus nicht.
Spricht Jesus hier vielleicht indirekt vom Abendmahl, wie sogar manche Bibelausleger meinen? Nein, denn beim Abendmahl bleibt Brot immer Brot und Wein
immer Wein. Seinen Leib essen und sein Blut trinken wir also nur sinnbildlich. Wir wissen das durch Paulus, denn der sagt, dass wir das Abendmahl zum Gedächtnis
an Jesus feiern. Darum lehnen wir auch die katholische Lehre ab, als würden sich beim Abendmahl Brot und Wein tatsächlich in das Fleisch und Blut Christi
verwandeln. Nach dieser Lehre würde ja Jesus bei jedem Abendmahl wieder neu geopfert wie damals am Kreuz. Dagegen sagt der Hebräer-Brief (10,10) klipp und
klar, dass „Jesus Christus ein für allemal“ am Kreuz geopfert wurde.
Was berichtet Johannes weiter? (V66): „Nach dieser Rede wandten sich viele, die ihm gefolgt waren, von Jesus ab und gingen nicht mehr mit ihm.“
Erst Zulauf, dann Weglauf. Die Riesenversammlung von Tausenden löste sich auf. Die Leute packten ihre Sachen, schüttelten ihre Decken aus, legten sie zusammen,
nahmen ihre Kinder bei der Hand und gingen kopfschüttelnd nach Hause. Fassungslos sahen die Jünger ihnen nach. Das halten wir unbedingt fest: Beim christlichen Glauben geht es als Allererstes um Jesus. Denn ohne ihn kommt keiner zu Gott. Zu Gott gibt es keine Hintertür. Jesus ist die Tür zu Gott. Ohne Jesus ist der Glaube nur religiös. Christlich wird er erst durch Jesus Christus in der Mitte.
Den Stimmungsumschwung können wir auch heute erleben: Solange wir nur allgemein vom Glauben sprechen; von einem Gott, der uns alle liebt und uns am
besten lässt, wie wir sind; solange wir nachsprechen, dass ja alle Religionen im Prinzip ein und dasselbe wollten und überall derselbe Gott dahinterstecke – und
sogar der Sozialismus in seiner Fürsorge für den Menschen dem christlichen Glauben sehr ähnlich sei – das nicken die Leute gerne ab.
Sobald wir aber auf Jesus selbst zu sprechen kommen, kippt die Stimmung. An Jesus scheiden sich die Geister. Damals wie heute.
Die gegenwärtige Coronakrise ist nicht nur eine gesundheitliche, sondern auch eine geistliche Krise. Sie ist eine Nagelprobe für unsere Treue. Es hat den Anschein, als
ob sich das Kirchen- und Gemeindevolk verläuft. Die Schafherde, die der Hirte Jesus gesammelt hat, scheint sich zu zerstreuen. Auch bei uns. Wenn ich einmal die
erfreulich hohe Anzahl von Gästen in den neu aufgenommenen Gottesdiensten abziehe, bleiben nicht allzu viele Gemeindeglieder übrig. Woran mag das liegen?
Als damals alle weg waren, blickte Jesus seine zwölf Jünger an und fragte sie: (V67) „Und ihr – wollt ihr mich auch verlassen?“
Diese Frage geht heute noch unter die Haut. Sie meint doch im Kern: Ihr müsst nicht bleiben. Keiner zwingt euch. Jetzt könntet auch ihr gehen. Es steht euch frei.
Entscheidet euch neu. Am Anfang habt ihr für mich gebrannt, aber wie ist es heute? Aber auch wenn ihr bleibt, fragt euch: Was hält euch eigentlich bei mir? Vorteile,
Gewohnheit und Tradition – oder mehr? Jesus fragt ja auch uns: „Und ihr – wollt ihr mich auch verlassen?“ Auch wir müssen nicht bleiben. Auch wir haben jederzeit die Gelegenheit zu gehen. Keiner zwingt uns. Es steht uns frei. Wir haben auch in unserer Gemeinde über die Jahrzehnte ja schon viele wieder gehen sehen. Aber auch, wenn du bleibst, frag
dich: Was hält mich bei der Gemeinde? Ist es nur Gewohnheit und Tradition? Ist es vielleicht nur Trägheit oder Feigheit, sich endgültig zu verabschieden?
Wir wissen nicht, wie lange die Zwölf damals an der Frage zu kauen hatten, aber Petrus machte sich schließlich zum Sprecher und antwortete: (V681) „Herr, wohin
sollen wir gehen?“ Diese Antwort hat mich schon immer erschüttert, aber auch froh gemacht. Denn Petrus sagt damit: Wir haben alles durchdacht und jede Möglichkeit geprüft, auch den Abschied von dir und einen möglichen Wechsel zu einem anderen Führer. – Mir ist beim Lesen dieser Worte, als ob ich fühlen könnte, wie aufgewühlt Petrus war,
als ob ich das Beben in seiner Stimme hören könnte, als ob ich sehen könnte, wie seine Lippen beim Sprechen zittern. Ähnlich aufgewühlt wie die Jünger müssen Eheleute sein, die über eine Scheidung nachdenken.
Wofür haben sich die Jünger entschieden? Petrus fuhr fort: „Nur du hast Worte des ewigen Lebens. Und wir haben geglaubt und erkannt, dass du Christus bist, der Sohn des lebendigen Gottes.“ Petrus lässt Jesus in sein Herz blicken und bekennt: Wir kennen keinen wie dich und schon gar keinen, der besser wäre als du. Nur bei dir haben wir gefunden, was wir woanders vergeblich gesucht haben. Später wird er das unter Lebensgefahr sogar öffentlich vor den Behörden bekennen: „Nur Jesus kann den Menschen Rettung bringen. Nichts und niemand sonst auf der ganzen Welt rettet uns“ (Apg. 4,12). Das ist persönlichstes Bekenntnis an die Adresse von Jesus und die klarste
Botschaft an die Welt. Ja, Jesus nur allein, das Himmelsbrot des Lebens, hat Worte des ewigen Lebens. Lasst uns jetzt auf solche Worte aus seinem Mund hören:
1 (bis hierher nach Hfa zitiert; ab hier n. Luther)
„Fürchte dich nicht!“ – „Kommt her zu mir alle, die ihr euch abmüht und belastet seid. Ich will euch Ruhe geben für eure Seelen.“ – „Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.“ – „Dir sind deine Sünden vergeben.“ – „Meinen Frieden gebe ich euch.“ – „Ich will, dass ihr hingeht und Frucht bringt.“ – „Das ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebt.“ – „Ich gehe hin, euch eine Wohnung im Himmel vorzubereiten.“ – „Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.“ – „Ich lebe, und ihr sollt auch leben.“
Das sind solche Worte ewigen Lebens, die Petrus meinte. Wir finden sie nur bei Jesus. Seine Worte sind weder Schall noch Rauch, weil er für diese Worte geradestand bis hin zum Tod am Kreuz, wo er für unsere Sünden die Strafe ertrug. Nach diesen Worten haben unzählige Menschen gegriffen wie nach einem Rettungsring und haben erlebt, wie der Frieden Gottes in ihr Herz strömte, wie die Freude im heiligen Geist sie erhob, wie Jesus ihr Leben umgestaltete.
Lass Jesus auch in dein Herz blicken! Kannst du das Bekenntnis des Petrus zu deinem eigenen Bekenntnis machen? Kannst auch du sagen: „Ich glaube und habe erkannt, dass du Christus bist, der Sohn des lebendigen Gottes?“ Hast du das schon erfahren? Willst du das erleben? Dann nimm Jesus heute in dein Leben auf. Bitte ihn, dein Herr und Erlöser zu sein. Bekenne ihm deine Sünden und bitte ihn um Vergebung – und dann danke von Herzen, dass du ein Gotteskind geworden bist!
Heute feiern wir Abendmahl. Jede Mahlfeier ist eine neue Entscheidung, bei Jesus, zu bleiben und nicht wegzugehen. Der Apostel Paulus schrieb: „Denn sooft ihr von diesem Brot esst und von dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt“ (1. Kor. 11,26). Tod meint hier ausnahmsweise einmal nicht: Schluss, Ende, Aus.
Bei „Tod“ in diesem Zusammenhang haben wir vielmehr im Ohr, dass Jesus am Kreuz rief: „Es ist vollbracht!“ Mit dem Stichwort „Tod“ meint Paulus hier das ganze Heilspaket Gottes mit dem Sieg über Sünde, Tod und Teufel. Dazu gehört die Auferstehung, nie endende Freude, lebendige Hoffnung und Lebenskraft. „Es ist vollbracht!“ Das ist der Siegesruf von Golgatha. Jesus ist Gott gehorsam geblieben. Er ist auferstanden und lebt und wird wiederkommen, wie er es versprochen hat. Das feiern wir dankbar und voller Freude im heutigen Abendmahl.

Jörg Swoboda

05.07.2020