Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

Wir sind Mitglied im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R. Darüber hinaus gehören wir, neben vielen weiteren Gemeinden, einem Landesverband an.



Hilfe nach Explosion in Beirut

Nach der verheerenden Explosion in Beirut sagt der BEFG weitere Hilfen zu und bitten um Gebetsunterstützung..

05.08.2020

Zuhause mitten in Wetter

Die ruhrkirche in Wetter wagt einen Neubau. Die Gemeinde hat das Gelände eines ehemaligen Autohaues gekauft..

03.08.2020

Bild: Iris Hamelmann -Pixabay

Liebe Mitglieder und Freunde der EFG Buckow-Müncheberg,

beim Räumen fand ich Ton, der vergangenes Jahr während der Bibelausstellung im Kinderprogramm verarbeitet wurde. Der Anblick des Klumpen Tones erinnerte mich an ein Bild, das die Bibel benutzt „Töpfer – Ton“

So betete der Prophet Jesaja in dem nach ihm benannten Buch in Kapitel 64,8: „Aber nun, Herr, du bist unser Vater; wir sind der Ton, du bist der Töpfer; und wir alle sind deiner Hände Werk“.

Wieder benutzt die Bibel ein bekanntes und vertrautes Bild aus dem Alltag um uns elementares Wissen über Gott und die Stellung des Menschen ihm gegenüber zu vermitteln.

 Lesen wir dazu Jeremia 18,1 - 17

Der Ton und der Töpfer1 Der Herr gab Jeremia eine weitere Botschaft. Er sprach: 2 »Geh zu der Werkstatt des Töpfers hinunter. Ich will dir dort etwas sagen.« 3 Ich ging zur Töpferwerkstatt und traf den Töpfer an seiner Töpferscheibe an. 4 Wenn ein Gefäß, an dem er arbeitete, seinen Erwartungen nicht entsprach, nahm er den Ton und formte ein neues Gefäß daraus, bis es genau so aussah, wie er es haben wollte. 5 Da sagte mir der Herr Folgendes: 6 »Israel, warum sollte ich es mit dir nicht genauso machen können wie dieser Töpfer? Wie der Ton in der Hand des Töpfers, so bist du in meiner Hand. 7 Manchmal drohe ich an, dass ich ein Volk oder ein Königreich ausrotten, vernichten und vom Erdboden vertilgen will. 8 Wenn die Menschen dann aber einsehen, dass ihre Taten schlecht waren, und daraufhin alles Böse lassen, werde ich meinen Entschluss ändern. Dann soll das Unheil, welches ich vorgesehen hatte, nicht über sie hereinbrechen. 9 Andererseits gilt aber auch: Wenn ich ankündige, dass ich ein Volk oder Königreich einpflanzen und gedeihen lassen will, 10 dieses Volk dann aber nur Böses tut und mir nicht gehorcht, dann soll all das Gute, das ich für dieses Volk geplant hatte, nicht eintreffen. 11 Deshalb, Jeremia, sollst du alle Männer von Juda warnen, ganz besonders aber die Bewohner Jerusalems. Sag ihnen: `So spricht der Herr: Ich plane Schreckliches und will Unheil über euch bringen. Aber kehrt doch um, und zwar jeder Einzelne von euch! Tut, was recht ist, und wendet euch von euren falschen Wegen ab!´ 12 Doch sie werden dir antworten: `Spar dir deine Worte! Wir wollen weiter so leben wie bisher - eigensinnig und böse, gerade, wie es uns unser Herz sagt.´« 13 Deshalb spricht der Herr: »Hört euch doch bei den anderen Völkern um, ob man so etwas schon erlebt hat! Israel hat Abscheuliches getan! 14 Schmilzt der Schnee jemals hoch oben im felsigen Gebirge des Libanon? Oder trocknen die eisigen Ströme je aus, die doch von fernen Quellen gespeist werden? 15 Aber mein Volk hat mich vergessen: Sie opfern nutzlosen Götzen. Diese verführten sie und brachten sie von den alten, guten Wegen ab, sodass mein Volk jetzt auf Trampelpfaden vor sich hin stolpert. 16 Deshalb ist ihr Land zu einem abschreckenden Beispiel geworden, zur Zielscheibe des Spottes. Wer daran vorbeikommt, graut sich und schüttelt entsetzt den Kopf. 17 Ich lasse Feinde über mein Volk kommen, die sie in alle Richtungen vertreiben werden, so, wie der Ostwind den Staub verweht. Wenn sie dann, an jenem Tag, in tiefster Not zu mir schreien werden, will ich ihnen meinen Rücken zuwenden und ihnen keine Hilfe zukommen lassen.«

So wie es einen Unterschied gibt zwischen dem Ton und dem Töpfer, so gibt es einen großen Unterschied zwischen dem Schöpfer und seinem Geschöpf.

Wenden wir uns zuerst dem Ton zu. Ton ist ein natürliches Material, aus dem seit Menschengedenken Alltagsgegenstände und Baumaterialien hergestellt werden. Je nach Qualität des Materiales taugt es zu Gegenständen, die leicht zerbrechlich sind oder die durch die entsprechende Bearbeitung über viele Jahrhunderte enorme Belastungen aushalten. Der Ton, mit dem Kinder kreative Dinge formen, trocknet schnell, sieht hübsch aus, wird schnell spröde und zerbricht leicht. Hingegen die Ziegelsteine, die einst hier in der Region produziert wurden, sorgen auch nach vielen Jahren für stabile Mauern an vielen Häusern in Müncheberg und Buckow.

Der Töpfer, er ist der Künstler, der eine Vorstellung hat, was er aus dem Material machen will. Er wird den Ton solange bearbeiten, bis das Ergebnis seinen Vorstellungen entspricht.

Der Ton kann nicht Töpfer sein. Der Töpfer wird nie Ton sein und dennoch gibt es eine Symbiose, ein Miteinander, eine Verbindung. Aus diesem Miteinander entsteht ein wunderbarer Gegenstand, der immer das Können des Töpfers abbildet.

Bleiben wir im Bild der Bibel, sie benutzt dieses, um das Verhältnis Gottes zu uns Menschen zu verdeutlichen. Es verdeutlicht, wie unsere Position zu Gott ist:

Wie Ton in der Hand des Töpfers. Das gilt für alle Menschen zu aller Zeit, auch für uns Christen. Paulus greift dieses Bild in Römer 9,20+21 auf: 20 Du Mensch, wer bist du eigentlich, dass du dir anmaßt, mit Gott zu streiten! »Sagt etwa ein Gefäß zu dem, der es geformt hat: ›Warum hast du mich so gemacht?‹« 21 Hat nicht der Töpfer alle Macht über den Ton? Er kann doch aus ein und demselben Tonklumpe verschiedene Gefäße herstellen: eine Schale für die Festtafel genauso wie einen Nachttopf.“ Es geht in diesem Bild um die Unterscheidung Gott, der Schöpfer und der Mensch, sein Geschöpf. Gott ist der Töpfer, das Geschöpf der Ton.

Es geht um Positionen, um Haltung, um Achtung, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Es geht um Stellung, Macht, um Gegeneinander und Miteinander. Liest man die Zusammenhänge in den biblischen Büchern, die Grund sind für diesen Vergleich, so wird deutlich, dass es der Mensch im Alten und Neuen Testament ist, der öfter vergisst, welche Position er im Umgang mit Gott hat. Durch das Geschenk des Glaubens, das Erleben der Versöhnung, die Zusage Gottes, Gotteskind zu sein, das Erfahren der Segnungen Gottes, kann es zu Situationen kommen, in denen wir uns überschätzen im Umgang mit Gott. Gott ist uns nah durch Jesus Christus, doch er ist immer Gott, er ist immer bei uns, doch immer Gott. Wir erleben ihn in unserem Alltag, immer ist es Gottes Handeln. Bei aller Vertrautheit, bei aller Verbundenheit, keiner von uns steht auf einer Stufe mit Gott. Die Bibel berichtet von Auflehnungen gegen Gott. Von gottesfürchtigen Menschen, die Gottes Handeln als ungerecht empfinden. Ich bin davon überzeugt, dass diese Fehleinschätzungen durch Täuschungen unserer menschlichen Sinne und Empfindungen zustande kommen. Unsre Gedanken gaukeln uns vor, wir könnten Herren sein. Plötzlich keimen im Herzen Gedanken wie: „Sollte Gott gesagt haben?“ Es entstehen Situationen, in denen uns gesagt werden muss wie einst Kain: Achtung, die Sünde lauert vor deiner Tür! Paulus ermahnt jeden Gläubigen im Galaterbrief: Wer da meint, er stehe, der sehe zu, dass er nicht falle! Wir können Situationen durchleben, die wie Weggabelungen sind und an denen wir falsch abbiegen können. Ist das geschehen, wächst daraus Ungehorsam gegenüber Gottes Wort. Es mag eine persönliche Erfahrung sein, die mich zutiefst verletzt hat, dennoch fordert Gottes Wort mich auf zu vergeben – und dieses fällt meist nicht leicht. Manches Menschenherz trifft die Entscheidung, ich will einen eigenen Weg wählen und diesen gehen. Gottes Geist in diesen Situationen erinnert an Gottes Wort, an Jesu Handeln und ich Mensch wende und drehe mich in jede Richtung, nur nicht in die, in die mich Gottes Geist führen will. Dieses eigenwillige Handeln des Volkes Israels damals zur Zeit Jeremias führte dazu, dass Gott mit diesem Bild „Töpfer – Ton“ dem Volk deutlich machte, ihr sitzt nicht im Regiment. Gott urteilt über sein geliebtes Volk, euer Handeln ist böse. Ihr gehorcht meinem Wort nicht!
Dabei gehen sie immer noch in den Tempel und opfern, feiern die Feste und geben ein frommes Erscheinungsbild ab. Doch ihr Herz ist weit weg vom Herzen Gottes. Uns sagt Jesus im Johannesevangelium, wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben (Johannes 5,24). Die, die hören, was Jesus sagt, die, die seinem Wort glauben, die, die nach bestem Wissen und Gewissen handeln, die sind wie Ton in der Hand des Töpfers, aus dem dieser ein Gefäß töpfert, das ihm gefällt.

Wie betet Jesaja? „Du bist unser Vater; wir sind der Ton, du bist der Töpfer; und wir alle sind deiner Hände Werk“

Eine solche Einstellung reift dort, wo durch Buße und Umkehr das neue Leben in Jesus gelebt wird. Wo menschliche Werte und Vorstellungen im Licht des Wortes Gottes geprüft werden.
Bist du wie weicher Ton in der Hand des Töpfers?

Ich wünsche es für uns alle, dass wir durch die Gnade Gottes immer wieder zu dieser Position finden und alle, die uns sehen, erkennen, ja sie sind ein Werk aus Jesu Hand.

Amen

Allen Lesern der Predigt vom 26.7.20 wünsche ich eine gesegnete Woche.

Inge Clausonet

Müncheberg, 26.7.20


Liebe Mitglieder und Freunde der EFG Buckow – Müncheberg!

Seit einem Jahr steht im Gemeindegarten in Buckow ein Feigenbaum. Der etwa 1,50 Meter hohe Baum ist schon einige Jahre alt und war eine großzügige Spende für den „Pflanzen der Bibel“-Garten während der Bibelausstellung. Mit dem Ankommen dieses Baumes taten sich Fragen auf. Wie pflegen? Wo soll der Baum überwintern? Wird er je Früchte tragen?

Diese und andere Fragen tauschten verschiedene Betrachter des Feigenbaumes aus. Da traf es sich gut, dass aus Syrien stammende Bekannte aus dem Umfeld der Gemeinde sich mit diesem im Orient beheimateten Feigenbaum bestens auskennen. An einer geschützten Stelle wurde er im Garten eingepflanzt und tatsächlich, er hat den Winter überlebt und seit ca. 12 Wochen wachsen kleine Feigen an dem Baum. Ob unser Klima in Ostbrandenburg ausreicht, damit süße Früchte an dem Baum reifen, wird sich noch herausstellen.
Als Anschauungsobjekt steht heute hier ein junger Ableger des Baumes, der noch seinen eigenen Garten sucht mit einem/er liebevollen Gärtner/in.

Feigenbäume sind öfter Thema in der Bibel, im Alten wie im Neuen Testament. Einer wird von Jesus zur Verdeutlichung einer wichtigen Wahrheit benutzt. Wir alle sollten uns diese Wahrheit ebenso verinnerlichen, oder wie man es umgangssprachlich ausdrückt, „Hinter die Ohren schreiben“.

Lukasevangelium Kapitel 13, 1-9: 1 Zu dieser Zeit erfuhr Jesus, dass Pilatus einige Leute aus Galiläa hatte ermorden lassen, während sie in Jerusalem im Tempel Opfer darbrachten. 2 »Meint ihr, diese Galiläer seien größere Sünder gewesen als andere Menschen in Galiläa?«, fragte er. »Glaubt ihr, dass sie deshalb leiden mussten? 3 Ganz und gar nicht! Ihr werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht von euren bösen Wegen abkehrt und euch Gott zuwendet. 4 Und was ist mit den achtzehn Männern, die starben, als der Turm von Siloah auf sie herabstürzte? Waren sie etwa die größten Sünder in Jerusalem? 5 Nein. Ich sage euch noch einmal: Wenn ihr nicht Reue zeigt und auf eurem Weg umkehrt, werdet ihr genauso umkommen.«

6 Dann erzählte Jesus folgendes Gleichnis: »Ein Mann pflanzte in seinem Garten einen Feigenbaum und kam von Zeit zu Zeit nachsehen, ob er schon Früchte trug, aber er wurde jedes Mal enttäuscht. 7 Schließlich sagte er zu seinem Gärtner: `Ich habe jetzt drei Jahre gewartet und noch keine einzige Feige gesehen! Fälle den Baum. Er beansprucht nur noch unnötig den Boden.´ 8 Der Gärtner erwiderte: `Gib ihm noch ein Jahr Zeit. Ich werde ihn besonders pflegen und kräftig düngen. 9 Wenn wir dann im nächsten Jahr Feigen ernten, gut. Wenn nicht, kannst du ihn fällen.´«

Die schrecklichen Ereignisse im Tempel und auf der Baustelle am Turm von Siloah waren Gesprächsstoff unter den Jüngern und den anderen Begleitern Jesu. Ganz nach Menschenart versuchten sie, den Grund und die Schuldfrage für die Katastrophen zu klären. Und so wie es bis in unsere Tage hinein in manchen christlichen Kreisen üblich ist, fanden Überlegungen statt, ob diese schrecklichen Ereignisse nicht die Folge einer besonders schlimmen Sünde der verunglückten Menschen sind. Somit als Strafe Gottes zu werten sind. Frei nach dem Motto: Selbst schuld, sie hätten ja ein gesetzestreues, Gott wohlgefälliges Leben führen können, dann …… Ja was dann!
Öfter wird nach schrecklichen Ereignissen das Sprichwort bemüht: „Wer die Gefahr sucht kommt darin um.“ Waren die Opfer solche Menschen? In Israel waren die Galiläer zu jener Zeit ein eher zweifelhafter Menschenschlag. „Was kann aus Galiläa schon Gutes kommen“, urteilten die frommen Juden auch über Jesus, der ebenfalls aus Nazareth in Galiläa stammt.
Stimmt, wer mit der Sünde spielt, unterschätzt oft ihre Kraft. Im Hebräerbrief gebraucht der Schreiber folgendes Beispiel, um die Wirkung der Sünde zu verdeutlichen: Sünde umstrickt den, der sich auf sie einlässt, so, wie die Spinne die Fliege im Netz. Eh sich diese versieht, ist sie eingewickelt von der Spinne, so dass sie sich nicht mehr befreien kann. Die Sünde hat eine zerstörerische Wirkung im Leben dessen, der mit ihr spielt oder sich auf sie einlässt. So sehr, dass es nur einen Weg gibt, sie loszuwerden und das ist die Erlösung, die Jesus für uns am Kreuz erkauft hat. Ihre lebenszerstörende Wirkung findet hier ihr Ende.

Jesus mischt sich in das Gespräch seiner Begleiter ein und durchkreuzt ihre Gedanken. 2 »Meint ihr, diese Galiläer seien größere Sünder gewesen als andere Menschen in Galiläa?«, fragte er. »Glaubt ihr, dass sie deshalb leiden mussten? 3 Ganz und gar nicht! Meint ihr (V2), glaubt ihr (V2b). Ganz und gar nicht!  Mit scharfen Worten durchkreuzt er ihr Denken! Ihr werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht von euren bösen Wegen abkehrt und euch Gott zuwendet. Wie, Jesus setzt die Verfehlungen seiner Nachfolger mit denen „großer“ Sünder gleich? Ihre Verfehlungen, wie zum Beispiel ein unausgesprochener Gedanke - am Maßstab der Bibel gemessen- bestimmt nicht immer frei von sündigen Vorstellungen, soll eine genauso schlimme Sünde sein, wie die Tat eines ausgeführten Gewaltverbrechens? Das kann doch nicht sein!? Jesus urteilt über beide, ihr seid Sünder, und das in einem Satz?
Der Maßstab, den Jesus anwendet, ist ein anderer als der, den wir Menschen gerne benutzen.

Wir beurteilen nach dem Ausmaß dessen, was wir sehen. Bewerten nach dem, was in unserer Werteskala als böse gilt und was nicht. Dabei fließen in unsere Wertvorstellungen biblische Maßstäbe genauso ein wie soziologische und kulturelle. Ganz anders urteilt Gott. Bei Gottes ist jede Form von Ungehorsam Sünde. Der Ungehorsam gegenüber seinem Wort ist Sünde. Ob der Ungehorsam in Gedanken stattfand oder zur Tat wurde, macht für die Schuldfrage gegenüber Gott keinen Unterschied. Römer 3,23 lehrt, alle Menschen sind Sünder vor Gott und brauchen die Erlösung durch Jesus Christus.
Zurück zum Evangeliums-Text. Jesus erklärt seinen Zuhörern: Es gibt keine kleinen und großen Sünder. Es gibt nicht den frommen und gottlosen Sünder. Sünde ist Sünde. Der lieblose Gedanke gegenüber einem Mitmenschen ist Sünde. Dabei unterscheidet Jesus nicht zwischen seinen Begleitern, den Galiläern oder den Tempelbesuchern. Was bedeutet das für mich? Jeder dem Wort Gottes zuwider handelnde Gedanke oder jede dem Wort Gottes zuwider handelnde Tat ist Sünde. Ob das Mäntelchen dessen, der sündigt, fromm ist oder gottlos ist, macht bei Gott keinen Unterschied. In beiden Fällen ist das Urteil Gottes gleich – Sünder! Die Folge: Keine Gemeinschaft mit Gott. Eine gestörte Gemeinschaft mit den Mitmenschen.

Wie viele sorgfältig vorbereitete Gottesdienste oder andere Gemeindeveranstaltungen werden zum „Geplärr“ nach Gottes Maßstab, weil ihnen die unvergebene Sünde der Teilnehmer den Segen Gottes raubt? Wie viele Kontakte zu Mitmenschen verlieren durch sündige Vorstellungen und Gedanken die Segenspur Gottes? Jesus macht seinen Zuhörern klar, hört auf, das zu bewerten, was anderen widerfahren ist, beurteilt euer eigens Leben im Licht des Wortes Gottes und bringt es in Ordnung, sucht Vergebung, kehrt um von falschen Wegen. Wer nicht umkehrt und keine Reue über seine eigene Sünde zeigt, kommt um. Wenn Jesus von „kommt um“ spricht, meint er nicht den Tod des irdischen Leibes, er spricht vom Tod, der durch die Sünde kommt. Dieser trennt uns von Gott. Römer 3,23 sagt, der Lohn der Sünde ist der Tod, die ewige Trennung von Gott.

An dieser Stelle endet die Erzählung Jesu nicht, sondern er erweitert sie um eine Beispielgeschichte. In dieser gibt es einen Besitzer, der einen Baum besitzt und dieser wird von einem Gärtner gepflegt.

Hören wir sie: »6 Ein Mann pflanzte in seinem Garten einen Feigenbaum und kam von Zeit zu Zeit nachsehen, ob er schon Früchte trug, aber er wurde jedes Mal enttäuscht. 7 Schließlich sagte er zu seinem Gärtner: `Ich habe jetzt drei Jahre gewartet und noch keine einzige Feige gesehen! Fälle den Baum. Er beansprucht nur noch unnötig den Boden. 8 Der Gärtner erwiderte: `Gib ihm noch ein Jahr Zeit. Ich werde ihn besonders pflegen und kräftig düngen. 9 Wenn wir dann im nächsten Jahr Feigen ernten, gut. Wenn nicht, kannst du ihn fällen. ´«

Ein Baum in einem Garten, der von einem Gärtner gepflegt wird, trägt keine Früchte. Das will der Eigentümer nicht tolerieren. Seine Feststellung: Der Baum ist nutzlos. Noch mehr, er schadet dem Boden! Was für ein hartes Urteil über einen mindestens drei Jahre alten Baum, der noch keine Früchte trägt.
Der Baum ein Bild für die Menschen, von denen Jesus umgeben ist. Manche ziehen seit zwei oder drei Jahren mit ihm durchs Land und noch immer denken sie so, als wäre Jesus nicht mitten unter ihnen. Sie zeigen keine Bereitschaft alte Vorurteile aufzugeben. Sie sind nicht bereit die Menschenfreundlichkeit Jesu zu übernehmen. Sind es Menschen, die das Vorbild Jesu sehen und nicht bereit sind, von ihm zu lernen? Scheinbar ist Jesus in dieser Situation von Menschen umgeben, die ein hartes Urteil über die Fehler ihrer Mitmenschen fällen, für ihre eigenen Vergehen allerdings einen großzügigen Maßstab beanspruchen. Der Besitzer ist ein Bild für Gott in seiner Gerechtigkeit und seinem vernichtenden Urteil über die Sünde!

Zum Glück gibt es in der Geschichte den Gärtner. Dieser wagt es, den Besitzer um Geduld für den Baum zu bitten – noch ein Jahr und nicht nur das, er will ihn noch besser pflegen und mehr düngen. Ein mutiger Vorschlag an den Frucht suchenden Eigentümer. Ein kostspieliger Vorschlag. Der Gärtner will Arbeitszeit und Dünger einbringen. Noch etwas ist erstaunlich an diesem Gärtner, er will den Baum nicht fällen, falls er ein Jahr später noch immer keine Frucht trägt, nein, er überlässt diese Entscheidung dem Besitzer! Hier haben wir einen Gärtner mit Herz! Der Gärtner ist ein Bild für Jesus, wie er für den Sünder vor Gott um Gnade fleht. Jesus, das Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt. Jesus, der Heiland, der nicht den Tod des Sünders will. Jesus, der gute Hirte, der sein Leben gibt für seine Schafe.

Im zweite Teil von Römer 3,23 heißt es: Die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in Jesus Christus. Das ist Gottes Wille im Umgang mit dem sündigen Menschen. Durch Jesus bietet er ihm Gnade an. Vom begnadigten Sünder erwartet Jesus einen gnädigen Umgang mit seinem Mitmenschen. Das ist die Frucht, die der Besitzer am Baum sucht. Für diese Frucht gibt der Gärtner alles! Diese Frucht hat ihre Grundlage in der Vergebung der Sünde und im Gehorsam gegenüber dem Wort Gottes. Das Neue Testament nennt diese Frucht die Frucht des Geistes Gottes (siehe Galater 5). Wieviel Früchte reifen in unserem Leben? Gott sucht diese Frucht bei jedem begnadigten Sünder. Die Erzählung Jesu hat ein offenes Ende. Sie lässt uns nicht wissen, wie es ein Jahr später um den Baum bestellt ist. Gut so! Es gibt heute noch Zugang zur Gnade Gottes! Das gibt dir und mir die Möglichkeit, heute um Vergebung zu bitten und unser Leben heute unter die Gnade Gottes zu stellen, damit die Frucht des Geistes Gottes in unserem Leben wächst und reift.

Amen.

Ich wünsche allen Lesern eine gesegnete Woche!

Inge Clausonet

Müncheberg, den 12.7.20


Wollt ihr auch weggehen?

Wer heute in der Öffentlichkeit eine große Nummer ist, kann morgen schon auf Null abstürzen: „Heute Top – morgen Flop.“ „Erst gefeiert, dann gefeuert.“ „Ein
Schulterklopfen ist nur ein paar Rückenwirbel entfernt von einem Tritt in den Hintern ...“ (Victor Wilcox). Die ZDF-Moderatorin Eva Hermann galt nach einer Emnid-
Umfrage einmal als „beliebteste Moderatorin Deutschlands“. Doch als sie sich für die traditionelle Familie aus Mann, Frau und Kind aussprach und den radikalen
Feminismus kritisierte, war sie schnell weg vom Bildschirm. Oder denken wir an einen Parteivorsitzenden, der – gar nicht so lange her – euphorisch umjubelt und mit fast 100% gewählt wurde und nach einem rasanten Sympathie-Verlust in weniger als einem Jahr wieder zurücktrat. Seiner Nachfolgerin erging es ähnlich. Es gibt Stimmungsschwankungen, die atemberaubend sind.
Jesus hat das auch erlebt. Im Johannesevangelium (6,2) lesen wir, dass er ungeheuren Zulauf hatte. Warum? Johannes erklärt es uns: „... weil sie die
Wunder gesehen hatten, mit denen er Kranke heilte.“ Danach (V9) berichtet Johannes, wie Jesus mit nur fünf Brotfladen und zwei Fischen 5000 Menschen satt
machte. Da kannte die Begeisterung keine Grenzen mehr. Denn das war ja Sozialminister, Gesundheitsminister und Wirtschaftsminister in einer Person! Dazu
konnte er offensichtlich gratis ihre Grundversorgung absichern. Da wollten sie ihn sogar zu ihrem König machen. Aber Jesus ließ und lässt sich vor keinen Karren
spannen. Er ließ sie stehen und ging weg. Doch sie suchten ihn. (V25) „Als sie Jesus ... gefunden hatten, antwortete er ihnen: ‚Ich weiß,
weshalb ihr mich sucht: doch nur, weil ihr von mir Brot bekommen habt und satt geworden seid; nicht weil ihr verstanden hättet, was diese Wunder
bedeuten!‘“
Jesus sagt ihnen klipp und klar: Es geht euch doch nur um eure momentanen Bedürfnisse – die Hauptsache aber habt ihr nicht kapiert.
Die Wunder der Krankenheilungen und der Brotvermehrung durch Jesus waren nämlich keine reinen Wohltätigkeitsveranstaltungen. Im Kern waren sie vielmehr eine
Botschaft in der Zeichensprache Gottes. Und? Was wollte Gott damit sagen? Er wollte sie in eine verbindliche Glaubens-Beziehung zu Jesus bringen. Jesus spricht
es ja aus: „Nur eins erwartet Gott von euch: Ihr sollt an den glauben, den er gesandt hat.“
Gott will, dass wir uns auf ein Leben mit Jesus einlassen, in dem er das Sagen hat – und nicht mehr wir. Er sucht Nachfolger – nicht in dem Sinn, dass da einer die Arbeit
von einem Verstorbenen fortführt. Vielmehr in dem Sinn, dass ein Christ Jesus folgt wie ein Anhänger dem Auto. Doch die Leute ließen sich nicht auf Jesus ein. Er
bescheinigte ihnen: (36) „Doch ... ihr glaubt nicht an mich ...“ Mit Jesus sympathisieren und Vorteile daraus ziehen, ist also nicht schon Glauben.
Ja, Jesus kann zwar durch ein Wunder Brot für die Bäuche liefern. Vor allem aber ist er selber das „Brot des Lebens“ (V35), das vom Himmel gekommen ist. Als er das
gesagt hatte, gab es in der allgemeinen Stimmung einen Knacks. Alle standen vor der Frage: Jesus – mehr als nur ein Mensch? Sogar das Brot des Lebens?
Das war entweder eine unglaubliche Anmaßung oder eine wunderbare Wahrheit. Damit stellte Jesus die Leute vor eine Entscheidung. Nun mussten sie sich
entscheiden. So wie wir uns bis heute klar entscheiden müssen, für wen wir Jesus halten. Die einen spotten, andere zucken mit den Schultern, doch einige fangen
Feuer und folgen Jesus nach. Als den Leuten damals diese Konsequenz klar wurde, schlug die Stimmung um. Als sie verstanden, wie ernst Jesus es meint und dass Gott will, dass sie ihr gesamtes Leben nach Jesus ausrichten, gingen sie zu Jesus auf Distanz. Als Sahnehäubchen auf ihrem Leben hätten sie sich Jesus ja gefallen lassen, aber nicht als Umgestalter
und Bestimmer ihres Lebens. Sie riefen empört (V42): „Was? Das ist doch Jesus, Josefs Sohn. Wir kennen schließlich seinen Vater und seine Mutter. Wie kann er da behaupten: ‚Ich bin vom Himmel gekommen‘?“ (V43) „Jesus antwortete auf ihre Vorwürfe: ‚... (V47) Ich sage euch die Wahrheit: Wer an mich glaubt, der hat das ewige
Leben!“ Was Glauben bedeutet, beschreibt Jesus dann sehr handfest. Das Brot des Lebens ist zum Essen da. Was sonst? Darüber entbrannte unter seinen Hörern ein heftiger
Streit. Sie ereiferten sich darüber, wie wir denn Jesus essen könnten! Aber Jesus setzte noch einen drauf und ergänzte: (56) „Wer meinen Leib isst und
mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm.“ Jesus wusste doch, dass er seine Hörer auf die Palme bringt, wenn er davon spricht,
sein „Fleisch zu essen“ und sein „Blut zu trinken“. Warum tat er es dennoch? Weil er mit diesem krassen Vergleich verhindern wollte, dass es zum einen Ohr reinund
zum andern wieder rausgeht. Er trieb seinen Vergleich bewusst auf die Spitze, weil es hier um die Hauptsache geht. Es sollte sich unauslöschlich in ihr Gedächtnis
einprägen.
Mit Glauben meint Jesus immer „Glauben ganz und gar, mit Haut und Haar“, meint „Wenn schon, denn schon“, meint „Sei ganz mein oder lass es ganz sein“. Er will
eine solch enge Verbindung mit uns, dass er davon spricht, dass er „in uns“ ist und wir „in ihm“, wenn wir ihn wirklich aufnehmen. Inniger kann man sein Verhältnis zu
uns nicht ausdrücken. Er will unser ganzes Wesen verwandeln. Mit weniger begnügt sich Jesus nicht.
Spricht Jesus hier vielleicht indirekt vom Abendmahl, wie sogar manche Bibelausleger meinen? Nein, denn beim Abendmahl bleibt Brot immer Brot und Wein
immer Wein. Seinen Leib essen und sein Blut trinken wir also nur sinnbildlich. Wir wissen das durch Paulus, denn der sagt, dass wir das Abendmahl zum Gedächtnis
an Jesus feiern. Darum lehnen wir auch die katholische Lehre ab, als würden sich beim Abendmahl Brot und Wein tatsächlich in das Fleisch und Blut Christi
verwandeln. Nach dieser Lehre würde ja Jesus bei jedem Abendmahl wieder neu geopfert wie damals am Kreuz. Dagegen sagt der Hebräer-Brief (10,10) klipp und
klar, dass „Jesus Christus ein für allemal“ am Kreuz geopfert wurde.
Was berichtet Johannes weiter? (V66): „Nach dieser Rede wandten sich viele, die ihm gefolgt waren, von Jesus ab und gingen nicht mehr mit ihm.“
Erst Zulauf, dann Weglauf. Die Riesenversammlung von Tausenden löste sich auf. Die Leute packten ihre Sachen, schüttelten ihre Decken aus, legten sie zusammen,
nahmen ihre Kinder bei der Hand und gingen kopfschüttelnd nach Hause. Fassungslos sahen die Jünger ihnen nach. Das halten wir unbedingt fest: Beim christlichen Glauben geht es als Allererstes um Jesus. Denn ohne ihn kommt keiner zu Gott. Zu Gott gibt es keine Hintertür. Jesus ist die Tür zu Gott. Ohne Jesus ist der Glaube nur religiös. Christlich wird er erst durch Jesus Christus in der Mitte.
Den Stimmungsumschwung können wir auch heute erleben: Solange wir nur allgemein vom Glauben sprechen; von einem Gott, der uns alle liebt und uns am
besten lässt, wie wir sind; solange wir nachsprechen, dass ja alle Religionen im Prinzip ein und dasselbe wollten und überall derselbe Gott dahinterstecke – und
sogar der Sozialismus in seiner Fürsorge für den Menschen dem christlichen Glauben sehr ähnlich sei – das nicken die Leute gerne ab.
Sobald wir aber auf Jesus selbst zu sprechen kommen, kippt die Stimmung. An Jesus scheiden sich die Geister. Damals wie heute.
Die gegenwärtige Coronakrise ist nicht nur eine gesundheitliche, sondern auch eine geistliche Krise. Sie ist eine Nagelprobe für unsere Treue. Es hat den Anschein, als
ob sich das Kirchen- und Gemeindevolk verläuft. Die Schafherde, die der Hirte Jesus gesammelt hat, scheint sich zu zerstreuen. Auch bei uns. Wenn ich einmal die
erfreulich hohe Anzahl von Gästen in den neu aufgenommenen Gottesdiensten abziehe, bleiben nicht allzu viele Gemeindeglieder übrig. Woran mag das liegen?
Als damals alle weg waren, blickte Jesus seine zwölf Jünger an und fragte sie: (V67) „Und ihr – wollt ihr mich auch verlassen?“
Diese Frage geht heute noch unter die Haut. Sie meint doch im Kern: Ihr müsst nicht bleiben. Keiner zwingt euch. Jetzt könntet auch ihr gehen. Es steht euch frei.
Entscheidet euch neu. Am Anfang habt ihr für mich gebrannt, aber wie ist es heute? Aber auch wenn ihr bleibt, fragt euch: Was hält euch eigentlich bei mir? Vorteile,
Gewohnheit und Tradition – oder mehr? Jesus fragt ja auch uns: „Und ihr – wollt ihr mich auch verlassen?“ Auch wir müssen nicht bleiben. Auch wir haben jederzeit die Gelegenheit zu gehen. Keiner zwingt uns. Es steht uns frei. Wir haben auch in unserer Gemeinde über die Jahrzehnte ja schon viele wieder gehen sehen. Aber auch, wenn du bleibst, frag
dich: Was hält mich bei der Gemeinde? Ist es nur Gewohnheit und Tradition? Ist es vielleicht nur Trägheit oder Feigheit, sich endgültig zu verabschieden?
Wir wissen nicht, wie lange die Zwölf damals an der Frage zu kauen hatten, aber Petrus machte sich schließlich zum Sprecher und antwortete: (V681) „Herr, wohin
sollen wir gehen?“ Diese Antwort hat mich schon immer erschüttert, aber auch froh gemacht. Denn Petrus sagt damit: Wir haben alles durchdacht und jede Möglichkeit geprüft, auch den Abschied von dir und einen möglichen Wechsel zu einem anderen Führer. – Mir ist beim Lesen dieser Worte, als ob ich fühlen könnte, wie aufgewühlt Petrus war,
als ob ich das Beben in seiner Stimme hören könnte, als ob ich sehen könnte, wie seine Lippen beim Sprechen zittern. Ähnlich aufgewühlt wie die Jünger müssen Eheleute sein, die über eine Scheidung nachdenken.
Wofür haben sich die Jünger entschieden? Petrus fuhr fort: „Nur du hast Worte des ewigen Lebens. Und wir haben geglaubt und erkannt, dass du Christus bist, der Sohn des lebendigen Gottes.“ Petrus lässt Jesus in sein Herz blicken und bekennt: Wir kennen keinen wie dich und schon gar keinen, der besser wäre als du. Nur bei dir haben wir gefunden, was wir woanders vergeblich gesucht haben. Später wird er das unter Lebensgefahr sogar öffentlich vor den Behörden bekennen: „Nur Jesus kann den Menschen Rettung bringen. Nichts und niemand sonst auf der ganzen Welt rettet uns“ (Apg. 4,12). Das ist persönlichstes Bekenntnis an die Adresse von Jesus und die klarste
Botschaft an die Welt. Ja, Jesus nur allein, das Himmelsbrot des Lebens, hat Worte des ewigen Lebens. Lasst uns jetzt auf solche Worte aus seinem Mund hören:
1 (bis hierher nach Hfa zitiert; ab hier n. Luther)
„Fürchte dich nicht!“ – „Kommt her zu mir alle, die ihr euch abmüht und belastet seid. Ich will euch Ruhe geben für eure Seelen.“ – „Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.“ – „Dir sind deine Sünden vergeben.“ – „Meinen Frieden gebe ich euch.“ – „Ich will, dass ihr hingeht und Frucht bringt.“ – „Das ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebt.“ – „Ich gehe hin, euch eine Wohnung im Himmel vorzubereiten.“ – „Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.“ – „Ich lebe, und ihr sollt auch leben.“
Das sind solche Worte ewigen Lebens, die Petrus meinte. Wir finden sie nur bei Jesus. Seine Worte sind weder Schall noch Rauch, weil er für diese Worte geradestand bis hin zum Tod am Kreuz, wo er für unsere Sünden die Strafe ertrug. Nach diesen Worten haben unzählige Menschen gegriffen wie nach einem Rettungsring und haben erlebt, wie der Frieden Gottes in ihr Herz strömte, wie die Freude im heiligen Geist sie erhob, wie Jesus ihr Leben umgestaltete.
Lass Jesus auch in dein Herz blicken! Kannst du das Bekenntnis des Petrus zu deinem eigenen Bekenntnis machen? Kannst auch du sagen: „Ich glaube und habe erkannt, dass du Christus bist, der Sohn des lebendigen Gottes?“ Hast du das schon erfahren? Willst du das erleben? Dann nimm Jesus heute in dein Leben auf. Bitte ihn, dein Herr und Erlöser zu sein. Bekenne ihm deine Sünden und bitte ihn um Vergebung – und dann danke von Herzen, dass du ein Gotteskind geworden bist!
Heute feiern wir Abendmahl. Jede Mahlfeier ist eine neue Entscheidung, bei Jesus, zu bleiben und nicht wegzugehen. Der Apostel Paulus schrieb: „Denn sooft ihr von diesem Brot esst und von dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt“ (1. Kor. 11,26). Tod meint hier ausnahmsweise einmal nicht: Schluss, Ende, Aus.
Bei „Tod“ in diesem Zusammenhang haben wir vielmehr im Ohr, dass Jesus am Kreuz rief: „Es ist vollbracht!“ Mit dem Stichwort „Tod“ meint Paulus hier das ganze Heilspaket Gottes mit dem Sieg über Sünde, Tod und Teufel. Dazu gehört die Auferstehung, nie endende Freude, lebendige Hoffnung und Lebenskraft. „Es ist vollbracht!“ Das ist der Siegesruf von Golgatha. Jesus ist Gott gehorsam geblieben. Er ist auferstanden und lebt und wird wiederkommen, wie er es versprochen hat. Das feiern wir dankbar und voller Freude im heutigen Abendmahl.

Jörg Swoboda

05.07.2020

 


Liebe Mitglieder und Freunde der EFG Buckow- Müncheberg,

immer wenn ich in der zurückliegenden Woche über Land gefahren bin, sahen meine Augen die vielen bunten Sommerblumen und die reifenden Felder mit den unterschiedlichsten Getreidesorten. Die frühen Sorten leuchten gelb im Sonnenlicht. Was für ein Reichtum reift da auf den Feldern und sichert die Nahrung für den nächsten Winter. Ein Geschenk. Segen Gottes. Das Ergebnis fleißiger Hände Arbeit.

Das, was meine Augen sahen, erinnerte mich an Aussagen Jesu in den Evangelien und in meinem Kopf entstanden Fragen. Eine motivierte mich zur Predigt von heute. Was unterscheidet, in unsicheren Zeiten, den Christen vom Nichtchristen? Geht der Christ gelassener mit neuen Herausforderungen um? Ist ein Mensch, der nicht glaubt, besser gerüstet für erzwungene Veränderungen, wie wir sie im Moment erleben? Diese, meiner Meinung nach topaktuelle Frage, wird von Jesus schon vor 2000 Jahren bearbeitet und beantwortet.

Hören wir den Text aus dem Matthäusevangelium Kapitel 6 ab Vers 19 »Sammelt euch keine Reichtümer hier auf der Erde, wo Motten und Rost sie zerfressen und wo Diebe einbrechen und sie stehlen. 20 Sammelt euch stattdessen Reichtümer im Himmel, wo weder Motten noch Rost sie zerfressen und wo auch keine Diebe einbrechen und sie stehlen. 21 Denn wo dein Reichtum ist, da wird auch dein Herz sein.22 »Das Auge gibt dem Körper Licht. Ist dein Auge gut, dann ist dein ganzer Körper im Licht. 23 Ist dein Auge jedoch schlecht, dann ist dein ganzer Körper im Finstern. Wenn nun das Licht in dir Finsternis ist, was für eine Finsternis wird das sein!«24 »Ein Mensch kann nicht zwei Herren dienen. Er wird dem einen ergeben sein und den anderen abweisen. Für den einen wird er sich ganz einsetzen, und den anderen wird er verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und zugleich dem Mammon. 25 »Deshalb sage ich euch: Macht euch keine Sorgen um das, was ihr an Essen und Trinken zum Leben und an Kleidung für euren Körper braucht. Ist das Leben nicht wichtiger als die Nahrung, und ist der Körper nicht wichtiger als die Kleidung? 26 Seht euch die Vögel an! Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln keine Vorräte, und euer Vater im Himmel ernährt sie doch. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?

27 Wer von euch kann dadurch, dass er sich Sorgen macht, sein Leben auch nur um eine einzige Stunde verlängern? 28 Und warum macht ihr euch Sorgen um eure Kleidung? Seht euch die Lilien auf dem Feld an und lernt von ihnen! Sie wachsen, ohne sich abzumühen und ohne zu spinnen ´und zu weben`. 29 Und doch sage ich euch: Sogar Salomo in all seiner Pracht war nicht so schön gekleidet wie eine von ihnen. 30 Wenn Gott die Feldblumen, die heute blühen und morgen ins Feuer geworfen werden, so herrlich kleidet, wird er sich dann nicht erst recht um euch kümmern, ihr Kleingläubigen? 31 Macht euch also keine Sorgen! Fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? 32 Denn um diese Dinge geht es den Heiden, ´die Gott nicht kennen`. Euer Vater im Himmel aber weiß, dass ihr das alles braucht. 33 Es soll euch zuerst um Gottes Reich und Gottes Gerechtigkeit gehen, dann wird euch das Übrige alles dazugegeben. 34 Macht euch keine Sorgen um den nächsten Tag! Der nächste Tag wird für sich selbst sorgen. Es genügt, dass jeder Tag seine eigene Last mit sich bringt.“

Jesus stellt in diesem Text zwei unterschiedliche Lebensentwürfe vor. Den eines gottesfürchtigen Menschen und die Lebensart eines nicht an Gott glaubenden Menschen. Dieser Mensch, der so im Diesseits verankert ist, dass er nicht glaubt, dass Gott der Herr des Lebens ist. Seine ganze Kraft, sein Denken und Planen gelten der Sicherung des eigenen Daseins und seiner Erkenntnis vom Leben. Er will Sicherheit, er will Unabhängigkeit. Er will Gesundheit. Seine Lebensphilosophie ist sein Gott. Er sorgt sich um sein Leben und er müht sich. Was ein Mensch mit solcher Einstellung übersieht, er ist umgeben von Zeugen, die belegen, dass auf zentrale Lebensfragen wir Menschen keinen Einfluss haben. Das mag jeden Menschen ärgern, der das realisiert. Doch Jesus stellt es seinen Zuhörern so vor und er bringt Beispiele dafür: Motten, Rost und Diebe sind die Begleiter aller irdischer Güter. Sie taugen somit nicht als Sicherheit für ein tragfähiges Lebensfundament.
Jesus geht noch weiter, er lehrt seine Zuhörer, die Augen, die das Licht des Leibes sind, können durch das, was sie sehen, getäuscht werden. Was will Jesus damit sagen? Es gibt offensichtlich Situationen, da will ich Mensch nur sehen, wovon ich überzeugt bin, alles andere wird ausblendet. Warum? Um die eigene Lebensphilosophie nicht zu gefährden? Weil ich davon überzeugt bin, dass das, was meine Augen sehen, immer richtig ist?! An einer Stelle im Neuen Testament sagt Jesus: „Der Mensch sieht, was vor seinen Augen ist, aber Gott sieht das Herz an.“ Mit meinen Worten formuliert: Wir Menschen sehen, was unsere Augen erfassen und können vordergründig erkennen, allerdings erkennen diese wunderbaren Sehorgane Hintergründe nicht.
Beispiel: Gestern begegnete ich einem Menschen, der zum ersten Mal Gast in der Märkischen Schweiz ist. Er ist fasziniert von den vielen Seen und der reizvollen Landschaft und folgert daraus: eine wasserreiche Gegend mit fruchtbaren Böden. Was er noch nicht weiß, dass wir in einem der trockensten Landstriche in Deutschland leben, trotz der vielen Seen. Diese Person müsste sich wohl länger in der Region aufhalten, um das zu erfahren oder er müsste einem Einheimischen begegnen, der ihm die Besonderheit der Region erklärt. Getäuscht von seinen eigenen Augen?!

 Zurück zu meinem Beispiel der reifenden Felder: Kann ich sicher sein, dass wir eine gute Ernte haben werden in diesem Jahr auf Grund dessen, was meine Augen während der Autofahrt sahen? Ganz ehrlich, das kann ich nicht. Eine verlässliche Aussage kann erst nach der Ernte gemacht werden. Fazit: Meine Autofahrt Hoffnung ist kein verlässlicher Partner, es ist eine Vermutung. Sie ist fragil und letztlich nicht belastbar.
Was erzählt Jesus über Menschen, die Gott vertrauen, ihn an ihrer Seite im Leben haben?
Lesen wir den Bibeltext noch einmal ab Vers 25 »Deshalb sage ich euch: Macht euch keine Sorgen um das, was ihr an Essen und Trinken zum Leben und an Kleidung für euren Körper braucht. Ist das Leben nicht wichtiger als die Nahrung, und ist der Körper nicht wichtiger als die Kleidung? 26 Seht euch die Vögel an! Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln keine Vorräte, und euer Vater im Himmel ernährt sie doch. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? 27 Wer von euch kann dadurch, dass er sich Sorgen macht, sein Leben auch nur um eine einzige Stunde verlängern? 28 Und warum macht ihr euch Sorgen um eure Kleidung? Seht euch die Lilien auf dem Feld an und lernt von ihnen! Sie wachsen, ohne sich abzumühen und ohne zu spinnen ´und zu weben`. 29 Und doch sage ich euch: Sogar Salomo in all seiner Pracht war nicht so schön gekleidet wie eine von ihnen. 30 Wenn Gott die Feldblumen, die heute blühen und morgen ins Feuer geworfen werden, so herrlich kleidet, wird er sich dann nicht erst recht um euch kümmern, ihr Kleingläubigen? 31 Macht euch also keine Sorgen! Fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? 32 Denn um diese Dinge geht es den Heiden, ´die Gott nicht kennen`. Euer Vater im Himmel aber weiß, dass ihr das alles braucht."

Christen planen auch. Sie haben ebenfalls Wünsche und Hoffnungen, sie regeln ihr Leben. Ängste, Sorgen und Nöte sind ihnen bestens vertraut. Eines haben gottesfürchtige Menschen allerdings gelernt, Gott ist da und auf sein Wort ist Verlass. Daraus erwächst ein verlässliches Fundament für das Leben. Gott ist uns nahe in Jesus Christus. Dieses Wissen gibt Gelassenheit in unwegsamen Lebensabschnitten. Jesus ruft dem Glaubenden zu: „Macht euch keine Sorgen, euer Vater im Himmel weiß, was ihr braucht.“ Zurück zu meinem Beispiel von den Feldern mit der reifenden Frucht. Ich hoffe darauf, dass Gott das Gedeihen schenkt und es eine reiche Ernte gibt. Ich will dem Jesuswort vertrauen: „Er weiß, dass ihr das alles bedürft.“ Jeder, der in den kleinen und großen Fragen des Lebens Jesus vertraut, erlebt nicht alle Tage Sonnenschein, aber einen Heiland, dessen Kraft jeden Tag erfahrbar ist. Das ist der große Gewinn im Leben eines jeden Menschen, der an Jesus glaubt. Gottes Kraft zeigt sich in unserem Alltag und lenkt unseren Blick über das Zeitliche hinaus in die Ewigkeit. Es gibt ein Lied, in dem heißt es: „Richte den Blick nur auf Jesus, schau voll in sein Antlitz hinein und die Dinge der Welt werden seltsam trüb und im Licht seiner Herrlichkeit klein.“

Mein Rat an dich, glaub dem Wort Jesu, er weiß, was du brauchst.

Amen.

Allen Lesern wünsche ich eine gesegnete Woche und bleibt gesund.

Inge Clausonet

Müncheberg, 28.6.20


Der Willkommenskreis lädt wieder ein:
 
Fremd sein überwinden durch persönliche Begegnungen

 

Wir laden Sie ein, Altmünchebergerinnen und Neubürger, kleine Leute und große Leute,

sich kennen zu lernen in gemütlicher Atmosphäre.

 

  Freitags von 16.00 – 18.00 Uhr

Ort: Evang.-Freikirchliche Gemeinde Müncheberg

Tempelberger Weg 9

15374 Müncheberg

Veranstalter:

Kirchen der Ökumene Müncheberg in Zusammenarbeit mit dem Willkommenskreis Müncheberg.

V.i.S.d.P: I. Clausonet, Tempelberger Weg 9, 15374 Müncheberg

 Einladung auf arabisch

 Einladung auf englisch


 

Im Lukasevangelium Kapitel 15 ab Vers 11 wird uns eine ganz anrührende Geschichte erzählt. Es ist eines der vielen Gleichnisse, die Jesus seinen Zuhörern vorlegt, damit sie von der Welt Gottes, von seinem SEIN und Wesen erfahren. Wir Menschen lernen Unbekanntes dadurch kennen, dass wir es mit Bekanntem vergleichen und uns damit dem Kern des Unbekannten nähern. Als ich Corona bei meinem Studium im Fach Latein als Vokabel

kennengelernt hatte, konnte ich nicht wissen, dass sich 34 Jahre später mit dieser Bezeichnung ein Virus in die Öffentlichkeit drängen sollte. Höre ich heute Corona, so sehe ich diesen kleinen Ball, der mit vielen kleinen Stacheln übersät ist und so an eine Krone erinnert. Lukas hat in diesem Kapitel das Thema verloren/gefunden/freuen durch drei Gleichnisvorträge Jesu entfaltet.

Wir schauen uns nur die dritte der Geschichten an. Sie hat es zu einer gewissen Berühmtheit geschafft. Es sind nicht nur die Christen, die diese Erzählung kennen. Selbst Menschen, die vielleicht noch nie eine Bibel in der Hand hatten, sprechen vom verlorenen Sohn. Er ist das Synonym geworden für verirrt, abgetrennt, ins Elend geraten. In dem geflügelten Wort vom verlorenen Sohn wird immer nur in der Einzahl gesprochen. Das kann man den Menschen, die das Gleichnis nicht n der Bibel gelesen haben, nicht verübeln. Seltsamerweise kommt aber auch den wenigsten Bibellesern in den Sinn, dass wir es nicht nur mit einem verlorenen Sohn zu tun haben. Es sind zwei.

Der Text:

Jesus fuhr fort: "Ein Mann hatte zwei Söhne.

Der jüngere sagte zu seinem Vater: 'Ich möchte schon jetzt den Teil der Erbschaft haben, der mir zusteht.' Da teilte der Vater seinen Besitz unter seine Söhne auf. Wenige Tage später hatte der jüngere seinen ganzen Anteil zu Geld gemacht und reiste in ein fernes Land. Dort lebte er in Saus und Braus und vergeudete sein ganzes Vermögen. Als er alles ausgegeben hatte, brach in jenem Land eine große Hungersnot aus, und es ging ihm schlecht. Da ging er zu einem Bürger jenes Landes und drängte sich ihm auf. Der schickte ihn zum Schweinehüten aufs Feld. Gern hätte er seinen Hunger mit den Schoten[3] für die Schweine gestillt. Aber er bekam nichts davon. Jetzt kam er zur Besinnung. 'Alle Tagelöhner meines Vaters haben mehr als genug zu essen', sagte er sich, 'aber ich komme hier vor Hunger um. Ich will mich aufraffen und zu meinem Vater gehen. Dann werde ich ihm sagen: Vater, ich habe mich versündigt gegen den Himmel und auch gegen dich. Ich bin es nicht mehr wert, dein Sohn genannt zu werden. Mach mich doch zu einem deiner Tagelöhner!'

So machte er sich auf den Weg zu seinem Vater. Er war noch weit entfernt, als der Vater ihn kommen sah. Das bewegte sein Herz, er lief seinem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. ,Vater', sagte der Sohn, 'ich habe mich gegen den Himmel versündigt und auch gegen dich; ich bin es nicht mehr wert, dein Sohn genannt zu werden.' Doch der Vater befahl seinen Dienern: 'Bringt schnell das beste Gewand heraus und zieht es ihm an! Steckt ihm einen Ring an den Finger und bringt ihm ein Paar Sandalen! Holt das Mastkalb und schlachtet es! Wir wollen ein Fest feiern und uns freuen.

Denn mein Sohn hier war tot und ist ins Leben zurückgekehrt. Er war verloren und ist wiedergefunden worden.' Dann begannen sie zu feiern. Der ältere Sohn war noch auf dem Feld. Als er zurückkam, hörte er schon von weitem Musik und Reigentanz. Er rief einen Diener herzu und erkundigte sich, was das sei. ,Dein Bruder ist zurückgekommen', sagte dieser, 'und dein Vater hat das gemästete Kalb schlachten lassen, weil er ihn gesund wiederhat.' Da wurde der ältere Sohn zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater kam heraus und redete ihm zu. Doch er hielt seinem Vater vor: 'So viele Jahre habe ich wie ein Sklave für dich geschuftet und mich nie deinen Anordnungen widersetzt. Aber mir hast du nie auch nur einen Ziegenbock gegeben, dass ich mit meinen Freunden hätte feiern können. Und nun kommt der da zurück, dein Sohn, der dein Geld mit Huren durchgebracht hat, und du schlachtest ihm gleich das Mastkalb!' ,Aber Kind', sagte der Vater zu ihm, 'du bist doch immer bei mir, und alles, was mir gehört, gehört auch dir!

Jetzt mussten wir doch feiern und uns freuen! Denn dein Bruder war tot und ist ins Leben zurückgekommen, er war verloren und ist nun wiedergefunden.'"  

Wenn du dem Text eine Überschrift hättest geben wollen oder sollen, welche hättest du gewählt? Manches Mal habe ich den Text mit ‚Von der Liebe des Vaters‘ überschrieben. Dann steht der in der Mitte, der vermeintlich dort hingehört. Der eigentlich Handelnde, der in der Erzählung so ganz und gar nicht dominiert, der Vater.  

Mich hat dieses Gleichnis schon so oft beschäftigt und mit den steigenden Lebensjahren habe ich immer weitere Nuancen wahrgenommen, die Schwerpunkte an unterschiedlichen Stellen gesehen und gesetzt. Das macht mir deutlich, wie lebendig Gottes Wort ist, wie aktuell es in die jeweiligen Lebenslagen spricht. Deshalb möchte ich mit meiner Predigt einige Anstöße geben, die hoffentlich der eine oder die andere als Hinweis Gottes erfahren kann.

Rembrandt Harmenszoon van Rijn: Die Heimkehr des verlorenen Sohnes, 1666/1669 Öl auf Leinwand, 262 x 206 cm, St. Petersburg, Eremitage (Ausschnitt) entnommen: https://www.kunst-meditation.it/p-bis-z/rembrandt-verlorener-sohn/ Mehr Infos: https://www.kunst-meditation.it/p-bis-z/rembrandt-verlorener-sohn/

Mein heutiges Hilfsmittel für die Beschäftigung mit dem Gleichnis von den verlorenen Söhnen ist ein Bild des Niederländer Meisters Rembrandt aus den letzten Jahren seines künstlerischen Schaffens. Ein Bild soll nach dem Sprichwort bekanntlich mehr als tausend Wörter sagen. Für uns, die wir die Worte Jesu überliefert durch Lukas haben, kann es helfen, Aspekte zu verdeutlichen, die ein Text uns in dieser Art und Weise nicht vermittelt. Wir sehen in gewisser Weise durch die Augen des Künstlers, der den Text und seine zentrale Botschaft mit den Erfahrungen seines eigenen Lebens gewichtet. Mit diesem Bild möchte ich das zentrale Thema des Textes, die bedingungslose Liebe des Vaters, entfalten. In einem weiteren Teil soll es dann um den älteren und daheimgebliebenen Sohn gehen und die erschütternde Tragik, die diesem Gleichnis innewohnt. Zur Rekapitulation des Geschehens. Der jüngere Sohn in diesem Gleichnis will die Abhängigkeit seines Lebens abschütteln. Er sieht keine Perspektive im Haus seines Vaters.

Er ist nur der Zweitgeborene, der durch das geltende Erbrecht immer als ein Abhängiger neben seinem großen Bruder leben müsste. Deshalb erscheint es ihm nicht nur angemessen, sondern geboten diese Fesseln abzuschütteln. Das gelingt nur, wenn er seine Zukunft selbst in die Hand nimmt und so weit wie möglich vom Vaterhaus Abstand nimmt. Er tritt also mit dieser Bitte, oder sollten wir besser sagen Forderung, an den Vater heran. ‚Gib mir, was mir nach deinem Tod zusteht. Zahle mich aus, damit mein Leben anfangen kann. Hier ist mir alles zu eng. Ich sehe hier keine Zukunft für mich.‘ Ich muss ganz schön schlucken, wenn ich mir vorstelle, dass ich ein solches Ansinnen an meinen Vater herangetragen hätte. Das bedeutet doch eindeutig, dass ich seinen Tod vorwegnehme. Ich erkläre ihn für tot. Oder ich drehe mal die Gedanken um: unser Sohn kommt auf mich zu und stellt eine solche Forderung auf. Das bedrückt mich. Es ruft aber auch gleichzeitig meinen Widerstand hervor. Das kannst du doch nicht machen. Das lasse ich mir nicht gefallen. Bedenke, was du hier vorträgst. Ganz anders der Vater in dem Gleichnis. Ohne jeden Einwand gibt er dem Jungen, was dieser gefordert hat, höchstwahrscheinlich ahnend, was aus der Aktion erwachsen wird. Wir ersparen uns, die Entstehung und den Verlauf des Elends im Detail vor Augen zu führen. Der Lukastext schildert das nachvollziehbar und facettenreich. Fakt ist: das Projekt ‚Aufbruch in meine Zukunft‘, das den Abbruch aller bisherigen Sicherheit gebenden Systeme beinhaltete, ist grandios gescheitert. Bei den Schweinen gelandet, ein sprichwörtlich gigantischer sozialer Abstieg (für einen Juden die schlimmste und abscheulichste Vorstellung). Wer soweit abgestürzt ist, ist von Gott, allen guten Geistern und wohlwollenden Menschen verlassen. Hier gibt es nichts mehr, das ihm/ihr helfen könnte. Doch! Es gibt ja noch das Vaterhaus. Das war die Erinnerung des Projektmanagers ‚Aufbruch in meine Zukunft‘, der sich selbst erkennt und nicht glauben kann, was er da wahrnimmt. Er weiß nur das eine: Ich muss zurück zu meinem Vater. Ganz gleich, wie er reagieren wird. Es reicht mir, bei ihm Lohnarbeiter zu sein. Die Begegnung mit seinem Vater sollte ihm weitaus besseres bescheren, seine Vorstellungen sprengen, seine Gedanken bei weitem übertreffen.

Es gibt einige Beobachtungen, die man auf dem Bild von Rembrandt machen kann. Wir könnten uns in einem anderen Zusammenhang in kleinerer Runde dazu sicher gut und lange austauschen. Heute will ich nur eine Beobachtung herausgreifen. Ein Detail hat Betrachter des Bildes inzwischen über Jahrhunderte hinweg stutzig gemacht. Wer es wahrgenommen und aufgenommen hat, kommt sehr ins Nachdenken.

Wir gehen also ein wenig dichter an das Bild heran und schauen uns den im Lichte stehenden Vater an.

Der hat seine Hände segnend und bergend auf den Schultern des verlorenen Sohnes. Der Heimgekehrte kniet vor dem Vater mit seinem kahlgeschorenen Kopf an dessen Brust ruhendend. Entspannt, erleichtert, geradezu glücklich und im Frieden mit seinem Leben, so kniet er und empfängt durch die aufgelegten Hände die Geborgenheit, die Zukunft mit sich bringt. Wir schauen noch einmal ganz genau hin.  Es sind zwei unterschiedliche Hände. Die linke kräftig mit gespreizten Fingern und deutlich konturierten Sehnen und Adern. Eine Männerhand. Die rechte fein, schmal, zierlich liegt sie geradezu zärtlich auf der Schulter. Beide Hände sind das Zeichen eines neuen Bundes. Der Sturm ist vorüber. Der Aufstand des Adam, der doch sein Leben aus Gott hat, hat sich gelegt. Die Annahme des Sohnes um seiner selbst willen, ohne jeden Verdienst, ohne jede Möglichkeit der Vergeltung wird aus dem Text in die visuelle Welt geholt. Wir können hier bildlich sehen, was Gott von sich selbst ausgesagt hat. Jahreslosung 2016 – „Gott spricht: Ich will euch trösten wie einen seine Mutter tröstet.“ Jes 66,13   Das ist ein Geheimnis und bedarf keiner weiteren Entfaltung. Denn ein Geheimnis kann und darf gar nicht entzaubert werden. Gott ist Gott. Das ist die Tiefe seines Seins. Deshalb kann er sein, was keiner von uns kann. Er ist Vater und Mutter zugleich. Obgleich er keines Geschlechtes bedarf, ich könnte sagen keines hat oder eines Geschlechtes ist, nimmt er doch um unser Willen diese Kategorien an und auf sich. Weil wir das brauchen und weil wir von ihm bekommen, was wir brauchen. Das Bild verdeutlicht, welche Nähe Gott, der Herr, geschaffen hat. So sehen wir:  Hier ruht einer, der von Vater und Mutter ans Herz genommen wird. Ein Mensch kommt heim. Nun ist Versöhnung Wirklichkeit geworden.

Wenden wir uns einer weiteren Hauptperson in dem Gleichnis zu. Es ist der ältere Sohn. Er ist das Vorbild eines Sohnes, wie man ihn in der antiken Welt haben wollte, vielleicht teilweise auch heute noch. Sowohl sozial, familiär wie auch wirtschaftlich und religiös ist er den Weisungen der Tradition gefolgt. Er war pflegeleicht, wie man so sagt. Es gab keine Widerworte, keine Diskussionen, keinen Streit. Der Vater konnte sich auf ihn verlassen. Die große Landwirtschaft lief, weil er die Zügel in die Hand genommen hatte. Er hatte das Sagen und war bei den Bediensteten anerkannt. Doch jetzt, da er von einem Mitarbeiter in Erfahrung bringen musste, was sich denn hier in seiner Abwesenheit, dem normalen Arbeitstag, auf dem Hof getan hat. Es sprudelt aus dem Mitarbeiter nur so von Freude heraus: dein Bruder, den wir für tot gehalten haben, ist wieder heimgehkehrt. Dein Vater hat alle Register gezogen und wir müssen feiern, weil wir so voll Freude über die Rückkehr sind. Freu dich mit uns. Das geht nicht, das geht ganz und gar nicht.  Das ist gegen alle Regeln. Das ist ungerecht. Er verweigert den Eintritt in das erleuchtete und von Freudenwellen bebende Vaterhaus. Er bleibt draußen vor der Tür. Selbst als der Vater zu ihm in die Dunkelheit kommt, um die Dinge anzusprechen und zu klären, bleibt er stur. Wie ein kleiner Junge. In ihm kommen all die negativen Gedanken und Gefühle auf, die er über die Jahre hinweg angesammelt hat. Er kann sich nicht mitfreuen, er ist vergrämt. Es ist der Neid, das Gefühl immer zu kurz gekommen zu sein, seine Wünsche zurückgestellt zu haben, die an ihm fressen. Er schaut missgünstig zu den erleuchteten Fenstern des Vaterhauses. Es wiederholen sich die Dinge in der Menschheitsgeschichte. Der ältere Bruder erweist sich als ein geradliniger Nachkomme Kains. Die Wut, dass der Kleine wieder einmal das bekommen hat, was ihm eigentlich gar nicht zusteht, macht ihn blind und taub, abgründig ärgerlich. Eben noch hatten wir einen pflichtbewussten, fleißigen, gesetzestreuen, gehorsamen und menschenfreundlichen jungen Mann vor uns. Als wenn ein Schalter umgelegt worden wäre, ergreift eine dunkle menschenverachtende, hartherzig reagierende Macht Besitz von ihm. Er wird übelgelaunt, gereizt, spöttisch, stolz, ein egoistisches Wesen. Bei Henri Nouwen habe ich gelesen: „Wenn ich tief in mein eigenes Leben hineinschaue und mich dann bei dem der anderen umsehe, frage ich mich, was größeren Schaden anrichtet, die Gier oder der Groll. Unter den „Redlichen“ und „Gerechten“ findet sich so viel Groll und Griesgrämigkeit. Unter den „Heiligen“ gibt es so viel Vorurteil, so viel Verurteilung. Unter den Leuten, die mit so viel Eifer „Sünden“ meiden, herrscht soviel abstoßende Kälte.“ (Nimm sein Bild in dein Herz, S. 89) In dem Bild vom heimkehrenden Sohn stellt der Maler diese Einstellung dadurch dar, dass er den älteren Sohn zum einen als größte Figur ins Bild gesetzt hat. Gleichzeitig steht er aber nicht auf dem Boden, auf dem sein Bruder kniet. Doch nur dort, auf dem Boden der Sündenerkenntnis, des erschüttert Seins über das gelebte Leben, eben gerade dort und nur dort wird man vom Vater gesegnet.

Wir verlassen das Bild völlig und lassen den Evangeliumstext als letztes zu uns sprechen. Es berührt mich immer wieder, ja es erschüttert mich, wenn ich den Text bis zum Ende lese. Im Gegensatz zum Märchen hat dieses Gleichnis kein Happy End. Im Gegenteil. Die Geschichte endet zwar nach von offen, aber eben in der Dunkelheit. Der Vater ist rausgegangen zu seinem älteren Sohn. Die Weigerung des Sohnes mit ins Haus zu kommen schreckt ihn ebenso wenig ab wie die Forderung des Zweitgeborenen am Anfang der Geschichte. Er hält auch diesen Rückfall in der Beziehung aus. Er hält in der Dunkelheit bei seinem Kind aus.

Die Parabel endet mit dem Apell des Vaters und seinen zum Segnen bereiten offenen Armen: Vers 31 „,Aber Kind', sagte der Vater zu ihm, 'du bist doch immer bei mir, und alles, was mir gehört, gehört auch dir! Vers 32 Jetzt mussten wir doch feiern und uns freuen! Denn dein Bruder war tot und ist ins Leben zurückgekommen, er war verloren und ist nun wiedergefunden.'"  

Liebevoll, geradezu flehentlich sind die Worte des Vaters, die in die Dunkelheit an seinen älteren Sohn gerichtet werden. Hier endet das Gleichnis. Der Vater steht in der Dunkelheit und wartet auf Antwort.

Bernd Wittchow


Liebe Gemeindemitglieder und Freunde der EFG Buckow – Müncheberg,
dieses Wochenende gibt es keine Predigt in Schriftform, sondern eine herzliche Einladung zum Gottesdienst am 21.6.20. Bernd Wittchow wird über Lukas 15,11-32 predigen. Das Thema: So kann man Gott, den Vater, auch erleben.
Der Gottesdienst findet in Buckow im Garten statt. Es wird ein Gottesdienst mit Musik und Gesang und genügend Platz für ALLE, wenn auch mit Corona-Abstand. Es gibt Schattenplätze und Sonnenplätze. Bitte denkt an einen Sonnenschutz. Ein Stuhlkissen wäre ebenfalls praktisch.
Liebe Grüße
Inge Clausonet
Müncheberg, den 19.6.20


Liebe Mitglieder und Freunde der EFG Buckow- Müncheberg,

die Frage, der wir heute folgen, heißt: Wie geht es nach Pfingsten weiter mit der Gemeinde Jesu? Was berichtet uns die Bibel? Wo sind die 3000 Menschen geblieben, die sich taufen ließen? Um auf diese Fragen eine Antwort zu finden, lesen wir in der Apostelgeschichte weiter. Sie berichtet, dass die getauften Menschen, die mit den Aposteln zusammen in Jerusalem waren, der Jesusnachfolge eine Alltagsstruktur gaben. Sie gestalteten gottesdienstliche Veranstaltungen mit Singen, Gebet und Auslegung des Worts Gottes. Sie hatten Gemeinschaftsveranstaltungen mit Essen und Trinken. Sie legten den Grundstock dessen, was wir heute Diakonie nennen. Die laufenden Kosten beglichen sie aus dem Verkauf von eigenen Vermögenswerten. Es gab also von Beginn an eine wirtschaftliche Seite in der jungen Glaubensgemeinschaft.

Eine besondere Stellung hatte das Abendmahl. Einerseits war es Herrenmahl und spiegelte die Gemeinschaft mit Jesus wider. Andererseits war es das Gemeinschaftsmahl und drückte die Verbundenheit der an Jesus Christus glaubenden Menschen untereinander aus.
Erstaunlich ist, wie schnell diese Glaubensgemeinschaft der Jesusnachfolger in ganz Jerusalem bekannt und geachtet wurde. In der Apostelgeschichte wird uns berichtet, dass die Hilfsbereitschaft untereinander und ihre gegenseitige Liebe dazu führten, dass jedermann in Jerusalem von einer tiefen Ehrfurcht gegenüber Gott ergriffen wurde (Apostelgeschichte 2, 42 – 47). Es erfüllte sich, was Jesus in Johannes 13,35 seinen Jüngern gebietet: „Ich gebe euch ein neues Gebot: Liebt einander! Ihr sollt einander lieben, wie ich euch geliebt habe. An eurer Liebe zueinander werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid.“ Berichtet wird uns ebenfalls in der Apostelgeschichte, dass die Jünger nach wie vor an den gewohnten Veranstaltungen der jüdischen Glaubensgemeinschaft teilnahmen (Apg. 3,1 – 10). Ermutigt durch den Heiligen Geist bezeugten sie dabei ihren Glauben an Jesus in diesen Veranstaltungen und luden ihre Mitmenschen ein, Jesus kennen zu lernen. Als der allseits bekannte und gelähmte Bettler plötzlich als Gesunder im Tempel Gott lobte, war das Erstaunen groß. Die Kraft Jesu wirkte Großes im Leben der an Jesus Glaubenden und unter den gottesfürchtigen Bewohnern Jerusalems. So waren die Jesusanhänger plötzlich Tagesgespräch.

Wir alle kennen das Sprichwort, da wo viel Licht ist, gibt es auch Schatten. Etwas Natürliches, etwas Physikalisches, das wir an jedem Sonnentag in der Natur bestaunen können. Der Lichtstrahl der Sonne kann unterbrochen werden durch einen lichtundurchlässigen Gegenstand und es entsteht ein Schattenbild des Gegenstandes. Vergleichbares ist der jungen Jesusbewegung in Jerusalem geschehen. Die jüdische Glaubenskultur, vertreten durch die Schriftgelehrten und Pharisäer, stellt sich der jungen Bewegung entgegen. Petrus und Johannes müssen sich vor dem Hohen Rat für ihre Predigt und die neue Art an Gott zu glauben, rechtfertigen. Die Hüter die öffentlichen Ordnung wollen ihnen verbieten, über ihren Glauben an Jesus Christus zu reden und in seinem Namen Wunder zu wirken. Dem widersprechen beide unerschrocken. Ich zitiere: „Urteilt selbst, ob es vor Gott recht ist, euch mehr zu gehorchen als ihm! Uns ist es auf jeden Fall unmöglich, nicht von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben." (Apostelgeschichte 4, 19+20) Trotz großer Anerkennung im Volk gab es Gegenwind. Die jüdischen Religionshüter sorgten sich um den religiösen Frieden in der Stadt. Dennoch lassen sich Menschen taufen!
Noch ein Gedanke zu den Festpilgern, die an Pfingsten Jerusalem besuchten. Sie sind wieder nach Hause, als die Festlichkeiten vorbei waren. Mit in ihrem Gepäck der Glaube an Jesus Christus und der empfangene Heilige Geist. Bestimmt haben diese in ihren Heimatorten und Städten von ihren Reiseerlebnissen berichtet. Vom Glauben an Jesus, dass er der Erlöser und der Verheißene Gottes ist. Lesen wir die ganze Apostelgeschichte, so entdecken wir, dass durch diese Menschen an vielen Orten Treffpunkte für Jesusnachfolger entstanden. Die Apostel Paulus und Petrus haben diese Orte später besucht und die Jesusnachfolger im Glauben an Jesus geschult. Daraus erwuchs die frühe Kirche. Wieder wagten es Menschen, ihre bisherigen religiösen Gewohnheiten zu verlassen und dem neuen Glauben der Jesusnachfolger zu folgen. Diese neue Ausrichtung bezeugten sie durch die Taufe.

Vor einigen Wochen fanden wir beim Entrümpeln einer Wohnung im Bethelhaus eine im Goldrahmen gefasste Kopie des Bildes „Baptistische Taufe“ des schwedischen Historienmalers Gustav Cederström. Das Bild ist datiert auf das Jahr 1886. Wenn man bedenkt, dass durch Gerhard Oncken 1834 in Hamburg die erste europäische Festlandgemeinde gegründet wurde, dann ist es ja schon erstaunlich, dass es bereits fünfzig Jahre später baptistische Gemeinden in Schweden gab.

Der Historienmaler dokumentierte die aktuellen Ereignisse im Norden Europas. Dazu gehörten neben den Aktivitäten der Baptisten auch die der Heilsarmee. Beide christlichen Gruppierungen erreichten mit ihrer Arbeit die Herzen der Menschen jener Zeit. Viele ließen sich taufen und es entstanden Glaubensgemeinschaften, die bis heute existieren. Die von Oncken gegründete Baptistengemeinde in Hamburg gibt es heute noch. Sie ist eine von 800 Baptistengemeinden in Deutschland mit 82.000 Mitgliedern. Auch wir gehören zu diesem Gemeindeverbund. Die Heilsarmee ist ebenfalls eine feste Größe in der christlichen Landschaft quer durch Deutschland.

So stellt sich auch heute die Frage: Ist die Taufe wichtig?
Seit Pfingsten in Jerusalem ist die Taufe für den Einzelnen ein öffentliches Bekenntnis zu Jesus Christus. Für viele Menschen markiert sie den Beginn der Jesusnachfolge. Immerhin ist sie von Jesus selbst angeordnet in Matthäus 28, 19-20.

  • Die Voraussetzung für die Taufe ist der persönliche Glaube an Jesus Christus. Markus 16,16
  • Die Taufe ist das Sinnbild für das neue Leben, das Gott uns schenkt. Das Leben ohne Glauben an Jesus Christus ist beendet, das Leben mit dem Glauben an Jesus Christus beginnt. Römer 6, 3+4
  • Mit der Taufe beginnt das Leben in einer neuen Gemeinschaft, der christlichen Gemeinschaft. Apostelgeschichte 2,42
  • Die Taufe ist der Bund eines guten Gewissens mit Gott, 1. Petrus 3,21.

Das glaubwürdige Bekenntnis der vielen Christen vor unserer Generation strahlt bis in unsere Zeit. Die Christen heute sind es, die es mit ihrem Bekenntnis in die nächste Generation tragen. So erfüllt sich das Jesuswort: „Das Totenreich mit seiner Macht wird nicht stärker sein als sie.“ Matthäus 16,18.

Fazit: Die Taufe ist wichtig, weil Jesus sie angeordnet hat.

 

Ich möchte schließen mit einem Gebet, das uns, die wir schon lange getauft sind, an unser Taufe erinnert.

Himmlischer Vater, Du unser Gott,

In der Taufe hast du mir dein Ja – Wort zugesprochen. Ich darf Gotteskind sein durch den Glauben an Jesus Christus.

In der Taufe habe ich dir mein Ja gegeben.

Es gab Zeiten, da fiel es mir leicht, das Versprechen zu halten.

Es gab Zeiten, da habe ich deinem Zuspruch wenig Glauben geschenkt.

Hin und wieder bin ich fast fremd geworden.

Doch deine Liebe lässt mich nicht los.

Deine Liebe in Jesus Christus ist stärker als mein Versagen.

Deine Treue endet nicht mit meiner Sünde.

Du zeigst mir den Weg der Vergebung und nimmst mich an.

Sende deinen Geist heute in mein Leben und erneuere mich an Leib und Seele.

Ich will bei dir sein, öffne deine Vaterarme für mich.

Amen.

Ich wünsche allen Brieflesern einen gesegneten Sonntag und bleibt gesund.

Inge Clausonet

Müncheberg, den 7.6.20

Wer die einzelnen Bibelstellen nachschlagen möchte, findet auf der Seite der Deutschen Bibelgesellschaft verschiedene Bibelübersetzungen mit Suchfunktion.


Liebe Mitglieder und Freunde der EFG Buckow – Müncheberg,

an diesem Sonntag feiern wir Pfingsten. Das dritte große Fest im kirchlichen Jahreskalender.

Dieser Tage sah ich eine Umfrage, die aussagt, dass die meisten Deutschen nicht mehr wissen, was Pfingsten bedeutet. Wie geht es Dir mit diesen Feiertagen? Zwei Tage Pfingsten feiern – was feierst Du?

Lesen wir den zu Pfingsten gehörenden Bibeltext in Apostelgeschichte 2 , so staunt man nicht schlecht über die aufregenden Ereignisse an jenem ersten Pfingsttag. Dieses Ereignis geschah 50 Tage nach Ostern. Wieder finden wir im Hintergrund ein wichtiges jüdisches Fest, zu dem gläubige Juden nach Jerusalem pilgerten, um zu opfern und zu feiern. Das Schawuot, auch Wochenfest, wurde zu Beginn der Weizenernte gefeiert. Es ist ein Fest großer Dankbarkeit. Gedankt wird für die Ernte und die Thora - Gottes Wort. Details dazu finden sich unter anderem im 5. Mose 16

Wir Christen feiern an Pfingsten die Ausgießung des Heiligen Geistes. Jener Kraft aus der Höhe, die Jesus seinen Jüngern versprochen hat: Ich aber werde die Kraft aus der Höhe auf euch herabsenden, wie mein Vater es versprochen hat. Bleibt hier in der Stadt, bis ihr damit ausgerüstet werdet.«. Lukas 24,49 

  • Diese Kraft formt aus uns andere Menschen: „Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Ängstlichkeit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ Timotheus 1,7.
  • Schier nicht in Worte zu fassen ist, dass dieser Geist, die an Jesus glaubenden Menschen in alle Wahrheit leitet. Das macht uns nicht fehlerfrei, sondern die Kraft des Geistes Gottes begleitet uns mit Langmut und hilft uns immer wieder auf dem Weg der Jesusnachfolge zu bleiben. Gottes Geist begleitet uns Schritt für Schritt durch unser ganzes Leben.
  • Lehrt uns, was Jesus gefällt und will uns vor Sünde bewahren. Johannes 16 13 – 15: „Doch wenn der ´Helfer` kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch zum vollen Verständnis der Wahrheit führen. Denn was er sagen wird, wird er nicht aus sich selbst heraus sagen; er wird das sagen, was er hört. Und er wird euch die zukünftigen Dinge verkünden. 14 Er wird meine Herrlichkeit offenbaren; denn was er euch verkünden wird, empfängt er von mir. 15 Alles, was der Vater hat, gehört auch mir. Aus diesem Grund sage ich: Was er euch verkünden wird, empfängt er von mir.«

Das ist, was uns die Apostelgeschichte von den Jüngern berichtet. Die durch die Ereignisse verunsicherten und ängstlich gewordenen Jünger - „waren alle wieder an demselben Ort versammelt“ (Vers 1), sie tun, was Jesus ihnen aufgetragen hat. Bleibt in Jerusalem und wartet! Warten kann kreativ sein. Warten kann schrecklich sein. Warten kann voll Erwartung sein. Ich kann mir vorstellen, es war bei den Jüngern ein Mix aus allem.

Jetzt, wo Jesus seit Himmelfahrt nicht mehr unter ihnen ist, gibt es viele Zukunftsfragen zu klären. Wie könnte es auch anders sein. Sind sie doch alle Menschen mit Gefühlen und Empfindungen wie Du und ich.

Wo könnten sie alle gewartet haben? In einem Haus? In einem Garten? Vielleicht waren sie auch mitten unter den Festgästen und haben das wichtige Schawuot-Fest gefeiert. Etwas Vertrautes in einer für sie unsicheren Zeit. Mit vertrauten Gebeten und bekannten Liedern Gott loben und danken, für das tägliche Brot und für die Thora, Gottes Wort.  

Vertraute Gebete, Psalmen und Lieder sind bis heute Balsam für jede verängstigte und aufgewühlte Seele. Sie sind vergleichbar mit einer Brücke, die eine Verbindung herstellt zu dem, der uns zusagt: „Siehe ich bin bei Euch alle Tage eures Lebens“ (Matthäus 28,20).

In diese Situation hinein macht Jesus seine Verheißung wahr. Gottes Geist in Form von kleinen Flammen wird sichtbar über den Köpfen der Jünger. Die eigentlich Hebräisch und Aramäisch sprechenden Männer haben auf nicht erklärbare Weise die Fähigkeit, in den Sprachen der angereisten Festpilger zu sprechen. Mindestens 15 verschiedene Sprachgruppen erwähnt die Apostelgeschichte. Ein unglaubliches Erlebnis. Eine den Verstand verwirrende Angelegenheit. Etwas, das jedem Anwesenden den Atem verschlägt. Was mag sich in den Köpfen der Zuschauenden alles abgespielt haben. Einen kleinen Einblick gewährt uns hier die Apostelgeschichte, was hat das zu bedeuten fragten die Einen. Die sind betrunken, sagten Andere.

In Wirklichkeit geht in Erfüllung, was Jesus verheißen hat. Gottes Geist wird ausgegossen über allen, die an Jesus glauben und sie werden befähigt, Botschafter Jesu zu sein. Das sind die an Jesus glaubenden Menschen bis heute.

So laden wir Christen durch unsere Lebensart und unsere Lebensüberzeugung, durch Wort und Tat, Mitmenschen ein, ebenfalls Botschafter Jesu zu werden.

Dem Fischer Petrus gelingt es am Pfingsttag, der versammelten Festversammlung glaubwürdig und überzeugend Jesus als den von Gott gesandten Erlöser vorzustellen. Eindringlich erklärt er anhand  der Heiligen Schrift, dass Jesus der von Gott verheißene Messias ist.
Petrus erlebt, dass durch ihn geschieht, wozu er von Jesus beauftragt ist: “Du bist Petrus, der Fels, und auf diesem Felsen will ich meine Gemeinde bauen (Matthäus 16,18). Das ist was der Geist Gottes auch in Deinem Leben wirkt.
Gabe und Aufgabe werden sichtbar, die Jesus für Dich bereit hat. Das waren damals und heute nicht nur Gaben, die Menschen in den Mittelpunkt rücken. Oftmals sind es Fähigkeiten, die kaum wahr genommen werden von Mitmenschen oder die für selbstverständlich gehalten werden. Ist es die Aufgabe, die Dir Jesus zugedacht hat, so tue sie von Herzen und mit großer Dankbarkeit. Du bist in diesem Dienst Botschafter/in Jesu. Rückt Dich deine Aufgabe in den Mittelpunkt der Gemeinde oder gar in die Öffentlichkeit, sei dankbar bei jedem Lampenfieber und vertraue darauf, Jesus gibt Dir, was du brauchst, um Ihn auch in dieser Aufgabe zu Ehren.

Jesusnachfolge wird geübt und trainiert, so wie jeder Sportler seine Sportart übt und trainiert. Was für diesen das Stadion ist, ist für den Christen die Gemeinschaft der Christen in der Gemeinde.

Das Ergebnis der Predigt des Petrus bringt bis heute jeden Pastor/in zum Staunen – 3000 Menschen folgen dem Aufruf zur Umkehr und Jesusnachfolge. Lesen wir Apostelgeschichte 2,37-42:  37 Die Zuhörer waren von dem, was Petrus sagte, bis ins Innerste getroffen. »Was sollen wir jetzt tun, liebe Brüder?«, fragten sie ihn und die anderen Apostel. 38 »Kehrt um«, erwiderte Petrus, »und jeder von euch lasse sich auf den Namen von Jesus Christus taufen! Dann wird Gott euch eure Sünden vergeben, und ihr werdet seine Gabe, den Heiligen Geist, bekommen. 39 Denn diese Zusage gilt euch und euren Nachkommen und darüber hinaus allen Menschen auch in den entferntesten Ländern – allen, die der Herr, unser Gott, zu seiner Gemeinde rufen wird.« 40 Mit diesen und noch vielen anderen Worten bezeugte Petrus ihnen ´das Evangelium`; eindringlich ermahnte er sie: »Diese Generation ist auf dem Weg ins Verderben! Lasst euch retten vor dem Gericht, das über sie hereinbrechen wird!« 41 Viele nahmen die Botschaft an, die Petrus ihnen verkündete, und ließen sich taufen. Durch Gottes Wirken wuchs die Gemeinde an diesem Tag um etwa dreitausend Personen.

Pfingsten ist also die Geburtsstunde der weltweiten Kirche. Seit Pfingsten blieben die Jünger nicht mehr in Jerusalem, sondern sie folgen dem Auftrag Jesu – gehet hin in alle Welt. Die Grafik von Seidel versucht dieses Gehen darzustellen. Gesandte auf dem Weg zu den Rufenden und Wartenden. Bist Du dabei?

Ich wünsche allen ein frohes und gesegnetes Pfingstfest und bleibt gesund!

Inge Clausonet

Müncheberg, 28.5.20


 

Liebe Mitglieder und Freunde der EFG Buckow – Müncheberg!

Ganz herzlich möchte ich Euch zum Wochenende grüßen mit Psalm 18, 19 b – 33

Doch der Herr gab mir Halt und Sicherheit. 20. Er führte mich aus der Not in den weiten Raum der Freiheit, riss mich aus aller Gefahr heraus, weil er Gefallen an mir hatte. 21. So handelte der Herr an mir, denn ich hatte nach seinem Willen gelebt. Weil meine Hände rein waren von aller Schuld, hat er mir Gutes vergolten. 22. Denn ich achtete auf die Wege des Herrn und hielt mich an sie; ich habe mich nicht von meinem Gott losgesagt. 23. Alle seine Rechtsbestimmungen standen mir vor Augen, seine Vorschriften habe ich nicht verworfen. 24. Ich hielt mich mit ungeteiltem Herzen an ihn, ich hütete mich davor, schuldig zu werden. 25. Da belohnte der Herr mich dafür, dass ich nach seinem Willen lebte. Denn in seinen Augen waren meine Hände rein von aller Schuld. 26. Wer dir treu ist, dem bist auch du treu. Wer sich ganz zu dir hält, dem bleibst du zugewandt. 27. Dem, der sich rein hält von Schuld, begegnest du aufrichtig. Wer jedoch hinterhältig ist, dem stellst du dich quer. 28. Denn du rettest ein von Not gebeugtes Volk, aber Menschen mit hochmütigem Blick erniedrigst du. 29. Du, Herr, du lässt mein Licht erstrahlen, du, mein Gott, erleuchtest meine Finsternis. 30. Denn mit dir kann ich meinen Feinden entgegenstürmen, mit meinem Gott kann ich über Mauern springen. 31. Was für ein wunderbarer Gott! Vollkommen ist sein Weg. Das Wort des Herrn ist rein. Ein schützender Schild ist er für alle, die sich bei ihm bergen. 32. Wer ist denn Gott außer dem Herrn? Und wer könnte ein Fels sein als allein unser Gott? 33. Gott ist es, der mich mit Kraft ausrüstet, der mir hilft, auf dem richtigen Weg zu bleiben.

Bei diesen Psalmversen hat mich der Vers 26 besonders angesprochen. „Wer dir treu ist, dem bist du auch treu. Wer sich ganz zu dir hält, dem bleibst du zugewandt“. Eine gewaltige Aussage. Der Psalmist gewährt uns einen Einblick in seine Herzensüberzeugung. Zutiefst ist er davon überzeugt, in jeder Lebenssituation ist Gott dem nahe, der sich zu ihm bekennt. Lesen wir die Historienberichte der Bibel über den König David, der diesen Psalm verfasst hat, erkennen wir, er erlebte Gutes, kannte Versuchung und Anfechtung. Musste sich wie wir entscheiden, will ich dem Wort Gottes folgen oder folge ich dem Weg der Sünde. Ihm blieb es ebenfalls nicht erspart sich eingestehen zu müssen, dass er falsche Entscheidungen getroffen hat. Er erlebte Vergebung seiner Sünde und Schuld. Fasziniert von der Güte und Barmherzigkeit Gottes verfasst er dieses Erleben in Psalmgebeten und Lieder. Gott stellte ihm Freunde und Propheten als Ratgeber zur Seite, die so wie er die Treue Gottes bezeugen. Höhen und Tiefen gehörten bei David zum Lebensalltag wie zu unserem Glaubensalltag. Eines erstaunt mich an David immer wieder, seine unerschütterliche Treue gegenüber Gott. Diesen Punkt aus dem Leben von David will ich mir zum Vorbild nehmen – in jeder Lebenssituation Gott treu sein!

Infos:

  • Der Gottesdienst morgen wird aufgezeichnet und kann ab Montag auf der Homepage angesehen werden.
  • Am Montag trifft sich die Gemeindeleitung und berät unter anderem über die Form der weiteren Gottesdienste. Anregungen zu diesem Thema dürfen gerne an die Mitglieder der Gemeindeleitung übermittelt werden. So können diese mit in die Beratung einfließen.
  • Vergessen wollen wir nicht füreinander zu beten. Beten wollen wir auch für die Entscheidungsträger unserer Städte und unseres Landes.

Allen wünsche ich ein gesegnetes Wochenende und bleibt gesund!

Inge Clausonet

Müncheberg, 23.5.2020