Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

Wir sind Mitglied im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R. Darüber hinaus gehören wir, neben vielen weiteren Gemeinden, einem Landesverband an.



Durch Zeitung lesen auf Ideen kommen

Wie findet eine Gemeinde ein förderungswürdiges Projekt? Dieser Frage ging der Arbeitskreis Fördermittel im BEFG mit über dreißig Interessierten aus verschiedenen Gemeinden nach..

19.10.2020

2. Kursblock Seelsorge & Beratung des Kurses 2019/2021

Die Hälfte des Grundkurs Seelsorge und Beratung fand im September statt. Tamara Schenk, Pastorin für junge Gemeinde bei der Kreuzkirche Mainz, berichtet..

17.10.2020

Birnenquitte im Bethel-Garten

Liebe Mitglieder und Freunde der EFG Buckow- Müncheberg!

Im Moment leuchten in den Gärten Bäume mit gelben Früchten. Quittenbäume. Die Früchte werden jetzt geerntet und sie entfalten einen intensiven Duft. Es gibt ca. 200 verschiedene Sorten. Im 9. Jhd. kamen sie mit Mönchen über die Alpen zu uns. Schon Karl der Große ordnete in seiner „Landgüterverordnung“ die Pflanzung von Quitten an. Seitdem zählt die Frucht über die vielen Jahrhunderte zu den wichtigsten Heil- und Nutzpflanzen. Hippokrates schreibt über diese Frucht: „Für Heilzwecke nützliche Frucht.“ Auch wenn sie bei uns einen altmodischen Beigeschmack hat, ist sie in vielen Ländern eine geschätzte Heilpflanze. Sie findet ihre Anwendung bei Erkältungen sowie bei Magenproblemen und Darmentzündungen. Sie gehört in die Familie der Rosengewächse und ist somit eng verwandt mit Apfel und Birne. Die alten Römer nannten sie wegen ihres haarigen Belages „Wollapfel“.
Im Bethel-Garten in Buckow gibt es zwei Quittenbäume mit vielen Früchten. Eine davon bekommt ihr heute geschenkt. Sie duftet nicht nur wunderbar, es lassen sich daraus viele Köstlichkeiten herstellen, die den jahreszeitlichen Infekten den Kampf ansagen.

Der Anblick dieser Früchte ist für mich wie ein Stolperstein! Diese Früchte mit ihrer heilenden Kraft erinnern mich an Jesus, unseren Heiland. Besonders an die Aussage im 1. Petrus 2, 21: „Ja, durch seine Wunden seid ihr geheilt!“ Das mag dem einen oder anderen Abstrakt vorkommen, doch die Bibel macht uns ja selbst darauf aufmerksam, dass wir anhand der Schöpfung die Größe Gottes erkennen können und für mich ist es das größte Wunder, dass Jesus in diese Welt kam um mich, um uns von unseren Sünden zu befreien. An mindestens 40 Stellen spricht die Bibel vom Heiland, der in diese Welt kommt, um uns von unseren Sünden zu erlösen. Es ist eine Dienstbezeichnung Jesu und bildet seinen Auftrag ab. Je nach Übersetzung wird die ebenfalls wie die Quitte in die Jahre gekommene Vokabel „Heiland“ mit Erretter übersetzt. Das Erretter-Sein für uns hat Jesus viel abverlangt.  Davon spricht der 1. Petrusbrief. Ich lese in Kapitel 2 ab Vers 21.

„Auch Christus hat ja für euch gelitten und hat euch damit ein Beispiel hinterlassen. Tretet in seine Fußstapfen und folgt ihm auf dem Weg, den er euch vorangegangen ist – 22 er, der keine Sünde beging und über dessen Lippen nie ein unwahres Wort kam; 23 er, der nicht mit Beschimpfungen reagierte, als er beschimpft wurde, und nicht ´mit Vergeltung` drohte, als er leiden musste, sondern seine Sache dem übergab, der ein gerechter Richter ist; 24 er, der unsere Sünden an seinem eigenen Leib ans Kreuz hinaufgetragen hat, sodass wir jetzt den Sünden gegenüber gestorben sind und für das leben können, was vor Gott richtig ist. Ja, durch seine Wunden seid ihr geheilt. 25 Ihr wart umhergeirrt wie Schafe, ´die sich verlaufen haben`; doch jetzt seid ihr zu dem zurückgekehrt, der als euer Hirte und Beschützer über euch wacht.

Jesus, der Sohn Gottes, erniedrigte sich, wurde Mensch unter Menschen, ertrug Schmach, wurde geschlagen und beschimpft, ertrug Verachtung und Schmerzen mit dem einen Ziel, Heiland, Retter derer zu sein, die ihm vertrauen.

Der Preis, den Jesus bezahlte, damit er Dir Heiland sein kann, lässt sich nicht in Euro oder Dollar erfassen. Petrus formuliert es im Kap1,18-21 so: Ihr wisst doch, dass ihr freigekauft worden seid von dem sinn- und ziellosen Leben, das schon eure Vorfahren geführt hatten, und ihr wisst, was der Preis für diesen Loskauf war: nicht etwas Vergängliches wie Silber oder Gold, 19 sondern das kostbare Blut eines Opferlammes, an dem nicht der geringste Fehler oder Makel war – das Blut von Christus. 20 Schon vor der Erschaffung der Welt war Christus ´als Opferlamm` ausersehen, und jetzt, am Ende der Zeit, ist er euretwegen ´auf dieser Erde` erschienen. 21 Durch ihn habt ihr zum Glauben an Gott gefunden, der ihn von den Toten auferweckt und ihm Macht und Herrlichkeit verliehen hat, und deshalb ruhen jetzt euer Vertrauen und eure Hoffnung auf Gott.“

Jesu Währung, um uns freizukaufen von der Macht der Sünde, ist sein eigenes Leben.

Wozu?

Damit wir ein Leben führen können, das Gott wohlgefällt – damit wir tun können, was richtig ist in Gottes Augen. Freigekauft sind wir, um zu tun, was vor Gott richtig ist.

Was ist das, was vor Gott richtig ist?

Jesus lehrt seine Zuhörer zu diesem Thema:

 »Glücklich zu preisen sind die, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. 4 Glücklich zu preisen sind die, die trauern; denn sie werden getröstet werden. 5 Glücklich zu preisen sind die Sanftmütigen; denn sie werden die Erde als Besitz erhalten. 6 Glücklich zu preisen sind die, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten; denn sie werden satt werden. 7 Glücklich zu preisen sind die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. 8 Glücklich zu preisen sind die, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott sehen. 9 Glücklich zu preisen sind die, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden. 10 Glücklich zu preisen sind die, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich. 11 Glücklich zu preisen seid ihr, wenn man euch um meinetwillen beschimpft und verfolgt und euch zu Unrecht die schlimmsten Dinge nachsagt. 12 Freut euch und jubelt! Denn im Himmel wartet eine große Belohnung auf euch.“

Matthäus 5,3-12

Eine enorme Herausforderung für einen Menschen, der Jesus vertraut, diesen Maßstab Jesu im eigenen Leben Realität werden zu lassen. Doch es ist, was vor Gott richtig ist.

Mich haben die Quittenfrüchte neu an das Geschenk des Erlösers erinnert – befreit sein von der Macht der Sünde, um so leben zu können, wie es Gott gefällt. Das ist eine Heilung im Leben eines Menschen, die nur Gott schenken kann.

Packen wir es an, die wir Jesus vertrauen, weil wir wissen, dass Gottes Geist in unserem Leben uns vollbringen lässt, wozu Jesus uns erlöst hat, zu einem Leben, das wohlgefällig ist vor Gott. Amen!

Inge Clausonet

Müncheberg, den 25.10.20

Apfelquitte in Müncheberg


Liebe Mitglieder und Freunde der EFG Buckow-Müncheberg!

Vor zwei Wochen war das Thema im Gottesdienst die mutige Herangehensweise der Gemeinde in Jerusalem sich eine eigene Struktur zu geben, um ihre umfangreichen Aufgaben zu meistern. Um das Problem mit den griechischen Witwen zu lösen, wurde ein Team aus sieben Leuten gewählt, die einen guten Ruf in der Gemeinde und Jerusalem hatten, mit dem Heiligen Geist erfüllt waren und Weisheit und Sachverstand für die benannte Aufgabe hatten.

Das von der Gemeinde gewählte Team mit Stephanus an der Spitze leistete eine gute Arbeit. Hören wir dazu den Bibeltext aus der Apostelgeschichte. Ich lese aus Kapitel 6, die Verse 8-15 und aus Kapitel 7, die Verse 54-60 nach der Neuen Genfer Übersetzung:

8 Von Gottes Gnade geleitet und mit seiner Kraft erfüllt, vollbrachte Stephanus unter der Bevölkerung große Wunder und außergewöhnliche Dinge. 9 Aber es regte sich auch Widerstand gegen ihn, und zwar in der so genannten Synagoge der Freigelassenen [1], zu der Juden aus der Gegend von Zyrene, aus Alexandria und aus den Provinzen Zilizien und Asien gehörten. Einige Mitglieder dieser Synagoge fingen Streitgespräche mit Stephanus an. 10 Doch gegen die Weisheit, die aus seinen Worten sprach, und gegen die Kraft des Heiligen Geistes, mit der er redete, konnten sie nichts ausrichten. 11 Da stifteten sie einige Männer dazu an, die Behauptung zu verbreiten, Stephanus habe lästerliche Dinge über Mose gesagt und Gott verhöhnt; sie hätten es mit eigenen Ohren gehört. 12 Nachdem seine Gegner auf diese Weise das Volk, die Ratsältesten und die Gesetzeslehrer gegen Stephanus aufgehetzt hatten, fielen sie über ihn her und schleppten ihn vor den Hohen Rat. 13 Dort ließen sie falsche Zeugen auftreten, die behaupteten: »Dieser Mensch äußert sich in einem fort abfällig über unseren heiligen Tempel und über das Gesetz. 14 Wir haben ihn zum Beispiel sagen hören, dieser Jesus von Nazareth werde den Tempel niederreißen und die Ordnungen ändern, die Mose uns im Auftrag Gottes gegeben hat.« 15 Alle, die im Ratssaal saßen, richteten ihren Blick nun auf Stephanus, gespannt, ´was er zu seiner Verteidigung vorbringen würde`. Zu ihrem Erstaunen sahen sie, dass sein Gesicht leuchtete wie das Gesicht eines Engels.

Das mit diakonischer Arbeit beauftragte Team war für die Gemeinde eine Erfolgsgeschichte.  Mit ihrem ganzen Leben stehen die Sieben für das, wozu sie gewählt wurden. Ihr Leben spiegelt, wofür sie stehen. Durch Stephanus geschehen große Wunder unter der Bevölkerung und es ereignen sich außergewöhnliche Dinge. Was sind das für Wunder? Das erzählt uns die Apostelgeschichte nicht. Irgendwie schade empfinde ich das, andererseits ist es nicht wichtig zu wissen, wie so ein Wunder damals aussah. Wichtig ist zu wissen, was die im Namen Jesu geschehenen Wunder wirken sollen und da lernen wir von Jesus zwei Dinge:  1. Sie machen den Namen Gottes und Jesu Christi groß und 2. Sie hinterlassen im Leben dessen, der sie erlebt, eine Segensspur. Diese Wunder sind Teil der Verheißung Jesu an seine Nachfolger, er sagt ihnen zu im Johannesevangelium 14, 13+14: Ich versichere euch: Wer an mich glaubt, wird die Dinge, die ich tue, auch tun; ja er wird sogar noch größere Dinge tun. Denn ich gehe zum Vater, 13 und alles, worum ihr dann in meinem Namen bittet, werde ich tun, damit durch den Sohn die Herrlichkeit des Vaters offenbart wird. 14 Wenn ihr mich in meinem Namen um etwas bitten werdet, werde ich es tun.“  Eventuell ein spektakuläreres Ereignis als das der Speisung der 5000 oder das des Fischzugs? Wir wissen es nicht! Jedenfalls ein Geschehen, das Jesus ehrt und eine Segenspur im Leben der Menschen hinterlässt, für die die Wunder geschehen. Der Unruheherd in der Gemeinde mit den griechischen Witwen scheint geklärt und es ist Ruhe und Frieden in die Gemeinde eingekehrt. Das wird von den Menschen in der Gemeinde gesehen, von den Mitmenschen im Gemeindeumfeld wahrgenommen, das spricht sich herum. So wie heute eine Suppenküche für Bedürftige oder ein Mitternachtsbus für Obdachlose. Und wie es schon immer war, kommentieren die Menschen, die davon hören oder die die Arbeit sehen, das, was sie sehen. Die einen lobend, die anderen mit kritischem Blick.
Ausgerechnet in der Synagoge aus der wahrscheinlich die meisten Besucher in die diakonische Arbeit der Gemeinde kommen, gibt es Streit mit Stephanus. Ich lese nochmals Vers 9+10 Einige Mitglieder dieser Synagoge fingen Streitgespräche mit Stephanus an. 10 Doch gegen die Weisheit, die aus seinen Worten sprach, und gegen die Kraft des Heiligen Geistes, mit der er redete, konnten sie nichts ausrichten.“

Warum Streit? Ist der Grund Neid, Eifersucht, unterschiedliche Ansichten, Sturheit, Starrheit, sie sind in ihrer Ruhe gestört?

Wir alle kennen die zehn Gebote, von Gott gegebene Ordnungen, die das menschliche Verhalten aus dem Blickwinkel des Schöpfers in Gut und Böse einordnet. Versuchen wir das Verhalten „einiger Mitglieder der Synagoge“ nach dem von Gott gegebenen Maßstab der 10 Gebote zu erklären.

Das erste Gebot
Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.

Das zweite Gebot
Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht mißbrauchen.

Das dritte Gebot
Du sollst den Feiertag heiligen.

Das vierte Gebot
Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.

Das fünfte Gebot
Du sollst nicht töten.

Das sechste Gebot
Du sollst nicht ehebrechen.

Das siebte Gebot
Du sollst nicht stehlen.

Das achte Gebot
Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

Das neunte Gebot
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.

Das zehnte Gebot
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh noch alles, was dein Nächster hat.

Zu welchem Ergebnis kommst Du?

Das Neue Testament kennt ebenfalls eine Aufzählung, in der menschliches Verhalten im Lichte des Geistes Gottes bewertet wird: Galater 5

Ich lese ab Vers „16 Was will ich damit sagen? Lasst den Geist ´Gottes` euer Verhalten bestimmen, dann werdet ihr nicht mehr den Begierden eurer eigenen Natur nachgeben. 17 Denn die menschliche Natur richtet sich mit ihrem Begehren gegen den Geist ´Gottes`, und der Geist ´Gottes` richtet sich mit seinem Begehren gegen die menschliche Natur. Die beiden liegen im Streit miteinander, und jede Seite will verhindern, dass ihr das tut, wozu die andere Seite euch drängt. 18 Wenn ihr euch jedoch vom Geist ´Gottes` führen lasst, steht ihr nicht mehr unter ´der Herrschaft` des Gesetzes. 19 Im Übrigen ist klar ersichtlich, was die Auswirkungen sind, wenn man sich von der eigenen Natur beherrschen lässt: sexuelle Unmoral, Schamlosigkeit, Ausschweifung,20 Götzendienst, okkulte Praktiken,Feindseligkeiten,Streit,Eifersucht,Wutausbrüche,Rechthaberei,Zerwürfnisse, Spaltungen, 21 Neid, Trunkenheit, Fressgier und noch vieles andere, was genauso ´verwerflich` ist. Ich kann euch diesbezüglich nur warnen, wie ich es schon früher getan habe: Wer so ´lebt und` handelt, wird keinen Anteil am Reich Gottes bekommen, dem Erbe, das Gott für uns bereithält.22 Die Frucht hingegen, die der Geist Gottes hervorbringt, besteht inLiebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, 23 Rücksichtnahme und Selbstbeherrschung. Gegen solches ´Verhalten` hat kein Gesetz etwas einzuwenden. 24 Nun, wer zu Jesus Christus gehört, hat seine eigene Natur mit ihren Leidenschaften und Begierden gekreuzigt. 25 Da wir also durch ´Gottes` Geist ein ´neues` Leben haben, wollen wir uns jetzt auch auf Schritt und Tritt von diesem Geist bestimmen lassen. 26 Wir wollen nicht überheblich auftreten, einander nicht provozieren und nicht neidisch aufeinander sein!“

Die Auswirkungen menschlicher Selbstsucht sind der Grund für den Streit zwischen den Mitgliedern der Synagoge und Stephanus, der darin gipfelt, dass Stephanus verleumdet wird und vor den Hohen Rat geschleppt wird. Ohne den Geist Gottes kann die menschliche Natur sehr unbeherrscht sein. Nichtbenannte Männer werden von Synagogenmitgliedern angestiftet, eine falsche Behauptung über Stephanus in Umlauf zu bringen. Kapitel 7 Vers 11 Da stifteten sie einige Männer dazu an, die Behauptung zu verbreiten, Stephanus habe lästerliche Dinge über Mose gesagt und Gott verhöhnt; sie hätten es mit eigenen Ohren gehört.

Wer sind „sie“, die dieses tun? Fromme Synagogenmitglieder?!

Fromme Rechthaberei trifft auf leichtgläubige Menschen. Das Ziel: einem vom Geist Gottes erfüllten Menschen zu schaden! Ein böses Vorhaben. Sünde hat kein menschenfreundliches Gesicht! Auch nicht die Sünde frommer Synagogenmitglieder. Sünde will dem Guten schaden und wer ihr folgt, nimmt das billigend in Kauf. Die Ankläger schäumen vor Wut sagt der Bibeltext. Sie ertragen das Gute, das geschieht durch Stephanus und sein Team, nicht. Ihre Reaktion ist jenseits aller menschlichen Vernunft. Sie zerren Stephanus vor Gericht. Dort darf er sich, so wie es das jüdische Recht vorsieht, verteidigen. Er hält eine mutige Verteidigungsrede, in der Stephanus seinen Glauben an Jesus Christus erklärt und den Anklägern Hartherzigkeit und Verrat an Jesus, dem Gerechten, vorwirft. Zum Erstaunen aller: „leuchtet Stephanus Gesicht wie das eines Engels.“ Die Rechtsprechenden erkennen das böse Spiel der Ankläger nicht.  Haben kein Gespür für Gottes Wirken oder wie in der Verhandlung bei Jesus Angst vor dem Volk? Stephanus wird wegen Gotteslästerung zum Tode durch Steinigung verurteilt.
Nicht erst seit Pfingsten wurden mit dem Heiligen Geist erfüllte Menschen verkannt und als Folge davon verfolgt und oft zu Märtyrern. Mich macht dieser Text immer sprachlos und ich stelle mir die Frage, bin ich bereit, so gradlinig wie Stephanus meinen Glauben zu leben? Bin ich bereit in Situationen, die von der Sünde beherrscht werden, das Gott Wohlgefällige zu tun? Stephanus hatte die Kraft dazu und sein Angesicht leuchtet dabei wie das eines Engels und er sieht den Himmel offen in seiner letzten Stunde. Jesus ist da und dominiert für Stephanus die Situation.

Wie sind unsere Vorstellungen von einem Leben voll des Heiligen Geistes? Es läuft alles in geordneten Bahnen? Es herrscht ein liebevoller Umgang, es sind freundliche Mensch voll Toleranz und Güte? Eines können wir an Stephanus Leben erkennen, er schaut der Not nicht tatenlos zu, er setzt sich für Jesus ein und bietet der Sünde die Stirn und riskiert dafür sein eigenes Leben.

Lernen wir von diesem Glaubensbruder und sind wir dankbar, dass nicht zuletzt durch seinen Einsatz die Situation für viele Christen heute so geworden ist, dass sie ihren Glauben ohne Angst und Scheu und in großer Freiheit leben können.

Amen

Für alle, die es interessiert, die ganze Verteidigungsrede des Stephanus: Apostelgeschichte 7,Der Hohepriester fragte Stephanus: »Treffen die Vorwürfe zu, die gegen dich erhoben werden?« 2 Stephanus erwiderte: »Meine Brüder, Väter ´unseres Volkes`, hört mich an!« »Der Gott, dem alle Macht und Herrlichkeit gehört, erschien unserem Vater Abraham, als dieser noch in Mesopotamien lebte und noch nicht in die Stadt Haran gezogen war,3 und sagte zu ihm: ›Verlass deine Heimat und deine Verwandtschaft und zieh in das Land, das ich dir zeigen werde.‹[1] 4 Da verließ Abraham das Land der Chaldäer und zog nach Haran.[2] Und nachdem sein Vater gestorben war, zog er weiter und ließ sich auf Gottes Weisung hin in dem Land nieder, in dem ihr jetzt lebt. 5 Allerdings gab Gott ihm damals keinen Grundbesitz in diesem Land, nicht einmal so viel, dass er seinen Fuß hätte darauf stellen können. Er versprach jedoch, ihm eines Tages das ganze Land zum Besitz zu geben – ihm und seinen Nachkommen.[3] Dabei hatte Abraham zu jenem Zeitpunkt noch gar keine Kinder! 6 Seine Nachkommen, sagte Gott, würden als Fremde in einem fremden Land leben und vierhundert Jahre lang unterdrückt und zu Sklavendiensten gezwungen werden. 7 ›Doch ich selbst‹, kündigte Gott an, ›werde das Volk zur Rechenschaft ziehen, das sie versklavt, und dann werden sie von dort wegziehen und mir hier, in diesem Land, dienen.‹[4] 8 In der Folge schloss Gott mit Abraham den Bund, dessen Zeichen die Beschneidung ist. Als daher Abraham seinen Sohn Isaak bekam, beschnitt er ihn acht Tage nach der Geburt. Und genauso machte es Isaak mit seinem Sohn Jakob und Jakob mit seinen zwölf Söhnen, unseren Stammvätern.[5]«9 »Die Stammväter waren neidisch auf ihren Bruder Josef und verkauften ihn als Sklaven nach Ägypten.[6] Doch Gott war mit ihm[7] 10 und half ihm aus allen Schwierigkeiten heraus, in die er geriet. Er sorgte dafür, dass der Pharao, der ägyptische König, auf Josef aufmerksam wurde und ihm sein Vertrauen schenkte. Der Pharao war von Josefs Weisheit so beeindruckt, dass er ihm das höchste Regierungsamt Ägyptens anvertraute und ihn zum Verwalter aller königlichen Güter[8] machte. 11 Dann brach in ganz Ägypten und in Kanaan eine Hungersnot aus, und damit begann für diese Länder eine schwere Zeit. Auch unsere Vorfahren hatten nichts mehr zu essen. 12 Als Jakob hörte, dass es in Ägypten noch Getreide gab, schickte er ´seine Söhne,` unsere Stammväter, dorthin, ein erstes 13 und ein zweites Mal. Beim zweiten Mal gab sich Josef seinen Brüdern zu erkennen, und auf diese Weise erfuhr der Pharao ´Genaueres` über Josefs Familie.[9] 14 Josef ließ dann seinen Vater Jakob und alle Verwandten nach Ägypten kommen, insgesamt fünfundsiebzig Personen.[10] 15 Jakob ließ sich in Ägypten nieder, und dort starb er auch, er und unsere Väter.[11] 16 Sie wurden nach Sichem überführt und in dem Grab beigesetzt, das Abraham dort von den Söhnen Hamors gekauft hatte.17 »Je näher nun der Zeitpunkt für die Einlösung des Versprechens rückte, das Gott Abraham gegeben hatte, desto größer wurde unser Volk in Ägypten. Es wuchs und vermehrte sich, 18 bis ein König den Thron Ägyptens bestieg, der nichts mehr von Josef wusste.[13] 19 Dieser Herrscher ging mit heimtückischer Grausamkeit gegen unser Volk vor: Er zwang unsere Vorfahren, ihre neugeborenen Kinder auszusetzen, um so das weitere Wachstum des Volkes zu verhindern.[14] 20 In dieser Zeit wurde Mose geboren, und Gott hatte Gefallen an ihm. Drei Monate lang war es seinen Eltern möglich, in ihrem Haus für ihn zu sorgen.[15] 21 Als er dann doch ausgesetzt werden musste, nahm ihn die Tochter des Pharaos zu sich und zog ihn wie einen eigenen Sohn auf. 22 Mose erhielt eine umfassende Ausbildung in den Wissenschaften der Ägypter, und seine Worte und Taten zeichneten ihn als einen besonders fähigen Mann aus. 23 Im Alter von vierzig Jahren erwachte in Mose der Wunsch, nach seinen Brüdern und Schwestern, den Israeliten, zu sehen. 24 ´Als er sie aufsuchte,` wurde er Zeuge, wie ein Israelit von einem Ägypter misshandelt wurde. Er kam dem Unterdrückten zu Hilfe und rächte das Unrecht, indem er den Ägypter erschlug. 25 Mose dachte, seine Landsleute würden verstehen, dass es Gottes Plan war, sie durch ihn zu retten, aber sie verstanden es nicht. 26 ´Das zeigte sich` am darauffolgenden Tag: Mose kam gerade dazu, als zwei Israeliten sich stritten und einander schlugen. Er versuchte den Streit zu schlichten und wollte die beiden dazu bewegen, Frieden zu schließen. ›Männer‹, sagte er, ›ihr seid doch Brüder! Warum fügt ihr einander solches Unrecht zu?‹ 27 Da stieß ihn der, der den Streit begonnen hatte, zur Seite und rief: ›Wer hat dich eigentlich zu unserem Anführer und Richter eingesetzt? 28 Willst du mich etwa auch töten, wie du gestern den Ägypter getötet hast?‹  29 Als Mose das hörte, floh er in das Gebiet der Midianiter.[16] Während der Zeit seines Exils wurden ihm zwei Söhne geboren.[17] 30 Wieder vergingen vierzig Jahre. Da erschien ihm eines Tages in der Wüste am Berg Sinai ein Engel in den Flammen eines brennenden Dornbusches.[18] 31 Mose sah, ´dass der Busch in Flammen stand, aber nicht verbrannte,` und wunderte sich über diese rätselhafte Erscheinung. Er trat näher, um herauszufinden, was es damit auf sich hatte. Da hörte er die Stimme des Herrn: 32 ›Ich bin der Gott deiner Väter, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs.‹[19] Mose war so erschrocken, dass er am ganzen Körper zitterte und nicht hinzusehen wagte. 33 Der Herr aber sagte zu ihm: ›Zieh deine Schuhe aus[20], denn du stehst auf heiligem Boden! 34 Schon lange habe ich gesehen, wie mein Volk in Ägypten misshandelt wird, und habe das Stöhnen der Unterdrückten gehört. Nun bin ich herabgekommen, um sie zu befreien. Darum mach du dich jetzt auf den Weg; ich sende dich nach Ägypten.‹[21] 35 Die Israeliten hatten Mose abgelehnt und zu ihm gesagt: ›Wer hat dich zum Anführer und Richter eingesetzt?‹ Und genau diesen Mose sandte Gott nun als Anführer und Befreier zu ihnen; er beauftragte ihn durch den Engel, der ihm im Dornbusch erschien. 36 Mose war es, der die Israeliten aus dem Land herausführte, ´in dem sie Sklaven gewesen waren,` und er tat dabei Wunder und außergewöhnliche Dinge – sowohl in Ägypten als auch am Roten Meer[22] und während der vierzig Jahre in der Wüste. 37 Mose war es auch, der zu den Israeliten sagte: ›Einen Propheten wie mich wird Gott aus eurer Mitte berufen und als seinen Boten zu euch senden.‹[23] 38 Und als sich unsere Vorfahren in der Wüste am Sinai vor Gott versammelten, war Mose der Vermittler zwischen ihnen und dem Engel, der auf dem Berg mit ihm redete; und es war Mose, der die Gebote entgegennahm – Worte, die zum Leben führen – und der sie an uns weitergab.[24]« 39 »Aber unsere Vorfahren waren nicht bereit, sich Mose zu unterstellen. Im Gegenteil, sie lehnten sich gegen ihn auf und waren entschlossen, nach Ägypten zurückzukehren.[25] 40 ´Als Mose auf dem Berg war,` forderten sie Aaron auf: ›Mach uns Götter, die uns voranziehen ´und uns beschützen`! Denn dieser Mose, der uns aus Ägypten herausgeführt hat, ´ist verschollen`; keiner weiß, was aus ihm geworden ist.‹[26] 41 Und dann fertigten sie eine Götzenfigur an, die Nachbildung eines jungen Stieres, brachten ihr ein Schlachtopfer dar und feierten ein Fest – ein Fest zu Ehren dieses selbstgemachten Götzen.[27] 42 Da wandte sich Gott von ihnen ab und überließ sie ihrem Irrweg, und sie begannen die Gestirne anzubeten, das ganze Heer des Himmels, wie das im Zwölfprophetenbuch[28] zu lesen ist. ´Dort sagt Gott: `›Bin ich es etwa, dem ihr während der vierzig Jahre in der Wüste Schlachtopfer und Speiseopfer dargebracht habt, ihr Israeliten? 43 Nein, das Zelt des Götzen Moloch habt ihr mit euch geführt und den Stern eures Gottes Räfan; Götzenbilder habt ihr euch gemacht, um euch vor ihnen niederzuwerfen. Darum werde ich euch in die Verbannung führen, noch über Babylon hinaus.‹[29]44 »Während ihrer Wanderung durch die Wüste hatten unsere Vorfahren das heilige Zelt bei sich – jenes Zelt, das Mose nach den Anweisungen Gottes hatte anfertigen lassen und das dem Vorbild entsprach, das ihm gezeigt worden war.[30] 45 Die erste Generation übergab das Zelt der zweiten, und diese brachte es in das Land, dessen Bewohner Gott vor unseren Vorfahren her vertrieb und das sie unter der Führung von Josua in Besitz nahmen. ´Dort diente das Zelt` bis in die Zeit Davids ´als Heiligtum`.[31] 46 David nun war ein Mann, den Gott seine Gnade in besonderem Maß erfahren ließ. Deshalb bat er Gott darum, als Heiligtum für die Nachkommen Jakobs ein festes Gebäude errichten zu dürfen.[32] 47 Und sein Sohn Salomo war es dann, der Gott tatsächlich ein Haus baute.[33] 48 Aber wohnt denn der Höchste in einem Haus, das von Menschenhand erbaut ist? Niemals! Beim Propheten ´Jesaja` heißt es: 49 ›Der Himmel ist mein Thron, und die Erde ist mein Fußschemel. Was für ein Haus wollt ihr da für mich bauen? sagt der Herr. Und wo wollt ihr einen Ort finden, an dem ich wohnen könnte?  50 Hat meine Hand nicht das ganze Weltall erschaffen?‹ [34]«

51 »Aber ihr lasst euch ja nicht belehren!«, ´fuhr Stephanus fort. ` »Unbeschnitten seid ihr, unbeschnitten an eurem Herzen und taub für Gottes Reden! Immerfort widersetzt ihr euch dem Heiligen Geist, genau wie eure Vorfahren. Ihr seid nicht besser als sie.  52 Gab es je einen Propheten, den eure Vorfahren nicht verfolgt haben? Sie haben die getötet, die das Kommen des Gerechten ankündigten; und den Gerechten selbst habt ihr jetzt verraten und ermordet. 53 Ihr habt zwar das Gesetz erhalten – Engel haben es euch in Gottes Auftrag überbracht –, aber befolgt habt ihr es nicht.«54 Als Stephanus das sagte, packte seine Zuhörer ein unbändiger Zorn, und ihre Gesichter verzerrten sich vor Wut. 55 Stephanus aber, vom Heiligen Geist erfüllt, blickte jetzt unverwandt zum Himmel hinauf, denn er sah dort die Herrlichkeit Gottes, und er sah Jesus, der an Gottes rechter Seite stand. 56 »Ich sehe den Himmel offen stehen!«, rief er. »Ich sehe den Menschensohn, wie er an der rechten Seite Gottes steht!« 57 ´Vor Empörung` schrien die Ratsmitglieder laut auf und hielten sich die Ohren zu. Alle miteinander stürzten sie sich auf ihn 58 und schleppten ihn vor die Stadt, um ihn zu steinigen. Die Zeugen, ´die gegen ihn aufgetreten waren und daher mit der Steinigung zu beginnen hatten [35], ` zogen ihre Oberkleider aus und legten sie zur Aufbewahrung bei einem jungen Mann nieder, der Saulus hieß. 59 Während man ihn steinigte, betete Stephanus. »Jesus, ´treuer` Herr«, sagte er, »nimm meinen Geist bei dir auf!« 60 Er sank auf die Knie und rief mit lauter Stimme: »Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an!« Das waren seine letzten Worte; dann starb er.

Bibeltext der Neuen Genfer Übersetzung – Neues Testament und Psalmen Copyright © 2011 Genfer Bibelgesellschaft. Wiedergegeben mit freundlicher Genehmigung. Alle Rechte vorbehalten.

Ich wünsche allen ein gesegnete Woche

Inge Clausonet

Müncheberg, 27.9.20


Der Geist ´Gottes` und die Braut rufen: »Komm!« Und wer diesen Ruf hört, soll ebenfalls sagen: »Komm!« Wer Durst hat, der komme! Wer will, der trinke vom Wasser des Lebens; er bekommt es umsonst. Offenbarung 22,17

Liebe Mitglieder und Freunde der EFG Buckow- Müncheberg,

die letzten Wochen mit den heißen Temperaturen und der Anblick einer unter Trockenheit leidenden Natur hat in mir immer wieder Durst nach frischem Wasser ausgelöst. Das ist bestimmt allen von Euch ähnlich ergangen. Was für ein Segen, wir haben genügend Wasser zum Trinken! Doch die Bilder von ausgetrockneten Flüssen und der Anblick vertrockneter Bäume und Felder in unserem Land lehren, Wasser als Durstlöscher für Mensch, Tier und Natur gibt es nicht im Überfluss, es ist ein kostbares Gut, auch bei uns. Da wo es Wasser gibt, finden wir Leben in vielen Formen.
Die Bibel benutzt das Thema Wasser, um uns Wichtiges über Gott und Mensch zu erklären. Eine Seite  davon soll uns zugänglich werden durch den Text in  Johannes 4. Hier stellt sich Jesus der Frau am Jakobsbrunnen als der vor, der ihr Wasser geben kann, von dem sie nie wieder durstig wird. »Jeder, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen. 14 Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr durstig sein. Das Wasser, das ich ihm gebe, wird in ihm zu einer Quelle werden, die unaufhörlich fließt, bis ins ewige Leben«. - 15 »Herr, bitte gib mir von diesem Wasser! «, sagte die Frau.  Johannes 4, 13-15

Verständlich, dass in der heißen Region des Mittleren Ostens der Wunsch besteht, Wasser zu trinken das für immer den Durst löscht. Jesus bietet es der Frau  an und macht deutlich, er meint damit nicht H2O. Er will ihren Lebensdurst stillen und das ist  möglich, wo es ein hörendes Herz für Gottes Wort gibt. Verbunden mit dem ehrlichen Wunsch, das eigene Leben nach diesem Wort auszurichten.  Das Gefühl dieses inneren Durstes kennen wir – eine tiefe Sehnsucht, ein nicht zur Ruhe kommen, ein Wunsch nach – ja wonach? Von Augustinus ist der Satz überliefert: „Unruhig ist unser Herz bis es ruht in dir.“ In Jesus ruhen, wem das gelingt, dessen Lebensdurst wird gestillt. Der  kann verstehen, was es heißt, vom Wasser des Lebens zu trinken. Wir leben in einer Zeit, die den Eindruck vermittelt, als würde alles durchgeschüttelt. Sicherheiten fallen weg, Unsicherheit breitet sich aus und irgendwie müssen wir alle unseren Platz neu finden. Krise nennt man das und diese offenbart Schwächen und gleichzeitig öffnet sie das Tor für neue Wege. In die Zukunft. Krisen lehren allerdings auch, wer sich in ihr nicht bewegt, den fegt sie weg. Kinder Gottes brauchen also lebendiges Wasser, um Hoffnung und Zukunft zu haben. Dazu lädt uns der Text in Offenbarung 22, 7 und folgende ein: »Denkt daran: Ich komme bald«, ´sagt Jesus.` »Glücklich, wer sich nach diesem Buch mit seiner prophetischen Botschaft richtet!« 8 Ich, Johannes, habe alles gehört und gesehen, was hier berichtet ist. Überwältigt von dem, was ich gehört und gesehen hatte, warf ich mich vor dem Engel nieder, der mir das alles gezeigt hatte, und wollte ihn anbeten. 9 Doch er sagte zu mir: »Tu das nicht! Ich bin ´Gottes` Diener wie du und deine Brüder, die Propheten, und wie alle, die sich nach der Botschaft dieses Buches richten. Bete vielmehr Gott an!«

10 Weiter sagte der Engel zu mir: »Versiegle dieses Buch nicht! Halte seine prophetische Botschaft nicht geheim! Denn was hier angekündigt ist, wird sich bald erfüllen. 11 Wer Unrecht tut, mag weiter Unrecht tun, und wer an Unreinheit Gefallen hat, mag sich weiter verunreinigen. Wer aber so handelt, wie es recht ist, soll weiterhin das Rechte tun, und wer ein geheiligtes Leben führt, soll weiterhin so leben, wie es Gott gefällt.« 12 »Ja, ich komme bald«, ´sagt Jesus,` »und bringe jedem den Lohn mit, den er für sein Tun verdient hat. 13 Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Ursprung und das Ziel ´aller Dinge`.«

14 Glücklich, wer seine Kleider wäscht und sie von allem Schmutz reinigt! Er hat das Recht, vom Baum des Lebens zu essen; die Tore der Stadt werden ihm offenstehen. 15 Keinen Zutritt hingegen haben die abtrünnigen Hunde und die, die okkulte Praktiken ausüben, sich sexueller Ausschweifung hingeben, andere umbringen oder Götzen anbeten. Sie und alle, die die Lüge lieben und sich in ihrem Tun von ihr leiten lassen, sind und bleiben draußen. 16 »Ich, Jesus, habe meinen Engel zu euch gesandt, um euch diese Botschaft bekannt zu machen; sie ist für alle Gemeinden bestimmt. Ich bin der Nachkomme Davids, der Spross aus seinem Wurzelstock. Ich bin der helle Morgenstern.«

17 Der Geist ´Gottes` und die Braut rufen: »Komm!« Und wer diesen Ruf hört, soll ebenfalls sagen: »Komm!« Wer Durst hat, der komme! Wer will, der trinke vom Wasser des Lebens; er bekommt es umsonst.

Dieses lebendige Wasser ist nicht zu kaufen, es gibt es bei Jesus umsonst. Schöpfen wir daraus. Amen

Allen Lesern wünsche ich einen gesegnete Woche

Inge Clausonet

Müncheberg, den 30.8.20


Bild: Iris Hamelmann -Pixabay

Liebe Mitglieder und Freunde der EFG Buckow-Müncheberg,

beim Räumen fand ich Ton, der vergangenes Jahr während der Bibelausstellung im Kinderprogramm verarbeitet wurde. Der Anblick des Klumpen Tones erinnerte mich an ein Bild, das die Bibel benutzt „Töpfer – Ton“

So betete der Prophet Jesaja in dem nach ihm benannten Buch in Kapitel 64,8: „Aber nun, Herr, du bist unser Vater; wir sind der Ton, du bist der Töpfer; und wir alle sind deiner Hände Werk“.

Wieder benutzt die Bibel ein bekanntes und vertrautes Bild aus dem Alltag um uns elementares Wissen über Gott und die Stellung des Menschen ihm gegenüber zu vermitteln.

 Lesen wir dazu Jeremia 18,1 - 17

Der Ton und der Töpfer1 Der Herr gab Jeremia eine weitere Botschaft. Er sprach: 2 »Geh zu der Werkstatt des Töpfers hinunter. Ich will dir dort etwas sagen.« 3 Ich ging zur Töpferwerkstatt und traf den Töpfer an seiner Töpferscheibe an. 4 Wenn ein Gefäß, an dem er arbeitete, seinen Erwartungen nicht entsprach, nahm er den Ton und formte ein neues Gefäß daraus, bis es genau so aussah, wie er es haben wollte. 5 Da sagte mir der Herr Folgendes: 6 »Israel, warum sollte ich es mit dir nicht genauso machen können wie dieser Töpfer? Wie der Ton in der Hand des Töpfers, so bist du in meiner Hand. 7 Manchmal drohe ich an, dass ich ein Volk oder ein Königreich ausrotten, vernichten und vom Erdboden vertilgen will. 8 Wenn die Menschen dann aber einsehen, dass ihre Taten schlecht waren, und daraufhin alles Böse lassen, werde ich meinen Entschluss ändern. Dann soll das Unheil, welches ich vorgesehen hatte, nicht über sie hereinbrechen. 9 Andererseits gilt aber auch: Wenn ich ankündige, dass ich ein Volk oder Königreich einpflanzen und gedeihen lassen will, 10 dieses Volk dann aber nur Böses tut und mir nicht gehorcht, dann soll all das Gute, das ich für dieses Volk geplant hatte, nicht eintreffen. 11 Deshalb, Jeremia, sollst du alle Männer von Juda warnen, ganz besonders aber die Bewohner Jerusalems. Sag ihnen: `So spricht der Herr: Ich plane Schreckliches und will Unheil über euch bringen. Aber kehrt doch um, und zwar jeder Einzelne von euch! Tut, was recht ist, und wendet euch von euren falschen Wegen ab!´ 12 Doch sie werden dir antworten: `Spar dir deine Worte! Wir wollen weiter so leben wie bisher - eigensinnig und böse, gerade, wie es uns unser Herz sagt.´« 13 Deshalb spricht der Herr: »Hört euch doch bei den anderen Völkern um, ob man so etwas schon erlebt hat! Israel hat Abscheuliches getan! 14 Schmilzt der Schnee jemals hoch oben im felsigen Gebirge des Libanon? Oder trocknen die eisigen Ströme je aus, die doch von fernen Quellen gespeist werden? 15 Aber mein Volk hat mich vergessen: Sie opfern nutzlosen Götzen. Diese verführten sie und brachten sie von den alten, guten Wegen ab, sodass mein Volk jetzt auf Trampelpfaden vor sich hin stolpert. 16 Deshalb ist ihr Land zu einem abschreckenden Beispiel geworden, zur Zielscheibe des Spottes. Wer daran vorbeikommt, graut sich und schüttelt entsetzt den Kopf. 17 Ich lasse Feinde über mein Volk kommen, die sie in alle Richtungen vertreiben werden, so, wie der Ostwind den Staub verweht. Wenn sie dann, an jenem Tag, in tiefster Not zu mir schreien werden, will ich ihnen meinen Rücken zuwenden und ihnen keine Hilfe zukommen lassen.«

So wie es einen Unterschied gibt zwischen dem Ton und dem Töpfer, so gibt es einen großen Unterschied zwischen dem Schöpfer und seinem Geschöpf.

Wenden wir uns zuerst dem Ton zu. Ton ist ein natürliches Material, aus dem seit Menschengedenken Alltagsgegenstände und Baumaterialien hergestellt werden. Je nach Qualität des Materiales taugt es zu Gegenständen, die leicht zerbrechlich sind oder die durch die entsprechende Bearbeitung über viele Jahrhunderte enorme Belastungen aushalten. Der Ton, mit dem Kinder kreative Dinge formen, trocknet schnell, sieht hübsch aus, wird schnell spröde und zerbricht leicht. Hingegen die Ziegelsteine, die einst hier in der Region produziert wurden, sorgen auch nach vielen Jahren für stabile Mauern an vielen Häusern in Müncheberg und Buckow.

Der Töpfer, er ist der Künstler, der eine Vorstellung hat, was er aus dem Material machen will. Er wird den Ton solange bearbeiten, bis das Ergebnis seinen Vorstellungen entspricht.

Der Ton kann nicht Töpfer sein. Der Töpfer wird nie Ton sein und dennoch gibt es eine Symbiose, ein Miteinander, eine Verbindung. Aus diesem Miteinander entsteht ein wunderbarer Gegenstand, der immer das Können des Töpfers abbildet.

Bleiben wir im Bild der Bibel, sie benutzt dieses, um das Verhältnis Gottes zu uns Menschen zu verdeutlichen. Es verdeutlicht, wie unsere Position zu Gott ist:

Wie Ton in der Hand des Töpfers. Das gilt für alle Menschen zu aller Zeit, auch für uns Christen. Paulus greift dieses Bild in Römer 9,20+21 auf: 20 Du Mensch, wer bist du eigentlich, dass du dir anmaßt, mit Gott zu streiten! »Sagt etwa ein Gefäß zu dem, der es geformt hat: ›Warum hast du mich so gemacht?‹« 21 Hat nicht der Töpfer alle Macht über den Ton? Er kann doch aus ein und demselben Tonklumpe verschiedene Gefäße herstellen: eine Schale für die Festtafel genauso wie einen Nachttopf.“ Es geht in diesem Bild um die Unterscheidung Gott, der Schöpfer und der Mensch, sein Geschöpf. Gott ist der Töpfer, das Geschöpf der Ton.

Es geht um Positionen, um Haltung, um Achtung, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Es geht um Stellung, Macht, um Gegeneinander und Miteinander. Liest man die Zusammenhänge in den biblischen Büchern, die Grund sind für diesen Vergleich, so wird deutlich, dass es der Mensch im Alten und Neuen Testament ist, der öfter vergisst, welche Position er im Umgang mit Gott hat. Durch das Geschenk des Glaubens, das Erleben der Versöhnung, die Zusage Gottes, Gotteskind zu sein, das Erfahren der Segnungen Gottes, kann es zu Situationen kommen, in denen wir uns überschätzen im Umgang mit Gott. Gott ist uns nah durch Jesus Christus, doch er ist immer Gott, er ist immer bei uns, doch immer Gott. Wir erleben ihn in unserem Alltag, immer ist es Gottes Handeln. Bei aller Vertrautheit, bei aller Verbundenheit, keiner von uns steht auf einer Stufe mit Gott. Die Bibel berichtet von Auflehnungen gegen Gott. Von gottesfürchtigen Menschen, die Gottes Handeln als ungerecht empfinden. Ich bin davon überzeugt, dass diese Fehleinschätzungen durch Täuschungen unserer menschlichen Sinne und Empfindungen zustande kommen. Unsre Gedanken gaukeln uns vor, wir könnten Herren sein. Plötzlich keimen im Herzen Gedanken wie: „Sollte Gott gesagt haben?“ Es entstehen Situationen, in denen uns gesagt werden muss wie einst Kain: Achtung, die Sünde lauert vor deiner Tür! Paulus ermahnt jeden Gläubigen im Galaterbrief: Wer da meint, er stehe, der sehe zu, dass er nicht falle! Wir können Situationen durchleben, die wie Weggabelungen sind und an denen wir falsch abbiegen können. Ist das geschehen, wächst daraus Ungehorsam gegenüber Gottes Wort. Es mag eine persönliche Erfahrung sein, die mich zutiefst verletzt hat, dennoch fordert Gottes Wort mich auf zu vergeben – und dieses fällt meist nicht leicht. Manches Menschenherz trifft die Entscheidung, ich will einen eigenen Weg wählen und diesen gehen. Gottes Geist in diesen Situationen erinnert an Gottes Wort, an Jesu Handeln und ich Mensch wende und drehe mich in jede Richtung, nur nicht in die, in die mich Gottes Geist führen will. Dieses eigenwillige Handeln des Volkes Israels damals zur Zeit Jeremias führte dazu, dass Gott mit diesem Bild „Töpfer – Ton“ dem Volk deutlich machte, ihr sitzt nicht im Regiment. Gott urteilt über sein geliebtes Volk, euer Handeln ist böse. Ihr gehorcht meinem Wort nicht!
Dabei gehen sie immer noch in den Tempel und opfern, feiern die Feste und geben ein frommes Erscheinungsbild ab. Doch ihr Herz ist weit weg vom Herzen Gottes. Uns sagt Jesus im Johannesevangelium, wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben (Johannes 5,24). Die, die hören, was Jesus sagt, die, die seinem Wort glauben, die, die nach bestem Wissen und Gewissen handeln, die sind wie Ton in der Hand des Töpfers, aus dem dieser ein Gefäß töpfert, das ihm gefällt.

Wie betet Jesaja? „Du bist unser Vater; wir sind der Ton, du bist der Töpfer; und wir alle sind deiner Hände Werk“

Eine solche Einstellung reift dort, wo durch Buße und Umkehr das neue Leben in Jesus gelebt wird. Wo menschliche Werte und Vorstellungen im Licht des Wortes Gottes geprüft werden.
Bist du wie weicher Ton in der Hand des Töpfers?

Ich wünsche es für uns alle, dass wir durch die Gnade Gottes immer wieder zu dieser Position finden und alle, die uns sehen, erkennen, ja sie sind ein Werk aus Jesu Hand.

Amen

Allen Lesern der Predigt vom 26.7.20 wünsche ich eine gesegnete Woche.

Inge Clausonet

Müncheberg, 26.7.20


Der Willkommenskreis lädt wieder ein:
 
Fremd sein überwinden durch persönliche Begegnungen

 

Wir laden Sie ein, Altmünchebergerinnen und Neubürger, kleine Leute und große Leute,

sich kennen zu lernen in gemütlicher Atmosphäre.

 

  Freitags von 16.00 – 18.00 Uhr

Ort: Evang.-Freikirchliche Gemeinde Müncheberg

Tempelberger Weg 9

15374 Müncheberg

Veranstalter:

Kirchen der Ökumene Müncheberg in Zusammenarbeit mit dem Willkommenskreis Müncheberg.

V.i.S.d.P: I. Clausonet, Tempelberger Weg 9, 15374 Müncheberg

 Einladung auf arabisch

 Einladung auf englisch


 

Liebe Mitglieder und Freunde der EFG Buckow – Müncheberg!

Seit einem Jahr steht im Gemeindegarten in Buckow ein Feigenbaum. Der etwa 1,50 Meter hohe Baum ist schon einige Jahre alt und war eine großzügige Spende für den „Pflanzen der Bibel“-Garten während der Bibelausstellung. Mit dem Ankommen dieses Baumes taten sich Fragen auf. Wie pflegen? Wo soll der Baum überwintern? Wird er je Früchte tragen?

Diese und andere Fragen tauschten verschiedene Betrachter des Feigenbaumes aus. Da traf es sich gut, dass aus Syrien stammende Bekannte aus dem Umfeld der Gemeinde sich mit diesem im Orient beheimateten Feigenbaum bestens auskennen. An einer geschützten Stelle wurde er im Garten eingepflanzt und tatsächlich, er hat den Winter überlebt und seit ca. 12 Wochen wachsen kleine Feigen an dem Baum. Ob unser Klima in Ostbrandenburg ausreicht, damit süße Früchte an dem Baum reifen, wird sich noch herausstellen.
Als Anschauungsobjekt steht heute hier ein junger Ableger des Baumes, der noch seinen eigenen Garten sucht mit einem/er liebevollen Gärtner/in.

Feigenbäume sind öfter Thema in der Bibel, im Alten wie im Neuen Testament. Einer wird von Jesus zur Verdeutlichung einer wichtigen Wahrheit benutzt. Wir alle sollten uns diese Wahrheit ebenso verinnerlichen, oder wie man es umgangssprachlich ausdrückt, „Hinter die Ohren schreiben“.

Lukasevangelium Kapitel 13, 1-9: 1 Zu dieser Zeit erfuhr Jesus, dass Pilatus einige Leute aus Galiläa hatte ermorden lassen, während sie in Jerusalem im Tempel Opfer darbrachten. 2 »Meint ihr, diese Galiläer seien größere Sünder gewesen als andere Menschen in Galiläa?«, fragte er. »Glaubt ihr, dass sie deshalb leiden mussten? 3 Ganz und gar nicht! Ihr werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht von euren bösen Wegen abkehrt und euch Gott zuwendet. 4 Und was ist mit den achtzehn Männern, die starben, als der Turm von Siloah auf sie herabstürzte? Waren sie etwa die größten Sünder in Jerusalem? 5 Nein. Ich sage euch noch einmal: Wenn ihr nicht Reue zeigt und auf eurem Weg umkehrt, werdet ihr genauso umkommen.«

6 Dann erzählte Jesus folgendes Gleichnis: »Ein Mann pflanzte in seinem Garten einen Feigenbaum und kam von Zeit zu Zeit nachsehen, ob er schon Früchte trug, aber er wurde jedes Mal enttäuscht. 7 Schließlich sagte er zu seinem Gärtner: `Ich habe jetzt drei Jahre gewartet und noch keine einzige Feige gesehen! Fälle den Baum. Er beansprucht nur noch unnötig den Boden.´ 8 Der Gärtner erwiderte: `Gib ihm noch ein Jahr Zeit. Ich werde ihn besonders pflegen und kräftig düngen. 9 Wenn wir dann im nächsten Jahr Feigen ernten, gut. Wenn nicht, kannst du ihn fällen.´«

Die schrecklichen Ereignisse im Tempel und auf der Baustelle am Turm von Siloah waren Gesprächsstoff unter den Jüngern und den anderen Begleitern Jesu. Ganz nach Menschenart versuchten sie, den Grund und die Schuldfrage für die Katastrophen zu klären. Und so wie es bis in unsere Tage hinein in manchen christlichen Kreisen üblich ist, fanden Überlegungen statt, ob diese schrecklichen Ereignisse nicht die Folge einer besonders schlimmen Sünde der verunglückten Menschen sind. Somit als Strafe Gottes zu werten sind. Frei nach dem Motto: Selbst schuld, sie hätten ja ein gesetzestreues, Gott wohlgefälliges Leben führen können, dann …… Ja was dann!
Öfter wird nach schrecklichen Ereignissen das Sprichwort bemüht: „Wer die Gefahr sucht kommt darin um.“ Waren die Opfer solche Menschen? In Israel waren die Galiläer zu jener Zeit ein eher zweifelhafter Menschenschlag. „Was kann aus Galiläa schon Gutes kommen“, urteilten die frommen Juden auch über Jesus, der ebenfalls aus Nazareth in Galiläa stammt.
Stimmt, wer mit der Sünde spielt, unterschätzt oft ihre Kraft. Im Hebräerbrief gebraucht der Schreiber folgendes Beispiel, um die Wirkung der Sünde zu verdeutlichen: Sünde umstrickt den, der sich auf sie einlässt, so, wie die Spinne die Fliege im Netz. Eh sich diese versieht, ist sie eingewickelt von der Spinne, so dass sie sich nicht mehr befreien kann. Die Sünde hat eine zerstörerische Wirkung im Leben dessen, der mit ihr spielt oder sich auf sie einlässt. So sehr, dass es nur einen Weg gibt, sie loszuwerden und das ist die Erlösung, die Jesus für uns am Kreuz erkauft hat. Ihre lebenszerstörende Wirkung findet hier ihr Ende.

Jesus mischt sich in das Gespräch seiner Begleiter ein und durchkreuzt ihre Gedanken. 2 »Meint ihr, diese Galiläer seien größere Sünder gewesen als andere Menschen in Galiläa?«, fragte er. »Glaubt ihr, dass sie deshalb leiden mussten? 3 Ganz und gar nicht! Meint ihr (V2), glaubt ihr (V2b). Ganz und gar nicht!  Mit scharfen Worten durchkreuzt er ihr Denken! Ihr werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht von euren bösen Wegen abkehrt und euch Gott zuwendet. Wie, Jesus setzt die Verfehlungen seiner Nachfolger mit denen „großer“ Sünder gleich? Ihre Verfehlungen, wie zum Beispiel ein unausgesprochener Gedanke - am Maßstab der Bibel gemessen- bestimmt nicht immer frei von sündigen Vorstellungen, soll eine genauso schlimme Sünde sein, wie die Tat eines ausgeführten Gewaltverbrechens? Das kann doch nicht sein!? Jesus urteilt über beide, ihr seid Sünder, und das in einem Satz?
Der Maßstab, den Jesus anwendet, ist ein anderer als der, den wir Menschen gerne benutzen.

Wir beurteilen nach dem Ausmaß dessen, was wir sehen. Bewerten nach dem, was in unserer Werteskala als böse gilt und was nicht. Dabei fließen in unsere Wertvorstellungen biblische Maßstäbe genauso ein wie soziologische und kulturelle. Ganz anders urteilt Gott. Bei Gottes ist jede Form von Ungehorsam Sünde. Der Ungehorsam gegenüber seinem Wort ist Sünde. Ob der Ungehorsam in Gedanken stattfand oder zur Tat wurde, macht für die Schuldfrage gegenüber Gott keinen Unterschied. Römer 3,23 lehrt, alle Menschen sind Sünder vor Gott und brauchen die Erlösung durch Jesus Christus.
Zurück zum Evangeliums-Text. Jesus erklärt seinen Zuhörern: Es gibt keine kleinen und großen Sünder. Es gibt nicht den frommen und gottlosen Sünder. Sünde ist Sünde. Der lieblose Gedanke gegenüber einem Mitmenschen ist Sünde. Dabei unterscheidet Jesus nicht zwischen seinen Begleitern, den Galiläern oder den Tempelbesuchern. Was bedeutet das für mich? Jeder dem Wort Gottes zuwider handelnde Gedanke oder jede dem Wort Gottes zuwider handelnde Tat ist Sünde. Ob das Mäntelchen dessen, der sündigt, fromm ist oder gottlos ist, macht bei Gott keinen Unterschied. In beiden Fällen ist das Urteil Gottes gleich – Sünder! Die Folge: Keine Gemeinschaft mit Gott. Eine gestörte Gemeinschaft mit den Mitmenschen.

Wie viele sorgfältig vorbereitete Gottesdienste oder andere Gemeindeveranstaltungen werden zum „Geplärr“ nach Gottes Maßstab, weil ihnen die unvergebene Sünde der Teilnehmer den Segen Gottes raubt? Wie viele Kontakte zu Mitmenschen verlieren durch sündige Vorstellungen und Gedanken die Segenspur Gottes? Jesus macht seinen Zuhörern klar, hört auf, das zu bewerten, was anderen widerfahren ist, beurteilt euer eigens Leben im Licht des Wortes Gottes und bringt es in Ordnung, sucht Vergebung, kehrt um von falschen Wegen. Wer nicht umkehrt und keine Reue über seine eigene Sünde zeigt, kommt um. Wenn Jesus von „kommt um“ spricht, meint er nicht den Tod des irdischen Leibes, er spricht vom Tod, der durch die Sünde kommt. Dieser trennt uns von Gott. Römer 3,23 sagt, der Lohn der Sünde ist der Tod, die ewige Trennung von Gott.

An dieser Stelle endet die Erzählung Jesu nicht, sondern er erweitert sie um eine Beispielgeschichte. In dieser gibt es einen Besitzer, der einen Baum besitzt und dieser wird von einem Gärtner gepflegt.

Hören wir sie: »6 Ein Mann pflanzte in seinem Garten einen Feigenbaum und kam von Zeit zu Zeit nachsehen, ob er schon Früchte trug, aber er wurde jedes Mal enttäuscht. 7 Schließlich sagte er zu seinem Gärtner: `Ich habe jetzt drei Jahre gewartet und noch keine einzige Feige gesehen! Fälle den Baum. Er beansprucht nur noch unnötig den Boden. 8 Der Gärtner erwiderte: `Gib ihm noch ein Jahr Zeit. Ich werde ihn besonders pflegen und kräftig düngen. 9 Wenn wir dann im nächsten Jahr Feigen ernten, gut. Wenn nicht, kannst du ihn fällen. ´«

Ein Baum in einem Garten, der von einem Gärtner gepflegt wird, trägt keine Früchte. Das will der Eigentümer nicht tolerieren. Seine Feststellung: Der Baum ist nutzlos. Noch mehr, er schadet dem Boden! Was für ein hartes Urteil über einen mindestens drei Jahre alten Baum, der noch keine Früchte trägt.
Der Baum ein Bild für die Menschen, von denen Jesus umgeben ist. Manche ziehen seit zwei oder drei Jahren mit ihm durchs Land und noch immer denken sie so, als wäre Jesus nicht mitten unter ihnen. Sie zeigen keine Bereitschaft alte Vorurteile aufzugeben. Sie sind nicht bereit die Menschenfreundlichkeit Jesu zu übernehmen. Sind es Menschen, die das Vorbild Jesu sehen und nicht bereit sind, von ihm zu lernen? Scheinbar ist Jesus in dieser Situation von Menschen umgeben, die ein hartes Urteil über die Fehler ihrer Mitmenschen fällen, für ihre eigenen Vergehen allerdings einen großzügigen Maßstab beanspruchen. Der Besitzer ist ein Bild für Gott in seiner Gerechtigkeit und seinem vernichtenden Urteil über die Sünde!

Zum Glück gibt es in der Geschichte den Gärtner. Dieser wagt es, den Besitzer um Geduld für den Baum zu bitten – noch ein Jahr und nicht nur das, er will ihn noch besser pflegen und mehr düngen. Ein mutiger Vorschlag an den Frucht suchenden Eigentümer. Ein kostspieliger Vorschlag. Der Gärtner will Arbeitszeit und Dünger einbringen. Noch etwas ist erstaunlich an diesem Gärtner, er will den Baum nicht fällen, falls er ein Jahr später noch immer keine Frucht trägt, nein, er überlässt diese Entscheidung dem Besitzer! Hier haben wir einen Gärtner mit Herz! Der Gärtner ist ein Bild für Jesus, wie er für den Sünder vor Gott um Gnade fleht. Jesus, das Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt. Jesus, der Heiland, der nicht den Tod des Sünders will. Jesus, der gute Hirte, der sein Leben gibt für seine Schafe.

Im zweite Teil von Römer 3,23 heißt es: Die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in Jesus Christus. Das ist Gottes Wille im Umgang mit dem sündigen Menschen. Durch Jesus bietet er ihm Gnade an. Vom begnadigten Sünder erwartet Jesus einen gnädigen Umgang mit seinem Mitmenschen. Das ist die Frucht, die der Besitzer am Baum sucht. Für diese Frucht gibt der Gärtner alles! Diese Frucht hat ihre Grundlage in der Vergebung der Sünde und im Gehorsam gegenüber dem Wort Gottes. Das Neue Testament nennt diese Frucht die Frucht des Geistes Gottes (siehe Galater 5). Wieviel Früchte reifen in unserem Leben? Gott sucht diese Frucht bei jedem begnadigten Sünder. Die Erzählung Jesu hat ein offenes Ende. Sie lässt uns nicht wissen, wie es ein Jahr später um den Baum bestellt ist. Gut so! Es gibt heute noch Zugang zur Gnade Gottes! Das gibt dir und mir die Möglichkeit, heute um Vergebung zu bitten und unser Leben heute unter die Gnade Gottes zu stellen, damit die Frucht des Geistes Gottes in unserem Leben wächst und reift.

Amen.

Ich wünsche allen Lesern eine gesegnete Woche!

Inge Clausonet

Müncheberg, den 12.7.20


Wollt ihr auch weggehen?

Wer heute in der Öffentlichkeit eine große Nummer ist, kann morgen schon auf Null abstürzen: „Heute Top – morgen Flop.“ „Erst gefeiert, dann gefeuert.“ „Ein
Schulterklopfen ist nur ein paar Rückenwirbel entfernt von einem Tritt in den Hintern ...“ (Victor Wilcox). Die ZDF-Moderatorin Eva Hermann galt nach einer Emnid-
Umfrage einmal als „beliebteste Moderatorin Deutschlands“. Doch als sie sich für die traditionelle Familie aus Mann, Frau und Kind aussprach und den radikalen
Feminismus kritisierte, war sie schnell weg vom Bildschirm. Oder denken wir an einen Parteivorsitzenden, der – gar nicht so lange her – euphorisch umjubelt und mit fast 100% gewählt wurde und nach einem rasanten Sympathie-Verlust in weniger als einem Jahr wieder zurücktrat. Seiner Nachfolgerin erging es ähnlich. Es gibt Stimmungsschwankungen, die atemberaubend sind.
Jesus hat das auch erlebt. Im Johannesevangelium (6,2) lesen wir, dass er ungeheuren Zulauf hatte. Warum? Johannes erklärt es uns: „... weil sie die
Wunder gesehen hatten, mit denen er Kranke heilte.“ Danach (V9) berichtet Johannes, wie Jesus mit nur fünf Brotfladen und zwei Fischen 5000 Menschen satt
machte. Da kannte die Begeisterung keine Grenzen mehr. Denn das war ja Sozialminister, Gesundheitsminister und Wirtschaftsminister in einer Person! Dazu
konnte er offensichtlich gratis ihre Grundversorgung absichern. Da wollten sie ihn sogar zu ihrem König machen. Aber Jesus ließ und lässt sich vor keinen Karren
spannen. Er ließ sie stehen und ging weg. Doch sie suchten ihn. (V25) „Als sie Jesus ... gefunden hatten, antwortete er ihnen: ‚Ich weiß,
weshalb ihr mich sucht: doch nur, weil ihr von mir Brot bekommen habt und satt geworden seid; nicht weil ihr verstanden hättet, was diese Wunder
bedeuten!‘“
Jesus sagt ihnen klipp und klar: Es geht euch doch nur um eure momentanen Bedürfnisse – die Hauptsache aber habt ihr nicht kapiert.
Die Wunder der Krankenheilungen und der Brotvermehrung durch Jesus waren nämlich keine reinen Wohltätigkeitsveranstaltungen. Im Kern waren sie vielmehr eine
Botschaft in der Zeichensprache Gottes. Und? Was wollte Gott damit sagen? Er wollte sie in eine verbindliche Glaubens-Beziehung zu Jesus bringen. Jesus spricht
es ja aus: „Nur eins erwartet Gott von euch: Ihr sollt an den glauben, den er gesandt hat.“
Gott will, dass wir uns auf ein Leben mit Jesus einlassen, in dem er das Sagen hat – und nicht mehr wir. Er sucht Nachfolger – nicht in dem Sinn, dass da einer die Arbeit
von einem Verstorbenen fortführt. Vielmehr in dem Sinn, dass ein Christ Jesus folgt wie ein Anhänger dem Auto. Doch die Leute ließen sich nicht auf Jesus ein. Er
bescheinigte ihnen: (36) „Doch ... ihr glaubt nicht an mich ...“ Mit Jesus sympathisieren und Vorteile daraus ziehen, ist also nicht schon Glauben.
Ja, Jesus kann zwar durch ein Wunder Brot für die Bäuche liefern. Vor allem aber ist er selber das „Brot des Lebens“ (V35), das vom Himmel gekommen ist. Als er das
gesagt hatte, gab es in der allgemeinen Stimmung einen Knacks. Alle standen vor der Frage: Jesus – mehr als nur ein Mensch? Sogar das Brot des Lebens?
Das war entweder eine unglaubliche Anmaßung oder eine wunderbare Wahrheit. Damit stellte Jesus die Leute vor eine Entscheidung. Nun mussten sie sich
entscheiden. So wie wir uns bis heute klar entscheiden müssen, für wen wir Jesus halten. Die einen spotten, andere zucken mit den Schultern, doch einige fangen
Feuer und folgen Jesus nach. Als den Leuten damals diese Konsequenz klar wurde, schlug die Stimmung um. Als sie verstanden, wie ernst Jesus es meint und dass Gott will, dass sie ihr gesamtes Leben nach Jesus ausrichten, gingen sie zu Jesus auf Distanz. Als Sahnehäubchen auf ihrem Leben hätten sie sich Jesus ja gefallen lassen, aber nicht als Umgestalter
und Bestimmer ihres Lebens. Sie riefen empört (V42): „Was? Das ist doch Jesus, Josefs Sohn. Wir kennen schließlich seinen Vater und seine Mutter. Wie kann er da behaupten: ‚Ich bin vom Himmel gekommen‘?“ (V43) „Jesus antwortete auf ihre Vorwürfe: ‚... (V47) Ich sage euch die Wahrheit: Wer an mich glaubt, der hat das ewige
Leben!“ Was Glauben bedeutet, beschreibt Jesus dann sehr handfest. Das Brot des Lebens ist zum Essen da. Was sonst? Darüber entbrannte unter seinen Hörern ein heftiger
Streit. Sie ereiferten sich darüber, wie wir denn Jesus essen könnten! Aber Jesus setzte noch einen drauf und ergänzte: (56) „Wer meinen Leib isst und
mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm.“ Jesus wusste doch, dass er seine Hörer auf die Palme bringt, wenn er davon spricht,
sein „Fleisch zu essen“ und sein „Blut zu trinken“. Warum tat er es dennoch? Weil er mit diesem krassen Vergleich verhindern wollte, dass es zum einen Ohr reinund
zum andern wieder rausgeht. Er trieb seinen Vergleich bewusst auf die Spitze, weil es hier um die Hauptsache geht. Es sollte sich unauslöschlich in ihr Gedächtnis
einprägen.
Mit Glauben meint Jesus immer „Glauben ganz und gar, mit Haut und Haar“, meint „Wenn schon, denn schon“, meint „Sei ganz mein oder lass es ganz sein“. Er will
eine solch enge Verbindung mit uns, dass er davon spricht, dass er „in uns“ ist und wir „in ihm“, wenn wir ihn wirklich aufnehmen. Inniger kann man sein Verhältnis zu
uns nicht ausdrücken. Er will unser ganzes Wesen verwandeln. Mit weniger begnügt sich Jesus nicht.
Spricht Jesus hier vielleicht indirekt vom Abendmahl, wie sogar manche Bibelausleger meinen? Nein, denn beim Abendmahl bleibt Brot immer Brot und Wein
immer Wein. Seinen Leib essen und sein Blut trinken wir also nur sinnbildlich. Wir wissen das durch Paulus, denn der sagt, dass wir das Abendmahl zum Gedächtnis
an Jesus feiern. Darum lehnen wir auch die katholische Lehre ab, als würden sich beim Abendmahl Brot und Wein tatsächlich in das Fleisch und Blut Christi
verwandeln. Nach dieser Lehre würde ja Jesus bei jedem Abendmahl wieder neu geopfert wie damals am Kreuz. Dagegen sagt der Hebräer-Brief (10,10) klipp und
klar, dass „Jesus Christus ein für allemal“ am Kreuz geopfert wurde.
Was berichtet Johannes weiter? (V66): „Nach dieser Rede wandten sich viele, die ihm gefolgt waren, von Jesus ab und gingen nicht mehr mit ihm.“
Erst Zulauf, dann Weglauf. Die Riesenversammlung von Tausenden löste sich auf. Die Leute packten ihre Sachen, schüttelten ihre Decken aus, legten sie zusammen,
nahmen ihre Kinder bei der Hand und gingen kopfschüttelnd nach Hause. Fassungslos sahen die Jünger ihnen nach. Das halten wir unbedingt fest: Beim christlichen Glauben geht es als Allererstes um Jesus. Denn ohne ihn kommt keiner zu Gott. Zu Gott gibt es keine Hintertür. Jesus ist die Tür zu Gott. Ohne Jesus ist der Glaube nur religiös. Christlich wird er erst durch Jesus Christus in der Mitte.
Den Stimmungsumschwung können wir auch heute erleben: Solange wir nur allgemein vom Glauben sprechen; von einem Gott, der uns alle liebt und uns am
besten lässt, wie wir sind; solange wir nachsprechen, dass ja alle Religionen im Prinzip ein und dasselbe wollten und überall derselbe Gott dahinterstecke – und
sogar der Sozialismus in seiner Fürsorge für den Menschen dem christlichen Glauben sehr ähnlich sei – das nicken die Leute gerne ab.
Sobald wir aber auf Jesus selbst zu sprechen kommen, kippt die Stimmung. An Jesus scheiden sich die Geister. Damals wie heute.
Die gegenwärtige Coronakrise ist nicht nur eine gesundheitliche, sondern auch eine geistliche Krise. Sie ist eine Nagelprobe für unsere Treue. Es hat den Anschein, als
ob sich das Kirchen- und Gemeindevolk verläuft. Die Schafherde, die der Hirte Jesus gesammelt hat, scheint sich zu zerstreuen. Auch bei uns. Wenn ich einmal die
erfreulich hohe Anzahl von Gästen in den neu aufgenommenen Gottesdiensten abziehe, bleiben nicht allzu viele Gemeindeglieder übrig. Woran mag das liegen?
Als damals alle weg waren, blickte Jesus seine zwölf Jünger an und fragte sie: (V67) „Und ihr – wollt ihr mich auch verlassen?“
Diese Frage geht heute noch unter die Haut. Sie meint doch im Kern: Ihr müsst nicht bleiben. Keiner zwingt euch. Jetzt könntet auch ihr gehen. Es steht euch frei.
Entscheidet euch neu. Am Anfang habt ihr für mich gebrannt, aber wie ist es heute? Aber auch wenn ihr bleibt, fragt euch: Was hält euch eigentlich bei mir? Vorteile,
Gewohnheit und Tradition – oder mehr? Jesus fragt ja auch uns: „Und ihr – wollt ihr mich auch verlassen?“ Auch wir müssen nicht bleiben. Auch wir haben jederzeit die Gelegenheit zu gehen. Keiner zwingt uns. Es steht uns frei. Wir haben auch in unserer Gemeinde über die Jahrzehnte ja schon viele wieder gehen sehen. Aber auch, wenn du bleibst, frag
dich: Was hält mich bei der Gemeinde? Ist es nur Gewohnheit und Tradition? Ist es vielleicht nur Trägheit oder Feigheit, sich endgültig zu verabschieden?
Wir wissen nicht, wie lange die Zwölf damals an der Frage zu kauen hatten, aber Petrus machte sich schließlich zum Sprecher und antwortete: (V681) „Herr, wohin
sollen wir gehen?“ Diese Antwort hat mich schon immer erschüttert, aber auch froh gemacht. Denn Petrus sagt damit: Wir haben alles durchdacht und jede Möglichkeit geprüft, auch den Abschied von dir und einen möglichen Wechsel zu einem anderen Führer. – Mir ist beim Lesen dieser Worte, als ob ich fühlen könnte, wie aufgewühlt Petrus war,
als ob ich das Beben in seiner Stimme hören könnte, als ob ich sehen könnte, wie seine Lippen beim Sprechen zittern. Ähnlich aufgewühlt wie die Jünger müssen Eheleute sein, die über eine Scheidung nachdenken.
Wofür haben sich die Jünger entschieden? Petrus fuhr fort: „Nur du hast Worte des ewigen Lebens. Und wir haben geglaubt und erkannt, dass du Christus bist, der Sohn des lebendigen Gottes.“ Petrus lässt Jesus in sein Herz blicken und bekennt: Wir kennen keinen wie dich und schon gar keinen, der besser wäre als du. Nur bei dir haben wir gefunden, was wir woanders vergeblich gesucht haben. Später wird er das unter Lebensgefahr sogar öffentlich vor den Behörden bekennen: „Nur Jesus kann den Menschen Rettung bringen. Nichts und niemand sonst auf der ganzen Welt rettet uns“ (Apg. 4,12). Das ist persönlichstes Bekenntnis an die Adresse von Jesus und die klarste
Botschaft an die Welt. Ja, Jesus nur allein, das Himmelsbrot des Lebens, hat Worte des ewigen Lebens. Lasst uns jetzt auf solche Worte aus seinem Mund hören:
1 (bis hierher nach Hfa zitiert; ab hier n. Luther)
„Fürchte dich nicht!“ – „Kommt her zu mir alle, die ihr euch abmüht und belastet seid. Ich will euch Ruhe geben für eure Seelen.“ – „Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.“ – „Dir sind deine Sünden vergeben.“ – „Meinen Frieden gebe ich euch.“ – „Ich will, dass ihr hingeht und Frucht bringt.“ – „Das ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebt.“ – „Ich gehe hin, euch eine Wohnung im Himmel vorzubereiten.“ – „Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.“ – „Ich lebe, und ihr sollt auch leben.“
Das sind solche Worte ewigen Lebens, die Petrus meinte. Wir finden sie nur bei Jesus. Seine Worte sind weder Schall noch Rauch, weil er für diese Worte geradestand bis hin zum Tod am Kreuz, wo er für unsere Sünden die Strafe ertrug. Nach diesen Worten haben unzählige Menschen gegriffen wie nach einem Rettungsring und haben erlebt, wie der Frieden Gottes in ihr Herz strömte, wie die Freude im heiligen Geist sie erhob, wie Jesus ihr Leben umgestaltete.
Lass Jesus auch in dein Herz blicken! Kannst du das Bekenntnis des Petrus zu deinem eigenen Bekenntnis machen? Kannst auch du sagen: „Ich glaube und habe erkannt, dass du Christus bist, der Sohn des lebendigen Gottes?“ Hast du das schon erfahren? Willst du das erleben? Dann nimm Jesus heute in dein Leben auf. Bitte ihn, dein Herr und Erlöser zu sein. Bekenne ihm deine Sünden und bitte ihn um Vergebung – und dann danke von Herzen, dass du ein Gotteskind geworden bist!
Heute feiern wir Abendmahl. Jede Mahlfeier ist eine neue Entscheidung, bei Jesus, zu bleiben und nicht wegzugehen. Der Apostel Paulus schrieb: „Denn sooft ihr von diesem Brot esst und von dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt“ (1. Kor. 11,26). Tod meint hier ausnahmsweise einmal nicht: Schluss, Ende, Aus.
Bei „Tod“ in diesem Zusammenhang haben wir vielmehr im Ohr, dass Jesus am Kreuz rief: „Es ist vollbracht!“ Mit dem Stichwort „Tod“ meint Paulus hier das ganze Heilspaket Gottes mit dem Sieg über Sünde, Tod und Teufel. Dazu gehört die Auferstehung, nie endende Freude, lebendige Hoffnung und Lebenskraft. „Es ist vollbracht!“ Das ist der Siegesruf von Golgatha. Jesus ist Gott gehorsam geblieben. Er ist auferstanden und lebt und wird wiederkommen, wie er es versprochen hat. Das feiern wir dankbar und voller Freude im heutigen Abendmahl.

Jörg Swoboda

05.07.2020