Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

Wir sind Mitglied im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R. Darüber hinaus gehören wir, neben vielen weiteren Gemeinden, einem Landesverband an.



Weltweite Frauensolidarität – trotz und wegen Corona

Zwölf Verbände aus verschiedenen christlichen Konfessionen rufen auf zu Gebet, Solidarität und Kollekten anlässlich des ökumenischen Weltgebetstags am 5. März.

22.02.2021

Baptistischer Weltbund fordert gerechte Verteilung der Impfstoffe

Die Baptist World Alliance (BWA) ruft dazu auf, gemeinsam gegen die Corona-Pandemie vorzugehen und Impfstoffe gerecht zu verteilen..

04.02.2021

Demnächst

So Mär 07 @10:00 -
Gottesdienst online
Mi Mär 10 @19:00 -
Bibel im Gespräch online
Do Mär 11 @19:00 -
Bibel im Gespräch online
So Mär 14 @10:00 -
Gottesdienst in Buckow

Gottesdienst vom 28.02.2021

Eine herzliche Einladung zum Kirchenkaffee online am Sonntag ab 11.00 Uhr. Der Code lautet 985554

Unsere bisherigen Gottesdienste kann man hier noch einmal anschauen.

Die Predigt vom 28.02.2021 zum Nachlesen.


    Gemeindehaus Müncheberg

Predigt vom 21.02.2021

Von Lepra, der Sixtinischen Madonna, Jesus
und der Sehnsucht nach Normalität
Predigt von Jörg Swoboda über Markus 1,40-45, online-Gottesdienst vom 21.2.2021

Schaut mal, was ich hier in meiner Hand halte: Es ist ein Frosch aus Holz. Innen ist er
hohl. Wenn man mit einem Holzstab über seinen gezackten Rücken streicht, dann klingt
das so: drrr, drrr, drrr.
Macht man das im Takt zu einer Musik, verwandelt sich der Frosch zwar nicht in einen
Prinzen, aber immerhin in ein Rhythmus-Instrument. Es ist ein Geschenk, das ich aus
Paraguay mitgebracht habe, wo ich vor Jahren zu einer Evangelisation war.
In der Nähe der Hauptstadt Asuncion besuchte ich das „Mennonitische Hospital km 81
km“. So weit liegt es nämlich von Asuncion entfernt. Dort lernte ich zwei Lepra-kranke
kennen, zwei von weltweit 10 Millionen. Diese beiden hatten noch Glück, denn sie konnten
gleich zu Beginn ihrer Krankheit behandelt werden. Aber auf Fotos an den Wänden sah
ich Gestalten wie aus einem Gruselfilm. Lepra in ihrer schlimmsten Form ist deshalb so
heimtückisch, weil nach der Ansteckung viele Jahre vergehen können, bevor sie ausbricht.
Auch dann noch sind es zunächst nur harmlos wirkende weiße Flecken auf der Haut,
später Knoten im Gesicht und an Gliedmaßen. Dann sterben nach und nach Nerven ab
und mit ihnen das Gefühl. Wer sich verbrennt, zuckt nicht mehr zurück. Wer Handwerker
ist und sich verletzt, sieht nur Blut fließen. Spüren tut er dann nichts mehr. Ohne
Behandlung vereitern die Wunden und Gliedmaßen faulen ab. In der orthopädischen
Werkstatt sah ich dort Spezialschuhe für Füße ohne Zehen. Ein Orthopäde aus Rostock
hatte sie hergestellt.
Gesichter von Leprakranken sehen furchtbar entstellt aus, weil z. B. Lippen oder die Nase
fehlen. Das Leid und die Seelenqualen der Kranken können wir uns schlecht vorstellen.
Heutzutage kann die Krankheit durch ein Antibiotikum-Mix gestoppt werden, und die
Ansteckungsgefahr ist schon nach zwei Tagen gebannt. Aber diese Chance hatte ein
Leprakranker damals in Israel nicht. Damals hatte die Krankheit verheerende Folgen.
Er musste weg von der Familie und raus aus seinem Ort. Fortan hauste er in Höhlen.
Er war auf Nahrungs-Spenden angewiesen, die barmherzige Menschen an vereinbarten
Orten ablegten. Er musste laut „unrein, unrein!“ rufen, sobald ein Gesunder in seine Nähe
kam. Ja, er durfte sogar gesteinigt werden, wenn er sich trotz des Verbots in eine Stadt
wagte. Das alles war schlimm genug. Das Schlimmste aber war, dass man damals diese
Krankheit für eine Strafe des Himmels hielt. Wer erkrankte, musste also ordentlich was auf
dem Kerbholz haben. Das war doch klar!
Vor solch einem musste man sich schützen. So einen musste man isolieren. Es wird
berichtet, dass ein Rabbi einen Aussätzigen mit Steinen vertrieb und dabei rief: „Geh an
deinen Ort und beflecke nicht die Menschen!“
Immerhin gab es auf dem Land in den Synagogen abgetrennte Räume für minder schwere
Fälle. Dort waren sie zwar abgesondert, konnten aber wenigstens am Gottesdienst
teilnehmen – das war immerhin mehr als ein online-Gottesdienst in der Corona-Zeit.
Seit alters her war es in Israel Sitte, dass ein Schuldiger sich als Büßer auffällig
kennzeichnen musste. Er lief in einem sackähnlichen Kittel oder in Lumpen umher und
musste sich Asche aufs Haar streuen. Daher kommt unsere Redewendung, dass jemand
„in Sack und Asche“ geht. Er kämmte sich auch nicht die Haare und musste als Zeichen
der Scham seinen Bart verhüllen.
Ein Aussätziger musste sich genauso auffällig kleiden. Schon im AT steht: „Alle, die von
Aussatz befallen sind, müssen zerrissene Kleider tragen und ihr Haar frei hängen lassen;
Männer müssen den Bart verhüllen“ (3. Mose 13,45).
Das Los von Aussätzigen war also dreifach schwer:
Von Gott vermeintlich bestraft, von Menschen verachtet, sich selbst ein Ekel.
Der Evangelist Markus berichtet in Kapitel 1 von einer Begegnung zwischen einem
Leprakranken und Jesus mitten in einer Ortschaft. In Vers 40 lesen wir: „Und es kommt ein
Aussätziger zu ihm, bittet ihn und kniet nieder und spricht zu ihm: Wenn du willst, kannst
du mich reinigen.“
Der Aussätzige ruft also nicht „unrein, unrein“, hält auch keinen Abstand, nein, er drängelt
sich durch die Menschenmenge und riskiert damit Kopf und Kragen.
Jesus kommt auch gar nicht erst dazu, wie sonst zu fragen: „Wie kann ich dir helfen?“ Der
Kranke mit seiner Bitte ist schneller. Dass er vor ihm auf die Knie fällt, das ist mehr als
Respekt, das ist schon Ehrfurcht. Dann sagt er: „Wenn du willst, kannst du mich reinigen.“
Die Ärzte sind bei ihm mit ihrer menschlichen Kunst am Ende. Für den Kranken aber ist
Jesus offensichtlich mehr als ein Mensch, denn er erwartet von ihm Übermenschliches,
was nur Gott kann.
Dieser Kranke hat also mehr verstanden als liberale Theologen mit ihrer Liebe zur
historisch-kritischen Methode. Die halten Jesus sowieso nur für einen Tugendapostel und
diese Begebenheit für pure Erfindung. Der Aussätzige aber traut Jesus wirklich alles zu.
Für ihn ist es keine Frage, ob Jesus ihn gesund machen kann. Jesus kann, das steht für
ihn fest. Nun fragt sich nur noch, ob Jesus auch tun will, was er kann.
Deshalb sagt der Kranke: „Wenn du willst, kannst du mich reinigen.“
Aber warum spricht er von „reinigen“ und nicht nur von „heilen“? „Reinigen“ meint mehr als
„heilen“. Natürlich will er gesund werden, aber nicht nur das.
Er will auch nicht mehr ausgesetzt sein. Er sehnt sich zurück in die Gemeinschaft mit den
anderen. Er will wieder unter Menschen sein. Er sehnt sich zurück in die Gemeinschaft der
Gläubigen. Wer heute unter der Corona-Isolation leidet, kann das nachempfinden.
Was der Kranke sagt, ist mehr als nur eine Bitte. „Wenn du willst“, das klingt schon nach
Gebet. Denn so hat Jesus später selbst in seiner schwersten Stunde zu Gott gebetet:
„Vater, wenn du willst, nimm diesen Kelch von mir!“ (Lk 22,42) Und er hat uns, seinen
Jüngern, beigebracht, dass wir beten sollen „Dein Wille geschehe“ (Mt 6,10).
Wie reagiert Jesus auf den Kranken? Ekelt er sich? Nein. – Hat er Angst, sich kultisch
unrein zu machen? Auch nicht. Weicht er etwa erschrocken zurück? Ganz im Gegenteil.
Voller Erbarmen wendet er sich dem Kranken zu, von Herzen hilfsbereit wie Gott. Der
Jammer dieses Mannes greift ihm ans Herz. Und er weicht nicht nur nicht zurück. Hier
steht sogar: Er „streckte seine Hand aus und rührte ihn an“.
Alle sind starr vor Schreck, weil sie überzeugt sind: Jetzt hat Jesus sich verunreinigt. Den
Besuch des Tempels kann er erst einmal vergessen. Womöglich hat Jesus sich sogar bei
dieser Bakterienschleuder angesteckt.
Doch Jesus schert sich nicht darum, was die Leute denken. Er streckt seine Hand aus und
rührt diese menschliche Ruine an. Mit einer einzigen Berührung setzt Jesus das ganze
System der Ausgrenzung und der Floskeln über die angebliche Schuld von Kranken außer
Kraft. Der Gottessohn durchbricht die Wand von geistlicher Arroganz und Rechthaberei,
durchbricht diese Wand aus menschlichem Hochmut und aus Angst.
Aber Jesus rührt den Kranken nicht nur an, sondern reagiert auf sein grenzenloses
Vertrauen mit den Worten: „Ich will. Sei gereinigt! Und sofort wich der Aussatz von ihm,
und er war gereinigt“ (V 42).
Eben dachten alle noch: Der Reine macht sich unrein. Aber genau das Gegenteil passiert:
Der Reine macht den Unreinen REIN. Der Mann ist geheilt.
Und hier steht auch, dass die Heilung „sofort“ geschah. Jesus spricht, und es geschieht.
Wie bei der Schöpfung, wo Gott sprach: „Es werde Licht!“ und es wurde hell, „die Erde
bringe Pflanzen hervor“, und es geschah so. „Sofort“ steht hier. Wir spüren das Erstaunen
und die Verwunderung. Im Nu ist die Lepra weg. Von jetzt auf gleich.
Da begreift der Geheilte: Gott hat mich DOCH nicht verstoßen! Und da ist für ihn plötzlich
auf Erden der Himmel los. Der Stein auf dem Herzen – weg; die Dunkelheit – verscheucht,
die Seelenqual in Freude verwandelt.
Das ist mehr als eine gewonnene Weltreise beim Preisausschreiben, mehr als ein
geknackter Jackpot. Das ist geschenktes, neues Leben. Er darf wieder dazugehören – und
alles durch Jesus.
Doch dann ein Schock. Denn mitten im Glück fährt Jesus den Geheilten an und schickt ihn
mit den Worten weg: „Sieh zu, dass du niemand davon erzählst! Sondern geh, zeige dich
dem Priester, und opfere für deine Reinigung, was Mose geboten hat, ihnen zum Zeugnis!“
Aber nicht nur, dass Jesus ihn „anschnaubt“, wie es im grch. Urtext wörtlich heißt – nicht
nur DAS ist ein Rätsel. Auch dass der Geheilte niemandem etwas sagen soll, sich aber
wegen der Gesundschreibung trotzdem bei einem Priester melden soll. Dem MUSS er ja
etwas sagen. Soll er nun, oder soll er nicht?
Der Reihe nach – und nachgedacht! Dieser Geheilte war nicht der Einzige, den Jesus
angefahren hat. Später hat er auch einmal seinen Jünger Petrus mit den Worten
angefahren: "Weg mit dir, Satan! Du willst mich hindern, meinen Auftrag zu erfüllen" (Mt
16,23).
Was war passiert? Jesus hatte angekündigt, dass er am Kreuz sterben muss. Das tat
Petrus leid. Deshalb wollte er Jesus davon abbringen. Aber gerade zum Kreuz wollte
Jesus von Anfang an hin, um dort für unsere Sünden zu sterben. Davon wollte der Satan
ihn unbedingt abbringen – und nun schlug auch Petrus wohlmeinend in dieselbe Kerbe
wie der Satan.
Aber weshalb fährt Jesus den Geheilten genau so scharf an?
Was verbietet Jesus dem Geheilten? Der Geheilte soll das Wunder nicht an die große
Glocke hängen. Denn die Leute dachten damals so: Wer im Namen Gottes Kranke heilen
kann, der ist der Richtige, um einen Aufstand gegen die römischen Besatzer zu entfesseln.
Einem solchen „Messias“ würden die Massen folgen. Aber vor diesen Karren wollte Jesus
sich auf keinen Fall spannen lassen.
Wer in der Dresdener Gemäldegalerie vor der „Sixtinischen Madonna“ von Raffael steht,
dem fällt der ernste Gesichtsausdruck von Maria und Jesus auf. Beide starren mit fast
stechendem Blick in dieselbe Richtung. Wohin blicken sie? In der Kirche, in der das
Altarbild ursprünglich hing, gab es einen Remter. Das war eine Trennwand zwischen
Mönchen und Priestern auf der einen Seite – und dem gemeinen Volk auf der anderen
Seite. An diesem Remter hing ein Kreuz, und dorthin blickten Maria und Jesus. Denn die
Berufung und das ganze Leben von Jesus zielte auf das Kreuz zum Heil der ganzen Welt.
Doch der Geheilte pfeift auf das Verbot von Jesus, denn wir lesen: „Der aber ging weg und
fing an, die Sache eifrig zu verkünden und auszubreiten, so dass er (Jesus) nicht mehr
öffentlich in eine Stadt gehen konnte; sondern er war draußen an einsamen Orten, und sie
kamen von allen Seiten zu ihm“ (V 45).
Der Geheilte macht sich also eigenmächtig zum Herold und posaunt im Übereifer überall
aus, welches Wunder an ihm geschehen ist. Der platzt förmlich vor Freude. Verständlich,
denn wer möchte so viel Glück schon für sdich behalten? So werden es später auch noch
andere Geheilte tun. In Kapitel 7 lesen wir: „Je mehr er es verbot, desto mehr breiteten sie
es aus“ (Mk 7,36b).
So ist es also jetzt schon, als Jesus seine Arbeit als Prediger und Heiler gerade erst
begonnen hat: Kaum ist er an die Öffentlichkeit getreten, muss er auch schon
untertauchen, denn er will keine falschen Hoffnungen wecken. Deshalb zieht er sich
abrupt zurück.
Diese Begebenheit lehrt uns besonders eindrücklich, biblische Zusammenhänge zu
beachten. Täten wir das nicht, würden wir falsche Schlussfolgerungen ziehen.
Eine falsche Schlussfolgerung wäre nämlich, jetzt zu sagen: Jesus hat Geheilten verboten,
über ihre Heilung zu sprechen. Was Jesus gesagt hat, gilt auch heute. Also dürfen auch
wir heute nicht weitererzählen, wie Jesus uns in einer Notlage geholfen hat.
Das wäre natürlich Unsinn, denn Jesus hat später die Nachrichtensperre ausdrücklich
aufgehoben und das Gegenteil angeordnet. Kurz vor seiner Himmelfahrt hat er nämlich
gesagt: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum geht hin und macht
alle Völker zu Jüngern: Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des
Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe“ (Mt 28, 18-20).
Dieser Redeauftrag gilt für uns heute – und nicht das situationsbedingte Redeverbot.
Jesus sagt: Geht hin! Kurz und knapp wie ein Marschbefehl. Wir sind seine Botschafter,
und Botschafter haben eine Botschaft weiterzugeben.
Das heißt für uns Christen praktisch: Unser Ziel ist nicht erreicht, wenn unsere Kollegen
und Nachbarn uns für nette Leute halten. Jesus will, dass wir sie mit ihm
zusammenbringen, damit sie sich bekehren können.
Hört sich das nicht verdächtig nach Missionierung an? Und ob! Jesus selbst war der
größte Missionar, und wir sind seine Lehrlinge.
Deshalb habe ich vor einiger Zeit wieder einmal versucht, das zu beherzigen. Ich war mit
zwei leeren Propangasflaschen in der Müncheberger Füllstation. Der Chef stellt
gleichmütig fest: „Sind se leer.“ Und fragt: „Zu viel gekocht?“ Ich sage: „Nee, ganz normal,
mit allem hat es mal ein Ende – auch mit uns, mit mir, auch mit dir.“ Er nickt. Ich frage:
„Und dann?“ Er fragt: „Was – und dann?“ Ich: „Na, nach dem Tod. Himmel oder Hölle?“ Er:
„Gibt es nicht.“ Ich frage: „Das sagt wer?“ Und er antwortet selbstbewusst: „Ich.“ Darauf
sage wiederum ich: „Ich weiß es besser. Die Bibel sagt, dass es einen Himmel und eine
Hölle gibt. Und außerdem: Wenn nicht, dann gäbe es ja auch keine Gerechtigkeit. Wenn
mit dem Tode wirklich alles aus wäre, dann blieben sogar die schlimmsten Verbrechen
ungesühnt.“ Er sagt erstmal nichts, ist auch damit beschäftigt, die leeren Gasflaschen zu
füllen. Aber ich ergänze: „Gott hat mir ein großes Geschenk gemacht. Er hat mir meine
Sünden vergeben.“ Da guckt er mich mitleidig an und bläst verächtlich die Luft durch die
Lippen – pff! – und sagt: „Was ist schon Sünde?“ Ich lasse mich aber nicht abschmettern
und zähle auf: „Lügen, die Ehe brechen auch. Eben alles, was in den Zehn Geboten steht.
Klauen gehört auch dazu.“ Er guckt mich immer noch mitleidig an. Trotzdem sage ich:
„Wenn dir jemand dein Auto klaut, dann ist das Sünde. Oder wenn dich jemand verprügelt
und dir das Nasenbein bricht, dann ist das auch Sünde.“ Jetzt ist er nachdenklich
geworden. Und plötzlich wechselt er die Seiten, denn es platzt aus ihm nur so heraus:
„Dass Kinder von Pfarrern missbraucht werden, ist das etwa kein Unrecht?“ Wegen seiner
plötzlichen Meinungsänderung stelle ich fest: „Aha, also gibt es auch für dich Sünde.“
Doch da werden wir unterbrochen, denn die nächsten Kunden kommen.
Wie gesagt: Die Nachrichtensperre ist von Jesus höchst persönlich aufgehoben worden.
Und wir haben verstanden, was aus dem biblischen Bericht nicht bzw. doch
verallgemeinert werden darf.
Was können wir aus dieser Begegnung zwischen dem Kranken und Jesus nun in die neue
Woche mitnehmen?
Drei Punkte können wir uns merken:
1. Jesus hat den Kranken angerührt. Das tut er auch heute. Er schreibt keinen ab. Das ist
eine starke Botschaft für uns. Sie sagt uns: Auch wir dürfen keinen abschreiben. Wo gibt
es in deinen Beziehungen Verhärtungen, Isolierungen und lieblose Grenzen?
Auch dürfen wir vor lauter Angst, uns mit Corona oder sonst was zu infizieren, nicht die
Kontakte abreißen lassen. Vernünftige Vorsicht ist wie in jeder Ansteckungszeit gut,
ängstliche Isolierung schlecht.
2. Jesus macht heil und rein. Ja, ich glaube, dass Jesus auch heute von Krankheit heilt.
Das tut er nicht bei jeder Krankheit und nicht auf alle Gebete hin. Auch wir Christen sind
Teil der gefallenen Schöpfung und müssen unser Päckchen tragen. Und jeder von uns
stirbt schließlich wie alle anderen an irgend etwas.
Aber Jesus schenkt auch heute schon hin und wieder Heilung als Vorgeschmack auf den
neuen Himmel und die neue Erde ganz ohne Krankheit.
Was Jesus aber heute schon und 100% mit ewiger Wirkung macht: Er macht dich rein und
vergibt dir alle deine Sünden. Das kann er, und das will er. Wenn auch Du das willst, dann
bitte ihn heute darum. Dann zieht Freude in dein Herz ein wie damals bei dem Geheilten.
3. Drittens gilt auch nach wie vor, dass Jesus der große Gemeinschaftsstifter ist. Durch
Jesus konnte der Geheilte in die Gemeinschaft zurückkehren. Das können wir auch auf
uns beziehen: Wenn Jesus uns durch seine Vergebung reinigt und heilt, dann klären sich
auch Beziehungen innerhalb unserer Gemeinde.
Ja, Jesus kann. Und er will es heute tun. Er will auch Dich anrühren. Er will dich heil und
rein machen, und er will Dir die Tür in die Gemeinde öffnen. Jetzt ist nur noch die Frage,
ob auch Du willst, was Jesus will. Amen.

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